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Brandenburg Brandenburg verspricht Turbo-Internet bis 2015
Brandenburg Brandenburg verspricht Turbo-Internet bis 2015
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00:56 21.08.2014
Durch dieses Glasfaserkabel kommt das schnelle Internet. Quelle: dpa-Archiv
Potsdam

Die Bundesnetzagentur sieht Brandenburg als bunten Flickenteppich. Rote Punkte markieren die Problemstellen, etwa in Kyritz (Ostprig nitz-Ruppin) und Oderberg (Barnim), in Roskow (Potsdam-Mittelmark) und Schwerin (Dahme-Spreewald): Schnelles Internet mit mindestens 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ist dort noch immer eine Zukunftsvision. Überall in Brandenburg gibt es Ortschaften, die ans Breitbandnetz allenfalls unzureichend angeschlossen sind – oder gar nicht.

Brandenburgs Landesregierung verspricht mit dem Entwicklungskonzept "Glasfaser 2020" flächendeckend schnelles Internet von bis zu 50 Mbit/s. Der Ausbau soll bis Ende 2015 abgeschlossen sein – unter den dünn besiedelten Flächenländern wäre Brandenburg dann ein Vorreiter.

Die Bundesregierung will nach ihrer am Mittwoch vorgestellten „Digitalen Agenda” bis 2018 in ganz Deutschland Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s erreichen. Weitere Ziele sind die Förderung junger IT-Firmen, die Verbesserung der IT-Sicherheit und des Datenschutzes. Bürger sollen mehr Möglichkeiten bekommen, Behördengänge elektronisch zu erledigen. Sensible Energie- und Telekommunikationsnetze sollen besser vor Cyberangriffen geschützt werden.

Der Ausbaugrad des Breitbands liege derzeit in den Städten bei 80 Prozent und auf dem Land unter 20 Prozent, sagte Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU), der die Förderung auf den Ausbau in schlecht versorgten ländlichen Regionen konzentrieren will.

Breitband: Eine Frage der Definition

Verschiedene Übertragungstechnologien können die geplanten flächendeckend schnellen Breitband-Verbindungen in Deutschland möglich machen.
Wie wird Breitband-Internet definiert? Es gibt keine eindeutige Definition, was unter einem Breitband-Anschluss zu verstehen ist. Das führt immer wieder auch zu Schwierigkeiten bei der Interpretation von Statistiken. Für Verwirrung sorgt außerdem gern, dass Breitband-Anschlüsse auf den unterschiedlichsten Übertragungstechnologien beruhen können, etwa dem kupferkabelgebundenen DSL, den auf Glasfaser basierenden FTTC-, FFTB- und FFTH-Standards oder der drahtlosen mobilfunkgestützten Variante LTE. Laut UN ist ein Anschluss als Breitband zu werten, wenn seine Geschwindigkeit über dem höchsten ISDN-Standard liegt, also 1,5 bis 2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) übersteigt.

Wie ist die Lage hierzulande? In Deutschland waren Ende 2013 laut Bundesnetzagentur 28,7 Millionen Breitband-Anschlüsse in Betrieb. Damit waren etwa 70 Prozent aller Haushalte versorgt. Verfügbar wäre demnach für nahezu alle Haushalte (98 Prozent) eine Basis-Breitband-Versorgung mit 2 Mbit/s. Ein genauerer Blick auf die Anschluss-Statistik zeigt aber auch, dass etwa die Hälfte der Breitband-Nutzer in Deutschland weiterhin nur Übertragungsraten von weniger als 10 Mbit/s gebucht hat. Die Zielmarke von mindestens 30 Mbit/s erreichten laut Bundesnetzagentur nur knapp 16 Prozent aller Breitband-Anschlüsse. Zwischen Ballungszentren und ländlichen Gebieten ist das Gefälle groß.
Wo liegt Deutschland im Europavergleich? Deutschland liegt mit seiner leitungsgebundenen Breitband-Ab deckung nach dem aktuellen Digital Agenda Scoreboard der EU-Kommission im Mittelfeld an 13. Stelle. Malta, die Niederlande oder Belgien erreichen demnach eine Abdeckungsquote von 100 Prozent oder knapp darunter.

Die rot-rote Landesregierung sieht Brandenburg dank eines 94 Millionen Euro schweren Förderprogramms bereits einen Schritt weiter. In sechs Planungsregionen im Norden und Südwesten sind die Aufträge mittlerweile vergeben. Laut Verträgen darf das Land die Fördermittel zurückfordern, sollte das Ziel des Ausbaus nicht bis Ende 2015 erreicht werden. In der Prignitz und im Landkreis Oberhavel sollen Mitte September die ersten neu ausgebauten Anschlüsse übergeben werden.

„Die Landesregierung hatte uns schon für 2009 schnelles Internet für alle versprochen”, kritisierte Brandenburgs CDU-Chef und Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 14. September, Michael Schierack. "Fünf Jahre später sind aber noch immer viele Regionen regelrecht abgekoppelt." Die Landesregierung habe dem Thema keine Priorität beigemessen.

Die Wirtschaft sieht schnelles Internet als Standortfaktor. "Unsere Betriebe brauchen dringend den Ausbau, um wettbewerbsfähig zu bleiben", sagte Ralph Bührig, der Chef der Handwerkskammer Potsdam, dem RBB-Sender "Radio Eins". Es gebe gerade im Nordosten und Nordwesten noch viele Orte ohne schnelles Internet. Der Brandenburger Breitband-Atlas verzeichnet mehr als 10.000 Einträge von Haushalten und Unternehmen, die bisher vergeblich ihren Bedarf an schnellen Anschlüssen angemeldet haben.

Von Sascha Meyer, Klaus Peters und Bastian Pauly

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