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Brandenburg will Anti-Terror-Zentrum mit Berlin

Innenpolitik Brandenburg will Anti-Terror-Zentrum mit Berlin

Die Berliner Pläne für ein gemeinsames Anti-Terror-Trainingszentrum von Brandenburg, Berlin und der Bundespolizei kommen gut an in Brandenburg. Die Standortfrage ist noch ungeklärt, es gibt aber einen Favoriten. Auf dem Areal soll Häuserkampf geübt werden – Hintergrund ist die anhaltende Welle islamistischer Gewalt.

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Berliner Spezialkräfte üben an einem provisorischen Gebäude einen Zugriff. Diese Beamten sollen auch in Blumberg trainieren.

Quelle: Foto: Imago

Potsdam. Der Vorstoß der rot-rot-grünen Berliner Koalition zum Aufbau eines gemeinsamen Anti-Terror-Trainingszentrums für Polizei-Spezialkräfte aus Berlin, Brandenburg und vom Bund stößt in Brandenburg auf Zustimmung.

„Es ist absolut sinnvoll, dass Brandenburg, Berlin und der Bund die Köpfe zusammenstecken, um zur Terrorabwehr bessere Trainingsmöglichkeiten für die Polizei zu schaffen“, sagt Ingo Decker, Sprecher des Brandenburger Innenministeriums. Der Terror stelle die Polizei vor neue Anforderungen. Nicht nur die Spezialkräfte benötigten bessere Übungsanlagen, auch die regulären Streifenbeamten müssten geschult werden. Sie seien schließlich meist die Ersten an Terror-Tatorten. „Es wartet ja selten ein SEK hinter der nächsten Ecke“, so Decker.

Konkret geht es bei dem Anti-Terror-Zentrum um eine Kombination aus Übungsgebäuden – ähnlich einer Geisterstadt –, aus Seminarräumen und Unterkünften für die Fortbildungsteilnehmer. Eine Schießanlage gehört ebenso zu den Anforderungen, denn einige neue Polizeiwaffen können nicht mehr in alten Schießhallen benutzt werden, weil sie zu durchschlagskräftig sind – etwa das Sturmgewehr G 36 und die Maschinenpistole MP 7. Simulationstechnologie würde ebenfalls verbaut in einem Parcours. Insgesamt gilt das Vorhaben als teuer. Zahlen werden noch nicht genannt.

Decker dementierte, dass eine Standortentscheidung bereits gefallen sei. Das hatten Medienberichte vom Montag nahegelegt und den Stützpunkt der Bundespolizei in Blumberg (Barnim) genannt. Dort sind Beamte der Bundespolizei stationiert – unter anderem die Fliegerstaffel mit ihren Hubschraubern. Brandenburg nutzt den Standort ebenfalls als Basis für seine beiden Helikopter. Die Spezialeinheiten des Bundes (GSG9) sollen ebenfalls teilweise nach Blumberg verlegt werden. Mehrere Standorte würden jetzt geprüft, so der Ministeriumssprecher – konkret wollte er keinen nennen. Einen Eröffnungstermin könne man seriös ebenso wenig nennen. Das Berliner Kabinett will bis zur Sommerpause einen Beschluss herbeiführen.

Im Potsdamer Polizeipräsidium ist man begeistert über die Pläne. „Wir werden mit den Kollegen aus Berlin und vom Bund gemeinsam an Einsatzorten sein und trainieren das heute schon“, sagt Präsidiumssprecher Torsten Herbst. So übten die märkischen Spezialkräfte bereits mit den norddeutschen Bundesländern im so genannten „Nordverbund“. Einer Zentralisierung stehe man sehr offen gegenüber. Ausbildungskapazitäten würden dringend benötigt.

„Wir fordern schon länger, die Übungszentren neuen Lagen anzupassen“, sagt Andreas Schuster, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Eine gemeinsame Trainingsanlage sei sinnvoll, da die Kosten dann verteilt würden und die Einrichtungen besser ausgelastet werden könnte. „Man sollte generell überlegen, ob man alte Kasernen an private Immobilienunternehmen verkauft, damit die teure Wohnungen draus machen, oder ob man sie zu Übungszwecken der Polizei zur Verfügung stellt“, sagt Schuster.

Derzeit üben die Spezialkräfte des Landes auf verschiedenen Liegenschaften, etwa auf dem Bundeswehr-Truppenübungsplatz in Kloster Lehnin (Potsdam-Mittelmark). Dort kommt es immer wieder zu Verdruss, wenn NATO-Partner den Platz für Manöver nutzen wollen. Sie erhalten in der Regel den Vorzug vor den einheimischen Polizeikräften. Die müssen dann warten – mit einem polizeieigenen Trainingsgelände wären solche Sorgen passé.

Von Ulrich Wangemann

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