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Brandenburg will Forschungselite werden

Hochschulen Brandenburg will Forschungselite werden

Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam, sieht für die Landeshauptstadt Chancen bei der Exzellenzinitiative. Seit 2005 können Unis beim Bundesforschungsministerium Ideen zur Förderung einreichen. Dabei geht es um viel Geld.

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Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Potsdams Universitätspräsident Oliver Günther hält es für realistisch, dass nach 25 Jahren ihres Bestehen auch seine Einrichtung bei der nächsten Runde der bundesweiten Exzellenzinitiative zu den Gewinnern gehören kann. Spitzenforschung sei als Standortfaktor für Brandenburg wichtig. „Ich bin optimistisch, wenngleich der Wettbewerb hart wird“, sagt Günther. Mit der Biochemikerin Silke Leimkühler hat die Potsdamer Universität schon jetzt Teil an dem an der Technischen Universität (TU) Berlin ansässigen Exzellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat).

Eine von Bund und Ländern einberufene Expertenkommission hatte am Wochenende in ihrem Bericht Ende vergangener Woche gesagt, die seit zehn Jahren existierende Exzellenzinitiative habe eine neue Dynamik in das deutsche Hochschulsystem gebracht. Seit 2005 können Universitäten beim Bundesforschungsministerium Ideen für Zukunftskonzepte, Forschungsverbünde – sogenannte „Exzellenzcluster“ – und Graduiertenschulen einreichen. Dabei geht es bis einschließlich 2017 auch um viel Geld: Insgesamt 2,7 Milliarden Euro fließen an die im Wettbewerb erfolgreichen deutschen Hochschulen.

Das Wissenschaftsministerium in Potsdam schließt sich dem Lob des Wettbewerbs an. Brandenburg habe als Wissenschaftsstandort durch die Exzellenzinitiative „eindeutig gewonnen“, sagt Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (SPD). Das Interesse internationaler Studierender und Wissenschaftler sei „in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen“. Brandenburg selbst beteiligt sich finanziell an Exzellenzclustern im eigenen Land mit 25 Prozent der Kosten. Damit fließen derzeit jährlich rund 120000 Euro zusätzlich an märkische Hochschulen.

Die BTU Cottbus-Senftenberg profitiert schon von Förderung

Direkt davon profitiert auch die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg. Sie ist mit dem Fachgebiet „Darstellungslehre“ des Architekten Dominik Lengyel noch bis 2017 an der zweiten Phase des Exzellenzclusters „Topoi – Die Formation und Transformation von Raum und Wissen in den antiken Kulturen“ beteiligt. Dieses erforscht unter der Leitung der Humboldt-Universität (HU) Berlin alte Kulturen des vorderen Orients, des Mittelmeerraumes und des Schwarzmeerraumes.

Zustimmung kommt auch von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), obwohl sie mit ihrem Antrag für ein Exzellenzcluster nicht erfolgreich war. „Die Initiative hat immerhin dazu geführt, dass wir einen fakultätsübergreifenden Antrag formuliert und zu diesem Thema gefunden haben“, sagt Grün. Seit dem Antrag seien zahlreiche interessante Forschungsprokelte entstanden.

Kritik kommt von der mit der SPD in der Landesregierung sitzenden Linkspartei. Die Abgeordnete Isabelle Vandré fordert, die Exzellenzinitiative zu beenden und die Mittel dem gesamten Hochschulsystem zukommen zu lassen. „Anstelle einer Förderung von wenigen elitären Leuchttürmen fordern wir einen Ausbau der sozialen Infrastruktur an allen Hochschulen“, so Vandré. Das Wissenschaftsministerium hält das für eine „Meinung“ die „auszuhalten und zu diskutieren“ sei.

Von Rüdiger Braun

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