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Brandenburg will Handys im Unterricht erlauben

Digitalisierung Brandenburg will Handys im Unterricht erlauben

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) macht sich dafür stark, dass Schüler ihre Smartphones zu Unterrichtszwecken im Klassenzimmer nutzen dürfen. Jugendliche aus sozial schwächeren Familien dürften dabei nicht benachteiligt sein.

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Unterricht mit Handy und Tablet könnte in der Schule bald Alltag sein.

Quelle: dpa

Potsdams. Brandenburgs Schüler sollen künftig ihre eigenen Smartphones und Tablets auch im Unterricht nutzen dürfen. Das fordert Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). „Nicht in der Grundschule, aber zumindest in den weiterführenden Schulen sollten Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Geräte im Unterricht nutzen dürfen“, sagte Ernst der MAZ. Das Prinzip „Bring your own device“ (Bring dein eigenes Gerät mit) habe viele Vorteile. „Ich glaube, dass es weder dem Bund noch den Ländern gelingt, Schulen alle zwei bis drei Jahre mit neuen Endgeräten auszustatten. Das ist auch nicht notwendig, denn die meisten Kinder und Jugendlichen haben Handys oder Tablets.“

Zuvor hatte bereits der Landesschülerrat gefordert, dass Jugendliche ihre Smartphones künftig im Unterricht nutzen dürfen. Es gehe darum, Schulen für die Zukunft medienfit zu gestalten und Lösungen zu finden, wie Tablets und Handys sinnvoll etwa beim Bearbeiten von Texten eingesetzt werden können. Auch Elternverbände hatten gefordert, dass mobile Endgeräte als Lernmittel eingesetzt werden dürfen.

Die Schulen entscheiden, ob Handys verboten sind

Brandenburgs Schulen sind grundsätzlich frei in der Wahl ihrer Lehrmittel. Bislang kann jede Schule selbst entscheiden, ob sie die Nutzung privater digitaler Geräte gestattet oder nicht. Laut Bildungsministerium ist noch offen, ob das Schulgesetz nun geändert werden muss oder nicht.

Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut erprobt derzeit mit 27 Pilotschulen die Möglichkeit, Lern- wie Lehrmaterialien online in der sogenannten „Schul-Cloud“ anzubieten. Jeder Schüler und Lehrer kommt mit dem Smartphone, Laptop oder Tablet auf die Inhalte dieser Cloud. „Welche Geräte im Unterricht dann letztlich genutzt werden, darüber entscheiden die Lehrkräfte, die Schulleiter, die Schulträger und die Politik“, sagt HPI-Direktor Christoph Meinel.

Sozial schwächere Familien sollen unterstützt werden

Der HPI-Chef begrüßt aber, dass Digitalisierung im Koalitionsvertrag von CDU und SPD eine sehr starke Rolle spielt. Wenn digitale Medien ein fester Bestandteil der schulischen Ausbildung sein sollen, bräuchten Schulen eine zukunftssichere IT-Infrastruktur, so Meinel. „Ich freue mich daher, dass der Koalitionsvertrag gemeinsame Cloud-Lösungen für Schulen vorsieht.“ Kritik übt der HPI-Direktor daran, dass noch immer nicht alle Voraussetzungen erfüllt sind, damit Schüler und Lehrer einen virtuellen Lernspeicher nutzen können. So verfügten viele Schulen auch im Jahr 2017 noch nicht über einen Breitband-Internetzugang. „International ist das sehr peinlich. Hier brauchen wir jetzt keine Sonntagsreden mehr, sondern dringend einen Zeitplan mit klaren Zielvorgaben.“

Brandenburgs Bildungsministerin hatte erst kürzlich eine Digitaloffensive gestartet. Märkische Schulen können sich jetzt um Investitionen in Computertechnik und WLAN bewerben. Dass Schüler benachteiligt werden, die sich bestimmte Geräte nicht leisten können, will Ernst verhindern. „Natürlich müssen Schulen jene Familien unterstützen, die aus finanziellen Gründen ihren Kindern keine Handys kaufen können oder es auch nicht wollen. Aber auch das wird in der Praxis kein Problem sein“, so die Ministerin.

Von Diana Bade

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