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Brandenburg Brandenburg will besser für Feuerwehrleute sorgen
Brandenburg Brandenburg will besser für Feuerwehrleute sorgen
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00:19 10.09.2017
Feuerwehrleute auf der Autobahn. Quelle: Julian Stähle (Symbolbild)
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Potsdam

Ehrenamtliche Feuerwehrleute und ihre Angehörigen sollen gegen die Folgen von schweren Dienstunfällen finanziell besser abgesichert werden. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) will als Reaktion auf den Lastwagenunfall vom Dienstag, bei dem zwei Feuerwehrleute auf der A 2 starben, „eine Gleichbehandlung von Haupt- und Ehrenamtlern bei der Versorgung sicherstellen“, wie sein Sprecher Ingo Decker am Mittwoch sagte. Eine Gesetzesänderung werde geprüft.

Die beiden Getöteten – 28 und 38 Jahre alt – waren zum Zeitpunkt des Autobahnunglücks für die Freiwillige Feuerwehr Lehnin (Potsdam-Mittelmark) im Einsatz. Ein Lastwagen war in eine gesicherte Unfallstelle gerast, wo die Feuerwehr gerade einen Verletzten barg.

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Ein Trümmerhaufen auf der A2 am Dienstagmorgen.

Ehrenamtliche Wehrleute sind zwar bei der Feuerwehr-Unfallkasse angemeldet, Beamte und deren Familien erhalten aber wesentlich höhere Leistungen im Fall von Invalidität, Berufsunfähigkeit oder Tod. „Angehörige von Beamten erhalten im Todesfall weiter Ruhestandsbezüge, was bei Kameraden der freiwilligen Wehren nicht der Fall ist – dabei machen sie dieselbe Arbeit“, sagt Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD). Eine Ausweitung der Versorgungsansprüche auf die freiwilligen Wehren sei deshalb dringend erforderlich. Nicht selten seien es gerade die Ehrenamtler, die besonders oft zu gefährlichen Einsätzen ausrückten.

„Die Lehniner Wehr ist fast jeden zweiten Tag auf der Autobahn“, sagte Blasig. Allgemein würden die riskanten Autobahneinsätze im Land Brandenburg meist von Ehrenamtlern abgedeckt. Das Unglück von Dienstag habe exemplarisch aufgezeigt, wie ungerecht die derzeitige Versorgungsregelung sei, so Blasig.

Einer der Getöteten, der Leiter der ehrenamtlichen Ortswehr, gehörte hauptberuflich jedoch der Berufsfeuerwehr Potsdam an. In Brandenburg gibt es etwas mehr als 600 hauptberufliche Feuerwehrleute – vor allem in den großen Städten. Daneben sind 38 000 freiwillige Feuerwehrleute gemeldet, aber ihre Zahl sinkt seit Jahren deutlich.

Feuerwehrverband fordert weitere Konsequenzen

Während Kriminaltechniker und Fahrzeugexperten nach der genauen Unfallursache suchen, hat der Feuerwehrverband weitere Konsequenzen aus dem Unglück geforner-Siegwart Schippel. Lastwagen müssten mit Abstandswarngeräten ausgestattet werden. „Die Technik existiert. Sie warnt den Fahrer auch, wenn er aus der Spur fährt“, erläuterte Schippel. „Die Spediteure müssen nun verpflichtet werden, ihre Fahrzeuge nachzurüsten.“

Werner-Siegwart Schippel. Quelle: dpa

Immer wieder sei zu beobachten, dass viele Fernfahrer in den Lastwagen-Konvois viel zu dicht auffahren. Verstöße müssten hier schärfer geahndet werden, forderte Schippel. Generell müsse man angesichts einer prognostizierten Zunahme des Schwerlastverkehrs über Tempolimits auf weiteren Autobahnabschnitten nachdenken.

Nach Einschätzung von Heinz Rudolph, Leiter der Feuerwehrschule Eisenhüttenstadt (Oder-Spree), sind Lastwagenunfälle auf den Straßen des Landes mittlerweile „auf der Tagesordnung“. Gerade der Einsatz auf den Autobahnen sei besonders gefährlich. Für konkrete Schlussfolgerungen aus dem aktuellen Unglück sei es aber noch zu früh, so Rudolph.

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