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Brandenburg Brandenburg will gemeinsames Sozialticket mit Berlin
Brandenburg Brandenburg will gemeinsames Sozialticket mit Berlin
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11:08 18.02.2018
Brandenburgs Landtag führte 2008 als erstes Bundesland das Sozialticket ein. Quelle: ZB
Potsdam

Zweieinhalb Jahre nach einer gescheiterten Initiative unternimmt Brandenburg einen Neuanlauf für ein länderübergreifendes Sozialticket im Nahverkehr mit Berlin. Derzeit werde eine neue Anfrage vorbereitet, teilte das Verkehrsministerium auf Anfrage der Linksfraktion im Potsdamer Landtag mit. Brandenburg hatte das Sozialticket als bundesweit erstes Flächenland im September 2008 eingeführt. Einkommensschwache, Empfänger von Sozialleistungen, Arbeitslose und Asylbewerber können damit eine Monatskarte für Fahrten mit Bussen, Bahn und Straßenbahnen in Brandenburg zum halben Preis erwerben.

Fahrt durch Berlin zum Vollpreis

Das Sozialticket gilt für bis zu drei Landkreise in Kombination mit einer kreisfreien Stadt oder nur für einen Ort mit Stadtlinienverkehr. Anspruchsberechtigt sind auch Mitglieder von sogenannten Bedarfsgemeinschaften. Wer nach Berlin fahren will, muss bislang jedoch einen Ergänzungsfahrschein oder eine zusätzliche Monatskarte kaufen. Viele Orte in Brandenburg sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln allerdings nur mit der Durchquerung Berlins zu erreichen. Einkommensschwache Brandenburger müssen daher bei einer Fahrt nach oder durch Berlin den vollen Fahrpreis bezahlen.

Bevor Brandenburg die damals Mobilitätsticket genannte Vergünstigung für Einkommensschwache landesweit startete, gab es seit August 2007 im Landkreis Dahme-Spreewald bereits ein Sozialticket für den Busverkehr. Im Januar 2007 folgte der Landkreis Teltow-Fläming. Für Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Asylbewerber ermäßigte sich damit der normale Fahrpreis im Tarif des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) um die Hälfte.

Sozialticket immer stärker nachgefragt

Bisher gelang es nicht, eine länderübergreifende Sozialregelung mit Berlin zu vereinbaren. Eine entsprechende Initiative Brandenburgs von Juli 2015 wies Berlin unter anderem mit voraussichtlichen Kosten für Ausgleichsbeträge an die regionalen Verkehrsunternehmen von zwei bis fünf Millionen Euro pro Jahr zurück. Vorrangiges Ziel sei es aber, das 2005 eingeführte Berliner Sozialticket ohne Leistungseinschränkungen und deutliche Preiserhöhungen weiter anbieten zu können. Daher könne dem Brandenburger Wunsch „derzeit“ nicht entsprochen werden, hieß es.

In Brandenburg wird das Sozialticket derweil immer stärker nachgefragt - obwohl die Zahl der nach der amtlichen Statistik berechtigten Menschen abgenommen hat. Gab es laut Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg 2006 noch rund 375 600 Berechtigte für ein verbilligtes Monatsticket, waren es zehn Jahre später nur noch 268 400. Die Anzahl der Monatskarten stieg dagegen von rund 18 000 im September 2008 auf 173 000 im Jahr 2016.

Von MAZonline/dpa

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