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Brandenburg Brandenburg will keinen Gen-Mais
Brandenburg Brandenburg will keinen Gen-Mais
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20:32 11.02.2014
Quelle: dpa
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Potsdam

Im Rat der Europäischen Union (EU) scheiterte am Dienstag das Votum gegen die Anbau-Genehmigung, obwohl sich die Mehrheit der EU-Minister der Mitgliedsstaaten gegen den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft aussprach.

Wegen unterschiedlicher Auffassungen in der schwarz-roten Regierungskoalition enthielt sich Deutschland in der Abstimmung. Nun liegt die Entscheidung bei der EU-Kommission, die zuvor angekündigt hatte, die Genmaissorte 1507 zuzulassen.

In Brandenburg stößt die unklare Haltung der Bundesregierung auf Kritik. Die Sprecherin von Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Anita Tack (Linke), Alrun Kaune-Nüßlein, bekräftigte das brandenburgische Nein zu Gentechnik im Agrarsektor. Der Landtag Brandenburg habe sich „eindeutig positioniert“, erklärte Kaune-Nüßlein. Der Beschluss „Gentechnikfreie Landwirtschaft in Brandenburg stärken“ aus dem Jahr 2011 sei weiterhin gültig. Laut Umfragen lehnen vier von fünf Deutschen gentechnisch veränderte Pflanzen in der Landwirtschaft ab.

Die märkischen Bauern sind skeptisch angesichts der bevorstehenden Genmais-Zulassung. „Wegen der unklaren rechtlichen Konsequenzen raten wir Landwirten vom Anbau ab“, sagte Udo Folgart vom Landesbauernverband. Noch deutlicher äußerte sich der Bauernbund Brandenburg. Die Enthaltung der Bundesregierung sei ein „politisches Armutszeugnis“, erklärte Geschäftsführer Reinhard Jung.

„Erfahrungen zeigen, dass uns die grüne Gentechnik keinen ackerbaulichen Fortschritt bringt“, sagte Jung. Stattdessen würden manipulierte Pflanzen besonders widerstandsfähige Schädlinge und Unkräuter hervorrufen, derer die Landwirte kaum Herr werden könnten. Zudem gerieten kleine und mittelständische Bauern in die Abhängigkeit globaler Großkonzerne, da gentechnisch veränderte Pflanzen patentrechtlich geschützt sind.

Die rot-schwarze Bundesregierung ist in der Frage nach grüner Gentechnik gespalten. Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kündigte am Dienstag an, den Anbau von Genmais in Deutschland mit regionalen Ausnahmeklauseln verhindern zu wollen. Unterstützt wird er von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Das von Johanna Wanka (CDU) geführte Bundesforschungsministerium plädiert hingegen für die weitere Erforschung grüner Gentechnik.

Die Genmaissorte 1507 ist gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat resistent und produziert ein Insektengift zum Schutz gegen den Maiszünsler. Naturschützer befürchten jedoch negative Folgen für andere Insekten.

Von Bastian Pauly

Unheimlich

Kommentar von Antje Schroeder

Die grüne Gentechnik auf dem Acker ist vielen Menschen zu Recht unheimlich. Schließlich bestreiten auch die Befürworter nicht, dass sich die veränderten Gene in Nachbarpflanzen einkreuzen können. Auch wenn bisher negative Auswirkungen nicht belegt sind, ist unklar, wie sich der Evolutions-Turbo langfristig auf Insekten, Bienen, Wildtiere oder Böden auswirkt.

Deshalb ist es bedauerlich, wenn in der EU nun die Zeichen auf eine Öffnung gegenüber der Gentechnik auf dem Acker stehen. Denn die bevorstehende Zulassung für die Genmaissorte 1507 des US-Herstellers Dupont Pioneer dürfte erst der Anfang sein. Die Agrarkonzerne machen mächtig Druck auf die EU, ihre restriktive Haltung aufzugeben. Fraglich ist auch, ob Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ein nationales Verbot durchsetzen kann.

Bislang haben die Verbraucher hier erfolgreich ihre Macht demonstriert. In Deutschland lehnen 88 Prozent die genveränderte Maissorte ab.

Schon heute aber können die Verbraucher der Gentechnik auf dem Teller nicht komplett entgehen. So dürfen Tiere mit Genmais gefüttert werden – sofern das Produkt nicht direkt gentechnisch veränderte Zutaten enthält, müssen Milch, Fleisch und Eier nicht speziell gekennzeichnet werden. Wenn die EU die Anbauregeln lockert, sollten deshalb zumindest die Kennzeichnungsvorschriften verschärft werden.

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