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Brandenburg wird wieder Bierland

Brauen in Brandenburg Brandenburg wird wieder Bierland

Zum 500. Jubiläum des Deutschen Reinheitsgebots präsentiert sich Brandenburg wieder als Bierland. Nachdem mit der Wende viele märkische Brauereibetriebe untergingen, wird inzwischen wieder an mehr als 20 Standorten Bier gebraut.

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Potsdam. Pünktlich zum 500. Jubiläum des Deutschen Reinheitsgebots präsentiert sich Brandenburg wieder als Bierland. Nachdem mit der Wende viele märkische Brauereibetriebe untergingen, wird inzwischen wieder an mehr als 20 Standorten Bier gebraut, erklärte Jörg Kirchhoff, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien. Daneben gibt es noch mit der Frankfurter Brauerei, der Klosterbrauerei Neuzelle und der Schlossbrauerei Fürstlich Drehna drei Großbetriebe. Der Trend gehe aber klar zu regionalen Produkten, individuell und handwerklich gebrauten Bieren, so Kirchhoff, der selbst in Potsdam die florierende Braumanufaktur Forsthaus Templin betreibt.

Brandenburg folgt dabei einem bundesweiten Trend. Die Zahl der Brauereien in Deutschland nimmt weiter zu. Innerhalb der letzten zehn Jahre stieg die Zahl von 1281 (2005) um 107 auf heute bundesweit 1388 Brauereien, meldete der Deutsche Brauer-Bund. Und dass, obwohl der Pro-Kopf-Konsum seit Jahren sinkt. Aktuell liegt er bei 104 Litern pro Jahr. Mittlerweile sind rund 50 Prozent der angemeldeten Betriebe sogenannte „Mikrobrauereien“ mit einem Jahresausstoß bis 1000 Hektoliter.

120 Mitarbeiter beschäftigen die Kleinbetriebe in der Mark, ihr Marktanteil liegt gemessen am Gesamtausstoß bei sechs Prozent. Das ist doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt.

Gut laufen die Geschäfte etwa für den Biersommelier Olaf Wirths, der unter anderem in Finsterwalde (Elbe-Elster) produziert. Er plant demnächst eine neue Brauerei in Cottbus, um an die reiche Brautradition der Stadt anzuknüpfen, wo 1385 erstmals urkundlich die Herstellung von Gerstensaft erwähnt wurde. 1992 musste dort die Merkur-Brauerei schließen, die zu DDR-Zeiten einen Ausstoß von 80 000 Hektolitern Bier im Jahr verzeichnete.

Die Klein- und Gasthausbrauer wollen mit ausgefallenen Kreationen einen Gegenpol zu den Geschmacksnormen der Großproduzenten setzen, wie etwa Gernot Brätz von der Bräuhauskneipe Pur im Brandenburger Ortsteil Plaue, der seinen Gästen Spezialitäten wie Honigbier, Indian Pale Ale, Wacholder- und Rauchbier kredenzt. Der Wandlitzer Brauhauschef Jörg Gottfried setzt dabei auch auf ökologische Lagerung. „Bei uns lagert das Weizenbier in Fässern auf dem Boden des Wandlitzsees, um die Lagerzeit so zu nutzen, dass wir wenig Strom brauchen und nachhaltig unser Bier kühlen“, erklärte er.


Info: Am 23. und 24. April präsentieren sich Brandenburgs Brauer bei einem Bierfest auf dem Potsdamer Luisenplatz. Die MAZ wird die neue Vielfalt der märkischen Braukultur in einer Serie vorstellen.

Lesen Sie auch: Made in Brandenburg: Heymische Braukunst | Prost! Bald gibt’s Bier aus Cottbus

Von Torsten Gellner

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