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Brandenburg Brandenburg echt anziehend: Immer mehr ziehen von West nach Ost
Brandenburg Brandenburg echt anziehend: Immer mehr ziehen von West nach Ost
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00:22 02.02.2019
Brandenburg liegt im innerdeutschen Zuwanderungstrend. Quelle: Martina Berg - stock.adobe.com
Potsdam

Nach der Wende zogen viele junge Brandenburger in den Westen, nahmen dort Jobs an und wurden sesshaft. Jetzt liegt offenbar ein Umzug aus dem Westen nach Ostdeutschland im Trend: Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung sind im Jahr 2017 mehr Menschen von Westdeutschland in die ostdeutschen Länder gezogen. Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung betrug das Plus für die fünf ostdeutschen Bundesländer ohne Berlin rund 4000 Menschen. Beziehe man Berlin mit ein, ergäbe sich sogar ein Überschuss von 13 000 Personen.

Auch immer mehr Brandenburger zieht es zurück in ihre alte Heimat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes zogen 14 190 Menschen im Jahr 2017 aus den alten Bundesländern in die Mark. Doch nur 12 333 Märker und Märkerinnen packten im selben Jahr die Umzugskisten, um in eines der neuen Bundesländer zu ziehen. Das macht ein Bevölkerungsplus von 1 857.

Das Umland gewinnt, die Peripherie verliert.

Dass sich die Wanderungsbilanz in den vergangenen Jahren in Ostdeutschland verbessert hat, beobachtet auch Manuel Slupina vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung seit einigen Jahren. Als einen Grund nennt er die zunehmende Attraktivität größerer Städte. „Im Osten sind es vor allem Großstädte wie Potsdam oder Leipzig, die als Wachstumsmotoren gelten“, sagt der Demografieforscher. „Brandenburg profitiert dabei von seiner Nähe zur Hauptstadt.“ So mache sich der Zuwanderungstrend in erster Linie in den Städten und Gemeinden 40 Kilometer rundum Berlin bemerkbar. „Junge Familien zieht es ab Anfang 30 in den Speckgürtel“, erklärt der Bevölkerungsforscher. Weniger profitieren würden ländlichere Regionen fern ab der Hauptstadt: Das Umland gewinnt, die Peripherie verliert.

Dass vor allem junge Brandenburger kurz nach der Wende in Richtung Westen abgewandert sind, zeige sich heute noch in der demografischen Entwicklung. Die Alterung der Bevölkerung ist fortgeschritten und es mangelt an Nachwuchs. In Brandenburg sterben noch immer mehr Menschen als neu auf die Welt kommen. „Das Bundesland ist auf die Zuwanderer angewiesen, um diese Lücke zu schließen und damit die Bevölkerung stabil bleibt,“ so der Bevölkerungsstatistiker.

Comeback in Brandenburg

Viele Rückkehr-Initiativen und -Netzwerke werben mit ihren Kampagnen dafür, dass Menschen, die in Brandenburg geboren, dann aber weggezogen sind, wieder an ihre früheren Wohnorte ziehen. Nachdem jahrelang Ostdeutsche in den Westen zogen, verzeichnen auch sie einen gegenteiligen Trend. Das gestiegene Rückkehr-Interessen sei vor allem mit der guten wirtschaftlichen Situation zu erklären, sagt Sandra Spletzer, Projektkoordinatorin des Rückkehr-Netwerks „Ankommen in Brandenburg“. „Es gibt wieder mehr Arbeitsplätze auf dem platten Land.“ Ein Beispiel sei der Landkreis Elbe-Elster in Südbrandenburg. Seit dem Jahr 2016 habe sich die Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten freien Stellen mehr als verdoppelt. „Das zieht manchen an.“

Doch auch andere Gründe spielen eine Rolle: Die Pflege der Eltern, Erbschaften von Häusern, die Nähe zu den Enkelkindern oder bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten spielten beim Umzug von West nach Ost eine Rolle. „Für ihre Sehnsüchte zu den kulturellen Wurzeln zurückzukehren, nehmen die Menschen auch Abstriche in Kauf“, erklärt Spletzer. So habe eine Umfrage des Netzwerks zu Rückkehr und Zuzug in den Städten Wittstock, Guben und Finsterwalde ergeben, dass Rückkehrer nach ihrem Zuzug Gehaltseinbußen, eine interessante Arbeit oder die Erwerbstätigkeit des Lebenspartners hingenommen haben, um an ihren Heimatort zurückzukehren.

Die Jungen ziehen weiter raus

Auch wenn laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung die lange anhaltende Tendenz der Ost-West-Wanderung gestoppt ist, gebe es bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren allerdings unter dem Strich noch Wanderungsverluste. Außerdem gebe es erhebliche regionale Unterschiede von Wanderungsgewinnern und -verlierern: Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen positive Wanderungssalden. Hingegen verlassen immer noch mehr Menschen Sachsen-Anhalt und Thüringen in Richtung Westen als umgekehrt.

Von Diana Bade

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