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Brandenburg „Wärmewende“ für besseren Klimaschutz
Brandenburg „Wärmewende“ für besseren Klimaschutz
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01:15 13.09.2018
Eine Photovoltaikanlage auf dem Hausdach produziert Strom. Damit dieser nach Bedarf genutzt werden kann, sind Solarspeicher nötig. Quelle: dpa
Cottbus/Potsdam

Beim gesamten Energieverbrauch wird der Wärmebereich oft unterschätzt: Er liegt bundesweit bei über 50 Prozent. Mit Folgen für die Umwelt: Etwa ein Viertel des gesamten Kohlendioxid-Ausstoßes in Deutschland geht nach Expertenschätzung auf das Konto des Wärmesektors, auf den diesmal der jährliche Brandenburger Energietag den Fokus legte, der am Montag in Cottbus stattfand.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) rechnete vor, dass angesichts des enormen Wärmebedarfs von Wohngebäuden, Büroimmobilien und Industriebetrieben auch das Einsparpotenzial dafür groß sei. Deshalb sei die energetische Gebäudesanierung so wichtig. „Wenn wir Gebäude nach neuesten technischen Standards dämmen und Heizungen und Warmwasserbereitung optimieren, sinkt der Energieverbrauch beträchtlich“, sagte Gerber. Viel Energie könnte auch gespart werden, wenn neue Häuser energieeffizient gebaut würden.

„Energiewende ist mehr als Stromwende“

Vor dem Hintergrund der momentan heftigen Debatte über einen Ausstieg aus der Braunkohle war Gerbers Botschaft: Die Energiewende dürfe nicht nur als „Stromwende“ angesehen werden. Die Stromnutzung mache schließlich lediglich ein Fünftel des gesamtdeutschen Energiebedarfs aus. „Die Energiewende ist mehr als eine Stromwende“, betonte er.

Gerber warb dafür, erneuerbare Energien bei der Wärmeversorgung besser zu nutzen. Zudem sei die Kraft-Wärme-Kopplung eine gute Möglichkeit Energie einzusparen. Zurzeit stammten 14 Prozent der in Deutschland produzierten Wärme aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Dieser Anteil könne gesteigert werden. „Die gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme ist ein vielversprechender Ansatz“, so Gerber.

Mit Hochdruck arbeite die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg an neuen Lösungen für die „Energieversorgung von morgen“, betonte Vizepräsidentin Prof. Katrin Salchert. Dazu gehörten neue Speichertechnologien und Projekte zur energetischen Sanierung bestehender Baukultur und zum energieeffizienten Bauen.

Die Grünen im Landtag forderten die Landesregierung auf, die Wärmewende endlich konsequent anzupacken. Nötig sei ein Klimaschutzgesetz, in dem verpflichtende Einsparziele für die öffentliche Verwaltung festgelegt werden, sagte die Abgeordnete Heide Schinowsky. Sie hielt Minister Gerber vor, die Wärmewende nicht als Schwerpunkt-Thema gesehen zu haben. Gerber wird am 19. September seinen Posten aus persönlichen Gründen nach vier Jahren abgeben. Nachfolger wird BTU-Präsident Jörg Steinbach.

Preise für Energieeffizienz verliehen

Den diesjährigen, zum dritten Mal verliehenen Brandenburger Energieeffizienzpreis erhielt ein Supermarkt: Nahkauf in Fahrland (Potsdam-Mittelmark). Dem knapp 1000 Quadratmeter großen Markt gelang es, Strom zu sparen – trotz der Erweiterung seines Angebots an gekühlten Waren Strom zu sparen. Die Energiekosten konnten um ein Drittel reduziert werden.

Ein Sonderpreis ging an die Firma deematrix Energiesysteme in Fürstenwalde (Oder-Spree) für den zum Patent angemeldeten Langzeitenergiespeicher eTank. Dieser speichert überschüssige Sonnenwärme im Sommer, die im Winter durch eine Sole-Wasser-Wärmepumpe genutzt werden kann.

Von Igor Göldner

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