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Brandenburg Brandenburger Forscher streben nach Exzellenz
Brandenburg Brandenburger Forscher streben nach Exzellenz
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19:09 26.08.2016
Bodo Bookhagen vom Institut für Erd- und Umweltwissenschaften koordiniert die Exzellenzinitiative der Universität Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Brandenburger Forscher streben erneut nach bundesweiter Exzellenz. Seit Jahrzehnten gilt Potsdam als ein internationales Zentrum der Wissenschaften rund um den Planeten Erde als Ganzes. Die Anfänge der Forschung hier gehen auf das Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Geodätischen Institut auf dem Telegrafenberg zurück. In rund zwei Jahren soll sich diese Tradition in zweistelligen Millionensummen aus Bundestöpfen für die geowissenschaftliche Forschung in der Region auszahlen. Die Universität der Landeshauptstadt unternimmt einen erneuten Anlauf, Zentrum eines sogenannten Exzellenz-Clusters zur Förderung der Spitzenforschung in Zukunftsprojekten zu werden.

Gemeinsames Zukunftsthema: Geo-Bio-Interaktion

„Wir haben ein gebündeltes, richtungsweisendes Konzept und auch die nötige Infrastruktur“, sagt der Koordinator der Initiative rund um das Institut für Erd- und Umweltwissenschaften der Uni Potsdam, Bodo Bookhagen. Der Ausbau von Forschungseinrichtungen auf dem Telegrafenberg und in Golm sei nahezu „explodiert“. Partner des geplanten Netzwerkes sollen die Biowissenschaften der Universität, das Geoforschungszentrum (GFZ), das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das Alfred-Wegener-Institut (AWI) auf dem Telegrafenberg, drei Berliner Hochschulen sowie das Naturkundemuseum der Bundeshauptstadt sein. Gemeinsames Zukunftsthema ist die sogenannte Geo-Bio-Interaktion, das die Verbündeten schon im geowissenschaftlichen Kompetenznetzwerk „Geo.X“ eint.

Es geht darum, wie Dynamiken in der Erdoberfläche und den oberen äußeren Schichten des Globus die Landschaftsentwicklung unter anderem im Hinblick auf die Zukunft der Agrarwirtschaft prägen. „Wir analysieren also, wie sich etwa Klima, Erdbeben, Vulkantätigkeit, Erdeinbrüche und Erosion sowie pflanzliche Verwitterungen auf die äußere Gestalt im Laufe von Jahrhunderten und Jahrtausenden auswirken“, fasst Bookhagen zusammen. Auch die Änderungen im Kohlenstoff-Haushalt der Böden und damit der Treibhausgas-Ausstoß im Zuge der Erderwärmung sowie biochemische Prozesse werden Themen sein.

Ein Leuchtturm der Wissenschaftslandschaft

Insgesamt geht es um 50 Millionen Euro vom Bund für die sonst oft aus Länderkassen finanzierte Forschung. „Wir hoffen, bei der nächsten Runde zum Zug zu kommen“, sagt Universitätspräsident Oliver Günther. Auch Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) sieht die Hochschule als „Leuchtturm der Wissenschaftslandschaft“, der „gute Voraussetzungen für kommende Herausforderungen“ wie die Exzellenzinitiative habe. Bisher waren brandenburgische Hochschulen mit Anträgen zu Forschungsverbünden und Exzellenz-Clustern gescheitert. Allerdings ist die Universität Potsdam zurzeit noch an einem entsprechenden Netzwerk „UniCat“ unter Federführung der TU Berlin zur effizienteren Nutzung von Energie- und Materialreserven beteiligt.

Bookhagen, der seit rund zwei Jahren am Institut ist und zuvor in den USA tätig war, rechnet bei der Bewerbung mit starker Konkurrenz: Letztlich würden rund 200 Anträge für 40 bis 50 Förderungen vorliegen. Die Erstbewerbungen sollen im April 2017 da sein. Der Antrag für Brandenburg-Berlin wird von einem Gremium von sieben Vertretern der einzelnen Institute ausgearbeitet.

Exzellenzinitiative in Deutschland

Die Exzellenzcluster als Netzwerke von Forschungseinrichtungen, die sich einem Zukunftsthema widmen, sind Bestandteil der Exzellenzinitiative, die 2004 noch von der damaligen Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) konzipiert wurde. Ziel war der Forschungslandschaft in Deutschland mit knapp zwei Milliarden Euro Bundesmitteln verteilt über vier Jahre einen kräftigen Schub zu geben.

Das Gesamtbudget der zur Verfügung stehenden Mittel wurde inzwischen noch ausgeweitet. Weitere Bestandteile sind Zukunftskonzepte, deren Ausbau sich einzelne Hochschulen verschrieben haben und Graduiertenschulen zur besseren Ausbildung von Doktoranden.

In den bislang drei Runden zur Auswahl von Exzellenzclustern mit ihren Zukunftsprojekten ist noch kein Netzwerk auserkoren worden, dessen Federführung bei einer Forschungseinrichtung in Brandenburg liegt. Dieses Schicksal teilt die Mark mit den meisten anderen neuen Bundesländern.

Nur die Technische Universität Dresden in Sachsen wurde in Ostdeutschland bisher für ein Cluster ausgewählt. Für die Uni Potsdam blieb bislang nur die Beteiligung in einem von einer Berliner Hochschule koordinierten Netzwerk.

Von Gerald Dietz

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