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Brandenburg Brandenburg setzt auf 8-Stunden-Arbeitstag
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08:27 24.07.2015
Nur im Ausnahme Ausnahmefall erlaubt das Gesetz Arbeitszeiten von bis zu zehn Stunden am Tag. Quelle: dpa
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Potsdam

Tag und Nacht in Rufbereitschaft für den Chef: Der Vorstoß der Arbeitgeber-Verbände, den Acht-Stunden-Tag abzuschaffen, stößt bei Politik und Arbeitnehmervertretern auf Kritik „Mir ist nicht bekannt, dass flexible Arbeitszeitmodelle an den vorgegebenen Grenzen des Arbeitszeitgesetzes gescheitert wären“, sagte Brandenburgs Arbeitsministerin Diana Golze der MAZ. Die gesetzlichen Regelungen hätten sich bewährt. „Die Behauptung, dass eine starre Arbeitszeit festgelegt wäre, entbehrt jeder Grundlage.“

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Nach dem Arbeitszeitgesetz von 1994 dürfen Arbeitnehmer an Werktagen nur acht Stunden arbeiten. Arbeitgeber fordern nun jedoch, dass dieser Acht-Stunden-Arbeitstag aus dem Gesetz gestrichen und durch eine maximale wöchentliche Arbeitsstundenfestlegung mit flexibeleren Tageszeiten ersetzt wird.

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Gewerkschafter sehen in dem Ruf nach mehr Flexibilisierung Arbeitnehmerrechte bedroht. Sie warnen vor ständiger Verfügbarkeit und unbezahlter Mehrarbeit. „Das lehnen wir ab“, sagte die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, der MAZ. Stattdessen mahnte sie an, die wachsenden technischen Möglichkeiten zu einer korrekten Zeiterfassung einzusetzen. Flexible Modelle seien dagegen längst Realität, sagte die DGB-Regionalchefin mit Blick auf Rufbereitschaft, Nachtarbeit und geteilte Dienste. Die IG Metall verurteilte den Vorstoß der Arbeitgeber als „durchsichtigen Versuch, Schutzrechte abzubauen“.

Feierabend erst nach zehn Stunden ist ein Ausnahmefall

Das Arbeitszeitgesetz von 1994 regelt, wann und wie lange Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten dürfen. Es legt tägliche Höchstarbeitszeiten und Mindestruhepausen fest.

8 Stunden ist demnach die Höchstarbeitszeit pro Werktag, also auch samstags. Sie kann auf zehn Stunden verlängert werden, wenn sie innerhalb von sechs Monaten im Schnitt acht Stunden am Tag nicht überschreitet.

Anspruch auf eine Pause von 30 Minuten hat, wer am Tag sechs bis neun Stunden arbeitet.

Die Wirtschaft hält die derzeitigen gesetzlichen Regelungen für nicht mehr zeitgemäß. Laut Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) verlangen die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt und die Notwendigkeit zur besseren Vereinbarkeit von Job und Familie nach flexibler Zeiteinteilung im Job. Statt einer täglichen müsse eine wöchentliche Höchstarbeitszeit festgelegt werden, heißt es in einem Positionspapier gegen den Acht-Stunden-Tag. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam unterstützt diese Forderung. Je nach Tätigkeit seien individuelle Regelungen erforderlich, sagte Sprecher Detlef Gottschling.

Wie die Arbeitswelt dem digitalen Wandel gerecht werden könnte, diskutieren Wissenschaftler und Experten derzeit in dem von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ins Leben gerufenen Dialog „Arbeiten 4.0“. „Der gesetzliche Korridor passt nicht mehr in eine Welt, die 24 Stunden am Tag in Echtzeit online unterwegs ist“, meint etwa der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, Hans-Peter Klös.

Nahles dagegen lehnt den Arbeitgeber-Vorstoß ab. Auch Ihr Parteifreund und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel betonte zwar die Bedeutung flexibler Arbeitsmodelle, will aber die „Prinzipien der analogen Welt in der digitalen nicht aufgeben“.

Von Bastian Pauly

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