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Brandenburg Brandenburger Grüne will Nachfolgerin von Cem Özdemir werden
Brandenburg Brandenburger Grüne will Nachfolgerin von Cem Özdemir werden
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23:33 10.12.2017
Annalena Baerbock möchte an die Grünen-Bundesspitze. Quelle: Bungert
Potsdam

Sie gehörte dem Sondierungsteam für ein „Jamaika“-Bündnis an und machte sich als oberste Klimapolitikerin der Grünen einen Namen. Jetzt will die 36-jährige Annalena Baerbock ganz nach oben. „Nach längerer Überlegung habe ich mich entschieden, für den Bundesvorsitz zu kandidieren“, sagte Baerbock gestern der MAZ. Der Bundesparteitag ist Ende Januar und wenn es für die Potsdamerin gut läuft, könnte sie Cem Özdemir beerben, der wohl nicht erneut kandidieren will.

„Klammertexte und Änderungsanträge, das ist voll mein Ding“

Das Interesse an dem Spitzenjob sei bei ihr in den Sondierungsgesprächen gewachsen, erzählt Baerbock. Sie habe etwas gehadert, schließlich habe sie zwei Kinder – ihre Töchter sind zwei und sechs Jahre alt. Jetzt aber sei sie fest entschlossen – egal, wer alles noch seinen Hut in den Ring werfe. Ihr gehe es auch nicht um „Flügel“, sondern sie wolle etwas in der Partei bewegen und stehe für konkrete Inhalte, betonte sie.

Neben der Klimapolitik liegen ihr besonders Europa-Themen am Herzen. „Ich freue mich auf diese Debatten. Ich will, dass sie unter die Haut gehen“, sagte Baerbock. Diese Debatten dürften, ja sie müssten ruhig laut sein, ohne zu diffamieren. „Klammertexte, Änderungsanträge, modifizierte Übernahmen, das ist voll mein Ding“, fügte sie hinzu. Sie wolle, dass bei den Grünen nicht der Eindruck entstehe, dass sich beim Personal alles nur um die Männer drehe, meinte sie und wenn die sich entschieden hätten, käme dann einfach noch „irgend ’ne Frau an Mister X Seite“. Daher wolle sie sich bewerben und nun drehe sich das Personalkarussell wieder schneller, wie sie feststellte.

Baerbock droht Konkurrenz durch Robert Habeck

In Brandenburg war Baerbock von 2009 bis 2013 Landesvorsitzende. Bei den Grünen teilen sich ein Mann und eine Frau den Bundesvorsitz, die normalerweise beide Parteiflügel vertreten – den realpolitischen und den linken. Es könnten theoretisch aber auch zwei Frauen sein. Baerbock selbst zählt zum Flügel der „Realos“. Von der Flügel-Debatte aber halte sie gar nichts, meinte sie. Bei der Wahl wird zuerst der Frauen-Platz gewählt. Gewinnt sie, könnte die Flügel-Theorie überholt sein, weil sich, wie erwartet, der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck auch für den Parteivorsitz bewirbt, der dem Realo-Flügel zugerechnet wird.

Rätselraten gibt es um Özdemirs Zukunft. Er galt als gesetzt für ein Ministeramt – aber aus Schwarz-Gelb-Grün wurde nichts. Einige würden ihn nun gern als Fraktionschef im Bundestag sehen. Doch an der Fraktionsspitze gelten die gleichen Regeln wie an der Parteispitze. Der linke Anton Hofreiter und die „Reala“ Katrin Göring-Eckardt wollen im Amt bleiben.

Von Igor Göldner

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