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Brandenburger Rettungsschiff liegt fest

Mit Motorschaden in Lampedusa Brandenburger Rettungsschiff liegt fest

Das ist bitter: die „Sea Watch“ liegt im Hafen von Lampedusa fest. Ein Motorschaden hat das Schiff, mit dessen Hilfe bereits Hunderte Flüchtlinge gerettet werden konnten, außer Gefecht gesetzt. Die Crew bleibt nichts anderes übrig als zu warten – doch die Hilferufe reißen nicht ab.

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Die „Sea-Watch“ in Hamburg bei der Abfahrt.

Quelle: Foto: dpa

Lampedusa. Der deutsche Fischkutter „Sea-Watch“, der im Mittelmeer zur Rettung von Flüchtlingen unterwegs ist, liegt mit einem Motorschaden im Hafen von Lampedusa fest.

Vor einer Woche musste die vierte Crew aus ehrenamtlichen Rettern von ihrem Einsatz zurückkehren, teilte die Organisation auf ihrer Homepage mit. Alle seien unzufrieden, heißt es dort: „Sie möchten nicht im Hafen liegen, sondern rausfahren und Menschenleben retten“.

Während die Techniker mit eigens angereister Unterstützung an der Reparatur arbeiten, versuche das Landteam ein Ersatzschiff zu finden. Das sei jedoch bisher nicht gelungen, da dieses nicht nur für acht bis neun Personen Platz bieten muss, sondern auch Raum und Befestigungsmöglichkeiten für die 300 Kilo schweren Rettungsinseln.

Von Hamburg ins Mittelmeer

Die „Sea-Watch“ war im Frühjahr von Hamburg aus in See gestochen, um Flüchtlingen im Mittelmeer zu helfen. Der Unternehmer Harald Höppner aus Brandenburg hatte das Schiff mit Freunden Anfang des Jahres gekauft. Legendär sein Auftritt bei Günther Jauch im April 2015, bei dem er dem bekannten Moderator Sendezeit stibitzte.

„Das tut weh“

Er rechne damit, dass die „Sea-Watch“ am Montag oder Dienstag wieder auf Fahrt gehen könne, sagte der Mediziner Gerhard Trabert in einem Interview mit dem Südwestrundfunk. Er ist Professor für Sozialmedizin und Psychiatrie an der Hochschule Rhein-Main und derzeit Teil der Crew. Mittlerweile seien vier Notrufe von Flüchtlingsbooten eingegangen, während die Crew an Land gewesen sei. „Das tut natürlich weh, zu wissen, dass wir hätten helfen können, wenn wir im Zielgebiet gewesen wären“, sagte der Mediziner.

“Telefonzelle“ auf See

Der 21 Meter lange und fünf Meter breite Fischkutter ist knapp 100 Jahre alt, aber hochseetauglich. Er wurde für den Einsatz im Mittelmeer renoviert und mit moderner Technik ausgestattet. Flüchtlinge kann er nicht aufnehmen, er fungiert als „Telefonzelle“ auf See und alarmiert die Küstenwache. Für Notfälle sind Schwimmwesten, Wasser und Rettungsinseln an Bord. Zur ehrenamtlichen Crew gehören Ärzte, Sanitäter und Anwälte sowie Kapitäne. Sie sind zwei bis vier Wochen im Einsatz.

Von MAZonline

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