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Brandenburg Wer schützt Schafe vor „Problemwölfen“?
Brandenburg Wer schützt Schafe vor „Problemwölfen“?
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19:55 22.03.2017
Die Zahl der Wölfe in Brandenburg wächst kontinuierlich: 21 Wolfsrudel sollen derzeit im Land leben.  Quelle: ZB
Potsdam

 Ein märkischer Schäfermeister im Agrar- und Umweltausschuss des Landtags: Knut Kucznik nutzte am Mittwoch diese seltene Gelegenheit, um die Abgeordneten auf kurzweilige Weise mit der Realität auf der Weide zu konfrontieren. „Wir haben neulich bei minus 20 Grad und Schneesturm 150 Meter Netze in die Erde geschlagen.“ Dieser hohe Aufwand, um sich mit Zäunen vor Wolfsattacken zu schützen, werde vom Land aber nicht angemessen bezahlt, beschwerte sich Kucznik, der den Schafzüchterverband Berlin-Brandenburg vertritt. Im November vorigen Jahres sei man „an der Grenze“ gewesen. „Der erste Wolf war über den Zaun in eine Herde gesprungen.“ Inzwischen gebe es Hilfen vom Land, eine sogenannte Präventionshilfe. Das Geld dafür werde aber nicht reichen, so der Schäfer, der vom Fachausschuss des Parlaments als Experte angehört wurde.

Wolfsverordnung für verhaltensauffällige Tiere

Anlass war die Erarbeitung eines neuen Wolfsmanagementplans durch den zuständigen Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD). Der noch geltende läuft zum Jahresende aus. Kurzfristig soll zudem eine Wolfsverordnung in Kraft treten, in dem die einzelnen Verfahrensschritte für den Fall geregelt werden, dass ein „verhaltensauffälliger Wolf“ auftaucht. Außerdem findet am 26. April erneut das Wolfsplenum mit Betroffenen statt. Vogelsänger sagte im Ausschuss, Ziel sei es, die Akzeptanz für den Wolf zu sichern, der unter Naturschutz steht und zugleich die Weidetierhaltung zu schützen. Regeln will der Minister auch die Entschädigung für Züchter.

Der Schutz vor Wölfen ist für Schäfer kaum zu finanzieren

Die Branche klagt vermehrt über hohe Verluste durch Wolfsattacken. Die Betriebe stehen unter erheblichem Druck. Das jährliche Durchschnittseinkommen eines Schäfereibetriebs in Brandenburg beträgt rund 15.000 Euro, berichtet Kucznik. Zusätzliche Maßnahmen zum Schutz könnte sich der Schäfer nicht leisten. Dazu gehören auch Herdenschutzhunde. In Brandenburg gibt es vor allem zwei Rassen, die extra gezüchtet werden: der italienische Abruzzese und der französischen Pyrenäenberghund. Sie sollen Wölfe anbellen und notfalls auch angreifen, zugleich aber Menschen nichts tun. Das habe bisher gut funktioniert. Die Praxis habe gezeigt, dass mit dem Einsatz gut geschulter Tiere ein hundertprozentiger Herdenschutz möglich sei, so Kucznik. Die Anschaffung der Hunde ist aber teuer. Das Land unterstützt den Kauf eines jungen Schutzhundes mit bis zu 1000 Euro.

Experten wollen „Problemwölfe“ beseitigen lassen

Wölfe würden sich nach einer Statistik pro Jahr um mehr als ein Drittel vermehren. „Davon sind wir komplett überrascht worden“, so Kucznik. Er plädiere nicht dafür, die Tiere jetzt abzuschießen, betonte er. „Aber wir können nicht alles leben lassen, was über die Strenge schlägt.“ Dazu gehörten Wölfe, die über einen 1,80 Meter hohen Zaun springen und sich an den Schafen vergreifen, betonte der Schäfermeister. Alexander Just von der Generaldirektion der Europäischen Kommission sprach von „Problemwölfen“, die zu beseitigen seien, wenn diese sich zu einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit entwickelten. Just löste im Ausschuss allerdings Kopfschütteln aus, da er mit Zahlen über die Wolfspopulation aus dem Jahr 2011 agierte und von 40 Wölfen in Brandenburg sprach. Nach Angaben des Umweltministeriums leben derzeit in Brandenburg 21 Wolfsrudel und zwei Wolfspaare. Es wird von rund 200 Wölfen in Brandenburg ausgegangen. Bauernvertreter haben zuletzt immer wieder eine Bejagung des Wolfs ins Gespräch gebracht.

Von Igor Göldner

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