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Brandenburg Brandenburger Unis: Abi-Note wird überbewertet
Brandenburg Brandenburger Unis: Abi-Note wird überbewertet
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18:25 06.04.2018
Im Medizinstudium wird viel gefordert. Quelle: dpa
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Potsdam

Das Bundesverfassungsgericht stellt die Zulassungsbedingungen für das Medizinstudium mit einer Konzentration auf die Abiturnote auf den Prüfstand. Im Mittelpunkt der mündlichen Verhandlung am Mittwoch in Karlsruhe stand die Frage, ob das derzeitige Verfahren mit dem Grundrecht auf freie Wahl des Berufs und des Ausbildungsplatzes sowie dem Gleichheitsgrundsatz vereinbar ist.

Hintergrund des Normenkontrollverfahrens sind Klagen von zwei Bewerbern für das Studienfach Humanmedizin vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. Die Richter dort halten Teile der Regelungen für verfassungswidrig, weil viele Bewerber von vornherein ausgeschlossen seien. Für die Vergabe von Studienplätzen mit Numerus clausus ist die in Dortmund ansässige Stiftung für Hochschulzulassung zuständig. Aktuell werden 20 Prozent der Studienplätze nach Abiturnote vergeben, 20 Prozent nach Wartezeit und der Rest in einem Auswahlverfahren direkt an den Hochschulen, bei dem auch die Abiturnote eine große Rolle spielt. Bei der direkten Vergabe nach Notendurchschnitt ist heute ein Wert von 1,0 bis 1,2 erforderlich. Aktuell streiten fast 62.000 Bewerber um knapp 11.000 Ausbildungsplätze. Im Wartezeitverfahren dauert es 14 bis 15 Semester bis zur Zulassung.

Soziale Kompetenz spielt große Rolle

In Brandenburg ist man gespannt auf das Urteil – und hofft tendenziell auf das Ende des Numerus clausus. Britta Müller, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD im Landtag, würde das begrüßen. „Die Note sagt über eine Berufseignung nicht genügend aus.“ Dies umso mehr als manche Noten auf kuriose Weise – zum Beispiel durch Klagen der Eltern – zustande kämen. Gerade für einen guten Mediziner spielten aber sozial-empathische Eigenschaften eine sehr wichtige Rolle. Diese bilde eine Abiturnote nicht ab.

Bestätigt sieht das Müller an der privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) „Theodor Fontane“ in Neuruppin. Diese setzt auf Auswahlgespräche statt auf die beste Abiturnote. Derzeit hat die von kommunalen Kliniken getragene Hochschule 141 Studierende aus ganz Deutschland. Dass ein Medizinstudium ohne Numerus clausus umgekehrt zur Lösung des Ärztemangels in den ländlichen Regionen führen könnte, glaubt Müller allerdings nicht. Es sei zwar nicht unwahrscheinlich, dass mehr junge Ärzte in Brandenburg blieben, wenn sie auch in der Region studieren könnten, zum Beispiel an der Charité. Es gebe aber das Recht auf freie Niederlassung.

Mit Abischnitt von 3,5 zum Doktoranden

Dass für das erfolgreiche Studium der Notendurchschnitt allein nicht entscheidend ist, bestätigt der Dekan der Medizinischen Hochschule Brandenburg, Edmund Neugebauer. Der Professor hatte früher an der privaten Medizinhochschule Witten/Herdecke unterrichtet. Dort habe er einen Studenten mit Abi-Schnitt von 3,5 gehabt. „Junge Leute haben manchmal andere Interessen und er hat mit der Volleyball-Jugendnationalmannschaft trainiert“, berichtet der Dekan. Dennoch habe der junge Mann „ein super Studium hingelegt und war später einer meiner Doktoranden“.

Eher skeptisch sieht Hubertus Wenisch den Wegfall des Numerus clausus. Der Medizinische Geschäftsführer des Potsdamer Ernst- andere Kriterien für wichtig, wie etwa ein Pflichtpraktikum im Krankenhaus vor dem Studienbeginn.

Von Rüdiger Braun

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