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Brandenburger Vereine hoffen auf Google

Wettbewerb für Vereine Brandenburger Vereine hoffen auf Google

Der Internetriese Google prämiert mehr als 100 Vereine, die Preisgelder betragen insgesamt fast vier Millionen Euro. Auch sechs Initiativen aus Brandenburg hoffen auf einen Geldsegen. Flüchtlingshilfe, Ackerbau, Flößer aus der Schorfheide – gebrauchen können sie das Geld alle. Verplanen will es allerdings noch niemand.

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Agnes Rieger, Benjamin Sippe, Neele Seibt und Carl Winter (v. l.) vom Projekt Ackerdemia der Evangelischen Grundschule Babelsberg.

Quelle: privat

Potsdam. Sechs Brandenburger Vereine hoffen auf einen Geldsegen des Internetgiganten Google. Der Konzern schüttet in seinem Wettbewerb Impact Challenge Preisgelder in Höhe von rund vier Millionen Euro für innovative digitale Ideen aus; allein 100 Initiativen auf lokaler Ebene werden mit jeweils 10.000 Euro prämiert.

„Das ist schon eine Menge Geld“, sagt Sascha Hartwig. Der Jugendreferent des Christliche Verein junger Menschen (CVJM) in Groß Kreutz (Potsdam-Mittelmark) versucht mit dem Projekt „Digital trifft real“ Jugendliche vom Computer zurück in die echte Welt zu bringen. Dafür hat der Verein ein analoges „League of Legends“-Turnier entwickelt. Das ist eines der erfolgreichsten Computerspiele der Welt. In der realen Welt sollen die Teilnehmer des Turniers auf einer Art Abenteuerspielplatz gemeinschaftlich Aufgaben lösen. „Wir verfolgen mit dieser Idee einen erlebnispädagogischen Ansatz“, erklärt Hartwig. „Die Spieler müssen Kommunikation, sportliche Fähigkeiten, Taktik, Koordination und eine gute Zusammenarbeit beweisen, um gewinnen zu können.“ Er hofft auf Unterstützung aus der Region: „Wir haben viele ehrenamtliche Helfer, man kennt den CVJM.“ Das Preisgeld will Sascha Hartwig allerdings noch nicht verplanen. „Ideen gäbe es einige, ganz klar. Aber wir warten jetzt ab.“

Mit der Impact Challenge will Google die Vereinsarbeit stärken. Ausgezeichnet werden Projekte mit einer positiven Auswirkung auf die Gemeinschaft, die digitale Hilfsmittel oder kreative Ansätze zur Problemlösung nutzen.

Das Sozial-Therapeutische Institut Berlin-Brandenburg geht mit einer App ins Rennen. Sie soll notwendige Verwaltungsarbeit vereinfachen und den Mitarbeitern mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit, die Therapie geben. Digitale Inhalte spielen auch im Wettbewerbsbeitrag des Finowfurter (Barnim) Flößervereins eine große Rolle. Der 2015 eingeweihte Museumsweg soll durch einen virtuellen Rundgang im Internet ergänzt werden. „Wir sind schon sehr stolz, mit unserer Idee in die Endrunde gekommen zu sein“, sagt Vereinsvorsitzender Steffen Dittrich. Sein Ziel ist es, die Schorfheide und den Finowkanal bekannter zu machen. Dittrich kämpft für die Zukunft es Finowkanals und der Flößerei. „Wir haben viel Arbeit in die Bewerbung gesteckt“, verrät der Flößer, „und natürlich hofft jeder, zu den Gewinnern zu gehören.“ Realisieren wollen die Flößer ihr digitales Projekt auf jeden Fall. „Sehr gern mit Google, aber wenn es nicht klappt, dann eben anders“, sagt Steffen Dittrich.

Die Potsdamer Initiative Ackerdemia hingegen ist schon lange aktiv. Sie bringt Schülern auf spielerische Weise die Arbeit in der Landwirtschaft nahe. Schüler sind auch die Zielgruppe im Willkommensklassen-Support-Projekt des Potsdamer Konflikthauses. Ehrenamtliche sollen hier Fortbildungen erhalten, um in einfacher Sprache Deutsch für Flüchtlingskinder zu unterrichten. Die Bad Belziger (Potsdam-Mittelmark) Initiative Empowerment for Refugees, die Flüchtlinge fördert, schließt die Riege der märkischen Bewerber ab.

Für die erste deutsche Auflage des Wohltätigkeitswettbewerbs hatten sich laut Google mehr als 2200 Projekte beworben. Eine Fachjury wählte 200 lokale und zehn überregionale Initiativen aus. Über die Sieger kann noch bis 24. Februar abgestimmt werden.

Die Google Impact Challenge

200 lokale Initiativen stehen in der Endrunde der Google Impact Challenge, bei der Vereinsprojekte prämiert werden. Die Bewerber engagieren sich zum Beispiel im Bereich Bildung, Naturschutz, Inklusion, Kunst, Wirtschaft und Informatik.

Die 100 Projekte mit den meisten Stimmen erhalten jeweils 10 000 Euro, um ihre Ideen zu verwirklichen. Dazu gibt es zehn „Leuchtturm-Projekte“ mit überregionaler Wirkung. Sie erhalten je 250 000 Euro. Das Projekt mit dem meisten Zuspruch sogar eine halbe Million.

Abstimmen können Sie unter: impactchallenge.withgoogle.com/deutschland

Von Saskia Popp

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