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Brandenburger, die in den Bundestag wollen

Bundestagswahl 2017 Brandenburger, die in den Bundestag wollen

Die Parteien in Brandenburg küren in den kommenden Wochen ihre Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017. Die MAZ gibt einen Überblick, wer gute Chancen auf einen Listenplatz hat und wo das Gerangel besonders groß ist.

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Der Reichstag und die angrenzenden Gebäude des Bundestages in Berlin.

Quelle: dpa

Potsdam. Startschuss für die Aufstellung der Listen für die Bundestagswahl im kommenden Jahr: Als erste Partei in Brandenburg wird am Samstag die FDP auf einer Vertreterversammlung über ihre Kandidaten entscheiden. In den nächsten Wochen folgen die anderen Parteien. Die MAZ gibt einen Überblick, wo das Gerangel um sichere Listenplätze besonders groß ist.

SPD

Die Nominierung von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten hat alle Planungen über Bord geworfen. Die Landesvertreterversammlung im Dezember, auf der der Bundesaußenminister nach 2009 und 2014 erneut zum Spitzenkandidaten der Brandenburger SPD (Platz 1 der Liste) gekürt werden sollte, wurde auf das Frühjahr 2017 verschoben. Für den wahrscheinlichen Fall seiner Wahl zum Staatsoberhaupt im Februar fällt der populäre Steinmeier für die SPD als Zugpferd im Wahlkampf aus. Der Weg ist frei für Dagmar Ziegler (56), die seit 2009 im Bundestag sitzt und davor Finanz- und Sozialministerin in Brandenburg war. Offen ist, wer Steinmeier in seinem Wahlkreis Brandenburg an der Havel als Direktkandidat beerbt. Ex-Innenminister Ralf Holzschuher würde gern, andere aber auch. Für die SPD ist der Wahlkreis eine Hochburg. Bei der „Merkel-Wahl“ 2013 war er der Einzige, den die SPD gewinnen konnte – mit Steinmeier.

CDU

Neun Direktmandate holte die CDU 2013 – das war Rekord. Wiederholung 2017 unwahrscheinlich. Acht der neun Abgeordneten wollen wieder in den Bundestag. Als sicher gilt nur ein günstiger Listenplatz unter den ersten vier oder fünf. Spitzenkandidat dürfte erneut der Lausitzer Michael Stübgen (57) werden, der seit 1990 im Bundestag sitzt. Neu im Bewerberfeld – gegen den Willen der Parteispitze – ist die Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig, die in Potsdam antritt. Die Listenwahl ist am 20. Januar. Diesmal soll die Liste mehr als zehn Namen haben, heißt es. Als 2015 Katherina Reiche ihr Mandat niederlegte, gab es keinen gewählten Nachrücker. Ohne Steinmeier rechnet sich die CDU in dessen Wahlkreis Chancen aus. Heiße Spekulation: Es tritt Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann an. Brandenburg an der Havel soll 2019 die Kreisfreiheit verlieren, Tiemann ist dagegen.

Linke

Ein neues Gesicht präsentiert die Linke: Anke-Domscheit-Berg (48), Ex-Grüne, Ex-Piratin, jetzt parteilos. Sie wurde jüngst vom Landesvorstand auf den dritten Listenplatz gesetzt, der als sicher gilt. Spitzenkandidatin soll die Agrarpolitikerin Kirsten Tackmann (56) werden. Platz 2 ist für Ex-Landeschef Thomas Nord vorgesehen. Gewählt wird am 26. November in Falkensee. Spannend wird Platz 4, um den sich die beiden Abgeordneten Norbert Müller und Harald Petzold streiten. Der Verlierer hätte wohl keine Chance mehr, in den Bundestag zu kommen.

AfD

In der AfD ist eine regelrechte Jagd auf Bundestagsmandate ausgebrochen. Der Grund: die günstigen Umfragewerte (rund 20 Prozent). Die Partei rechnet mit fünf Mandaten. Der Andrang ist groß. Unumstritten ist nur, wer Spitzenkandidat wird: Landes- und Fraktionschef Alexander Gauland (75). Der Potsdamer tritt im Wahlkreis in Frankfurt (Oder) an, was er bis vor Kurzem noch ausgeschlossen hatte, und hofft dort auf ein Direktmandat. Aus der Landtagsfraktion wollen gleich mehrere Abgeordnete antreten, hieß es, darunter Partei- und Fraktionsvize Andreas Kalbitz. Offiziell hat aber noch niemand seinen Hut in den Ring geworfen. Erst in drei der zehn Wahlkreise sind die Kandidaten gewählt. Eine Gegenbewegung gibt es in der Partei: Abgeordnete sollen nicht kandidieren. Nur Gauland soll aus der Fraktion in den Bundestag, heißt es. „Showdown“ ist am 28./29. Januar bei der Listenwahl.

FDP

Die Hoffnungen der Liberalen sind groß, es 2017 wieder in den Bundestag zu schaffen. In Brandenburg wird wohl nur der erste Listenplatz für ein Mandat reichen. Seit Wochen steht die Kampfkandidatur fest, die am Samstag in Wildau entschieden wird: Landeschef Axel Graf Bülow (64) gegen die Ex-Landtagsabgeordnete Linda Teuteberg (35).

Bündnis 90/Grüne

Auch bei den Grünen gilt nur der erste Listenplatz als sicher. Um den bewirbt sich erneut Annalena Baerbock (35). Sie hat bislang keinen Gegenkandidaten. Sechs Männer kandidieren um Platz 2. Die Wahl für die Landesliste findet am 26. November statt.

Von Igor Göldner

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