Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Brandenburger haben das meiste Geld im Osten

Kaufkraft Brandenburger haben das meiste Geld im Osten

Wer hätte das gedacht? Die Märker haben im Vergleich mit ihren ostdeutschen Nachbarn das dickste Portemonnaie. Trotzdem sind sie im Bundesvergleich nur im Mittelfeld. Die Bayern liegen übrigens nur auf Platz 2.

Voriger Artikel
Augustnächte für Romantiker und Verliebte
Nächster Artikel
Verbranntes Unfallopfer noch nicht identifiziert


Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburger haben im Vergleich mit anderen Ostdeutschen die größte Kaufkraft. Das geht aus Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hervor. Im bundesweiten Ranking steht die Mark an zwölfter Stelle. Die rund 2,45 Millionen Brandenburger haben laut GfK im Jahr 2016 durchschnittlich eine Pro-Kopf-Kaufkraft von 19 691 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 500 Euro mehr. Sachsen als zweitplatziertes Bundesland im Osten weist eine Kaufkraft von 18 615 Euro pro Einwohner auf.

„Die Position des Bundeslands Brandenburg ist tatsächlich seit vielen Jahren konstant direkt hinter Berlin“, sagt die für das Ranking zuständige GfK-Forscherin Cornelia Lichtner. „Wir haben hier teilweise ein Speckgürtelphänomen“, begründet Lichtner. Gutverdiener aus Berlin und Potsdam lebten in den Wohngebieten direkt außerhalb der Hauptstadt. Aber auch insgesamt sei das Durchschnittseinkommen der Brandenburger im Vergleich zu anderen ostdeutschen Bundesländern recht hoch.

Die genauere Regionalanalyse stützt diese Hypothese. In Potsdam und dem Landkreis Potsdam-Mittelmark ist die Kaufkraft am höchsten. Zum Teil entspricht sie dort dem bundesweiten Durchschnitt. Im Kreis Elbe-Elster ist sie dagegen am geringsten. Hier liegt der Kaufkraftindex zum Teil sogar unter dem von Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Bundesland ist Schlusslicht beim Kaufkraftranking der GfK.

Das brandenburgische Wirtschaftsministerium kennt noch andere Gründe für das Phänomen. „Entscheidend für die Kaufkraft ist letztlich ja das verfügbare Einkommen“, sagt Sprecherin Andrea Beyerlein. Hier schnitten die Brandenburger nicht schlecht ab. Das durchschnittliche Einkommen der Brandenburger lag im Jahr 2014 mit 18599 Euro höher als das der anderen Ostdeutschen. Sogar die Bruttolöhne der Brandenburger waren durchschnittlich höher. Zusätzlich war die Arbeitslosigkeit zum Beispiel im Jahr 2015 mit 8,7 Prozent viel geringer als der ostdeutsche Durchschnitt von 9,2 Prozent. „Unter diesen Bedingungen ist es fast logisch, dass die Kaufkraft in Brandenburg höher ist als sonst im Osten“, sagt Beyerlein.

Diese Befunde sieht auch das Sozialministerium. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg mehr als halbiert“, sagt Sprecher Gebriel Hesse. „Die Sieben vor dem Komma bei der Arbeitslosenquote ist ein großartiger Erfolg für alle Arbeitsmarktakteure.“ Außerdem habe der Mindestlohn Verbesserungen über 115 000 Beschäftigte gebracht.

Für den Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, sind die Erkenntnisse nicht völlig neu. Auch Busch-Petersen sieht in der märkischen Kaufkraft „mit Sicherheit die Auswirkung der Metropolenregion Berlin“. Diese biete nicht nur vielen Märkern gut bezahlte Arbeit, umgekehrt zögen auch viele wohlhabende Berliner ins Umland. Als inzwischen schon klassische Wohnsitze von Berlinern gelten zum Beispiel die Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow (beide Potsdam-Mittelmark). „So etwas zieht die Statistik sofort nach oben“, sagt Busch-Petersen. Trotzdem hält er bei allen Unterschieden zwischen Peripherie und Speckgürtel die relativ hohe Kaufkraft der berlinnahen Märker für eine „gute Nachricht“.

Ein wachsendes Aufkommen von Luxusläden sei allerdings auch in so kaufstarken Städten wie Potsdam nicht zu erwarten. Hier setze der Einzelhandel eher auf freiere Öffnungszeiten. „Dafür kämpfen wir schon seit Jahren“, so Busch-Petersen. In der Peripherie gäbe es für den Einzelhandel dagegen noch „harte Arbeit“. Besonders Händler in der Peripherie bemühten sich zum Beispiel um das Qualitätssiegel „Generationenfreundliches Einkaufen“, das der Verband für barrierefreie und sichere Einkaufsstellen vergibt. Mit diesem Siegel sollen besonders ältere Kunden an bestimmte Läden gebunden werden.

Vor einer Aufspaltung in Arm und Reich warnt auch das Sozialministerium. „Besonders Kinderarmut ist eines der bedrückendsten Probleme in unserer Gesellschaft“, sagt Sprecher Gabriel Hesse. Deshalb fordere Arbeitsministerin Diana Golze (Linke), die Maßstäbe für die Bemessung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder und Jugendliche zu verändern.

Von Rüdiger Braun

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg