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Brandenburger halten Politiker für überfordert

Flüchtlinge Brandenburger halten Politiker für überfordert

Angesichts wachsender Flüchtlingsströme sind immer mehr Brandenburger der Meinung, dass die zuständigen Politiker und Verwaltungsmitarbeiter iim Land und in den Kommunen bei der Bewältigung der Probleme heillos überfordert sind. Mehrheitlich sehen das sogar die Anhänger der regierenden Sozialdemokraten so.

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Dicht gedrängte Schlafliegen in der Erstaufnahmestelle.

Quelle: imago stock&people

Potsdam. Die Brandenburger stellen den Verantwortlichen im Land und in den Gemeinden bei der Bewältigung der Flüchtlingsströme kein gutes Zeugnis aus. Aus Sicht von 71 Prozent der Märker sind die zuständigen Politiker und Verwaltungsmitarbeiter mit der Unterbringung und Eingliederung der Asylsuchenden überfordert. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Märkischen Allgemeinen hervor. Befragt wurden in der ersten Septemberhälfte 1002 Brandenburger.

Vor allem die Anhänger der SPD (71 Prozent) meinen, dass die dramatische Flüchtlingssituation in Land und Kommunen nur mangelhaft beherrscht wird. Von den Anhängern der mitregierenden Linken sind 67 Prozent dieser Auffassung (Anhänger der CDU 66, der Grünen 56 Prozent). Bezogen auf das Alter sind die mittleren (45 bis 59 Jahre) und älteren Jahrgänge (über 60 Jahre) mit 75 beziehungsweise 69 Prozent der Auffassung, dass die Politik überfordert ist. Bei den unter 30-Jährigen fällt das Urteil etwas milder aus: Nur 63 Prozent vertreten diese Meinung.

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Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der MAZ Brandenburger befragt, wie sie die Arbeit der Politiker beurteilen. Am besten wird – wenig überraschend – der Ministerpräsident Dietmar Woidke beurteilt. Aber bereits auf dem zweiten Platz gibt es eine Überraschung. Auf dem letzten Platz liegt einer der umstrittensten Politiker des Landes.

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Brandenburg suche „händeringend“ weitere Plätze zur Unterbringung der Neuankömmlinge, sagte Wolfgang Brandt vom Innenministerium am Freitag. Die Situation in der Zentralen Erstaufnahmestelle Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) sei ernst. In der Nacht zu Freitag erreichten weitere 100 Flüchtlinge aus Bayern per Bus Potsdam. Sie wurden im ehemaligen Sozialministerium untergebracht. Am Freitagvormittag traf ein Zug mit etwa 450 Menschen aus Bayern auf dem Bahnhof Schönefeld ein, 150 davon kamen in Eisenhüttenstadt unter, die übrigen in Berlin, wo es in zwei Sporthallen des Olympiaparks 1000 Plätze gibt. Am Wochenende wird mit weiteren Flüchtlingen gerechnet. Brandenburgs Landessportbund sieht die Belegung von Turnhallen als Problem. Das Bemühen der Vereine, Menschen zu integrieren, werde dadurch erschwert.

Die Eisenhüttenstädter Erstaufnahme verfügt über 4000 Plätze, derzeit können nur Neuankömmlinge aufgenommen werden, wenn andere Flüchtlinge auf Kreise und kreisfreien Städte verteilt werden. Eine zweite, dauerhafte Erstaufnahmestelle soll in der Barnim-Kaserne Strausberg (Märkisch-Oderland) entstehen. Brandenburg erwartet in diesem Jahr bis zu 30 000 Asylsuchende.

Von Volkmar Krause

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