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Brandenburg Brandenburger steckt hinter veganer Erfolgsmarke
Brandenburg Brandenburger steckt hinter veganer Erfolgsmarke
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08:33 13.03.2017
Die Regale der Veganz-Supermärkte sind prall gefüllt. Quelle: Veganz
Wandlitz/Berlin

Butterkekse ohne Butter, „Steaks“ aus Roter Bete oder Kichererbsen sowie Reis mit Kokosmilch statt Kuhmilch. Die Regale im Veganz-Supermarkt im Friedrichshainer Szenekiez sind prall gefüllt mit Waren, die komplett ohne tierische Zutaten auskommen. An der Kasse zückt eine junge Frau im Schlabberlook einen 50-Euro-Schein, um ihren Einkauf zu bezahlen. In ihrem Korb liegen Schokoriegel, Tiefkühlpizza und auf pflanzlicher Basis hergestellte Hamburger. „Leichenteile von Rind und Schwein in meinem Magen sind nicht so mein Ding“, begründet die Kundin ihren Besuch im veganen Supermarkt mit drastischen Worten.

Jan Bredack, Gründer der veganen Supermarktkette. Quelle: Veganz

Zu dem 2011 gegründeten Unternehmen Veganz gehören drei Filialen in Berlin und fünf weitere Märkte außerhalb der Hauptstadt. „Wir beliefern aber insgesamt rund 7000 Standorte, darunter Supermärkte und Drogerien in ganz Europa“, erklärt der Veganz-Chef Jan Bredack aus Wandlitz (Barnim). Sein Unternehmen sei auf dem Kontinent einmalig, sagt er selbstbewusst. Die Firma vertreibe nicht einfach nur vegane Ware – sie entwickle sie auch und lasse produzieren. Aktuell gehören 150 eigene Produkte zum Sortiment. Bis zu 300 Erzeugnisse sollen es noch 2017 werden. „Schon heute finden Sie unsere Tiefkühlpizzen, Kekse und Gummibärchen beispielsweise in Island. Andere Veganz-Artikel gehen bis nach Mallorca, Serbien oder Bosnien“, sagt Bredack. 2014 wurde der Märker für sein „Start Up“ für den Deutschen Gründerpreis nominiert.

Rund 450 Produkte

Veganz-Produkte werden unter anderem in acht eigenen Filialen vertrieben. Das Unternehmen importiert den Informationen nach Waren aus über 30 Ländern weltweit und vertreibt diese in ganz Europa.

Rund 450 vegane Produkte von über 260 Lieferanten werden in den eigenen Filialen angeboten.

Die Firma Veganz beschäftigt laut Geschäftsführer Jan Bredack derzeit rund 210 Mitarbeiter, davon allein 100 Angestellte in der Firmenzentrale an der Revaler Straße im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain.

Jan Bredack veröffentlichte 2014 im Piper-Verlag sein Buch „Vegan für alle – Warum wir richtig leben sollten“.

Hinter dem Erfolg steht vor allem der Gründer selbst. Der frühere Daimler-Manager ernährt sich nach einem Burn Out vor acht Jahren komplett vegan. „Auslöser dafür war aber meine damalige Freundin“, so der Vater von sieben Kindern. Mehr als fünf Jahre nach der Unternehmensgründung gilt Veganz nicht nur bundesweit, sondern auch in Europa als Branchenprimus. Vor allem der Wandel im Ernährungs- und Gesundheitsbewusstsein der Europäer spiele der Firma in die Karten. „Die Zeit arbeitet einfach für uns“, betont der Mit-Vierziger.

Alternativen zum „veganen Umdenken“ sieht er nicht. „Schon allein deshalb, weil bestimmte Ressourcen zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen“, so Bredack. Für rund ein Kilogramm Fleisch würden je nach Tier bis zu 16 Kilogramm pflanzlicher Nahrung und bis zu 20.000 Liter Wasser benötigt, erklärt der Unternehmer. Der Familienvater spricht vom „Verwesungsprozess“ von Fleisch nach dessen Verzehr im menschlichen Körper sowie von der Trennung von Mutterkuh und Kalb nach der Geburt des Jungtieres. Die Kuhmilch habe die Natur fürs Kalb vorgesehen, nicht für den Mensch. Doch im wahren Leben legten Landwirte den „Milch-Zapfhahn“ ans Kuheuter.

Umsatz von Veganz hat sich 2016 verdoppelt

Dass bei der Entwicklung des jungen Unternehmens nicht alles Gold ist, was glänzt, räumt der studierte Betriebswirtschaftler Jan Bredack ein. Vom ursprünglichen Ziel, europaweit über 50 Filialen zu eröffnen, habe er sich verabschiedet. Außerdem muss er derzeit einen herben Rückschlag verdauen. In Berlin, der Hauptstadt der Fleischverweigerer, laufen die Geschäfte gut. Doch die übrigen Filialen musste Bredack jetzt in die Planinsolvenz führen. Veganz als Unternehmen sei davon nicht betroffen, beteuert er. Im Gegenteil, Veganz wachse, der Umsatz habe sich vergangenes Jahr verdoppelt. Allerdings, so räumt der Geschäftsmann ein, sei das Angebot an veganen Produkten im klassischen Einzelhandel mittlerweile so groß geworden, dass das reine Supermarkt-Konzept nicht mehr funktioniere.

Die Idee, mit einem Vollsortiment den ganzen Einkauf abzubilden, habe so nicht funktioniert. „Die Kunden kommen nicht für ihren kompletten Einkauf zu uns, sondern um gewisse Extras oder Spezialitäten zu kaufen“, so der Veganz-Geschäftsführer. Umgehauen habe ihn das keinesfalls. Vielmehr änderte er die Strategie und kooperiert nunmehr mit Ketten wie Edeka, Metro und Globus sowie mit Drogerien wie dm. Zukünftig würden die Kooperation mit dem Lebensmitteleinzelhandel verstärkt und eigene Filialen zu „Flagship-Stores“ mit veganer Gastronomie, Cafés und Verkauf umgestaltet. Das erste dieser Geschäfte soll 2017 in Berlin-Friedrichshain eröffnen.

Jan Bredack möchte das Ernährungsbewusstsein ändern

Mit seinem Unternehmen möchte der gelernte Kfz-Mechaniker jedoch letztlich nicht nur Umsatz machen und das Ernährungsbewusstsein ändern, sondern einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt erreichen. Dabei sieht er für sich und seine Firma gute Karten und zitiert in diesem Zusammenhang Victor Hugo: „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Im neuen Jahr bewege ihn aber erst einmal sein geplanter Umzug von Wandlitz nach Ferch an den Schwielowsee. „Was für eine herrliche Gegend. Wer dorthin zieht, kann eigentlich nichts falsch machen.“

Von Jens Rümmler

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