Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Brandenburger stürmen in die Fitnesscenter
Brandenburg Brandenburger stürmen in die Fitnesscenter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:50 14.01.2016
Quelle: Julian Stähle
Anzeige
Potsdam

Die Hälfte der Brandenburger will im neuen Jahr mehr Sport machen, 44 Prozent wollen sich gesünder ernähren- laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK gehen die Märker 2016 sportlic h an.

In den Fitnesscentern und Sportvereinen des Landes sorgen diese guten Vorsätze für einen wahren Boom bei den Neuanmeldungen, Geräte und Kurse sind begehrt wie selten. Die Verantwortlichen in den Fitnesscentern überrascht das nicht. „Wer im Januar ein leeres Studio hat, der kann auch gleich zumachen, das wird nichts mehr“, meint Elmar Kaminski, Geschäftsführer des Frauenfitnessstudios Ladies 1st. Pierre Geisensetter, Sprecher der europaweit mitgliederstärksten Fitnesskette McFit, beobachtet zu Beginn eines jeden Jahres einen vermehrten Zuwachs in den Studios. „Generell ist der Januar der zulaufstärkste Monat in der Fitnessbranche“, so der ehemalige Herzblatt-Moderator.

Auch Vereine profitieren

Hanteltraining, Kurse, Ausdauersport – ein passendes Studio bietet dem Sportler das Handwerkszeug zum Trainieren Quelle: Julian Stähle

Auch für die im Premium-Segment beheimatete Kette Fitness First mit Filialen in Cottbus und Potsdam ist der Januar der bedeutendste Monat. „In der Regel ist das der Zeitraum mit den meisten Neuanmeldungen“, bestätigt Sprecherin Mareike Scheer. Die Ziele der Neu-Sportler sind vielfältig: „Die einen wollen eine bessere Lebensqualität durch Sport erreichen, andere ihren Körper in Form bringen oder einige Kilos abnehmen“, zählt Mareike Scheer auf. Der Boom ist dabei auch von den Studios selbst gesteuert, vor allem die großen Ketten überbieten sich im Dezember und Januar mit Aktionen und Bonusprogrammen, um die bisherigen Couch-Potatoes aufs Laufband zu bringen. Bei Fitness First etwa gibt es für Neumitglieder zum Jahresanfang sechs Monate Mitgliedschaft geschenkt, Marktführer McFit hat ein ausgedehntes kostenfreies Probetraining ins Programm genommen.

Der größte Sportverein des Landes, der SC Potsdam, kennt unabhängig von der Jahreszeit keine Nachwuchssorgen. „Dennoch stellen auch wir zu Jahresanfang eine erhöhte Nachfrage fest“, sagt der Zuständige für den Breiten- und Behindertensport, Christian Gerber.

Motivation auf unterschiedlichen Wegen

Um den Enthusiasmus der Sportbegeisterten hochzuhalten, verfolgen die Anbieter unterschiedliche Ansätze. Christian Gerber vom SC Potsdam braucht keine Sonderangebote, um neue Mitglieder zum Training zu bewegen. „In Vereinen ist das aber auch leichter, als in einem Studio“, weiß Gerber.

Thomas Sumpf leitet das Pai Ora Fitnessstudio in Brandenburg/Havel. Er weiß: „Wenn der Kunde nicht will, können wir gar nichts machen.“ Sumpf ist ein Freund deutlicher Worte, auch unwilligen Freizeitsportlern gegenüber ist er ehrlich. „Ich sage in klarer Sprache, dass man beispielsweise nicht abnehmen kann, wenn man nichts dafür tut“, so Sumpf, „aber ich passe mich auch dem Kunden an. Wenn jemand nur ein Mal in der Woche Sport machen kann, dann ist das eben so.“

Trainieren im Studio

Jeder zehnte Deutsche ist Mitglied in einem Fitnessstudio. Damit zählt die Fitnessbranche zumindest in der Statistik mehr Mitglieder als der weltweit größte Sportverband, der Deutsche Fußball-Bund – dieser zählt rund 6,9 Millionen Aktive.

Bei günstigen Ketten kostet eine Jahresmitgliedschaft um die 260 Euro, Center im Premiumbereich verlangen hingegen 600 Euro oder mehr.

Stiftung Warentest bemängelt in Filialen der großen Ketten jeder Preisklasse vor allem die Betreuung. Zu wenige Trainer, die zum Teil auch noch schlecht berieten, sahen die Tester als großes Manko.

Sportneulinge ohne Studioerfahrung sollten vor dem ersten Training einen gesundheits- und Fitnesstest absolvieren. Individuelle Trainingspläne helfen beim erreichen der Ziele.

Besondere Angebote wie Saunen, Schwimmbecken oder Kurse gibt es bei den günstigen Studios eher selten. Wer Wert auf diese Elemente legt, sollte ein Premiumstudio testen.

Mehr Sport zu machen ist seit Jahren ein Dauerbrenner bei den guten Vorsätzen zum neuen Jahr – doch gibt jeder zweite Deutsche sein neues Hobby schon nach weniger als vier Monaten wieder auf.

Eine andere Strategie verfolgt das Frauenfitnesscenter Ladies 1st mit zwei Filialen in der Landeshauptstadt. „Ich empfehle den Frauen vor allem am Anfang, nur das Training zu absolvieren, das ihnen Spaß macht,“ sagt Ladies 1st Geschäftsführer Elmar Kaminski, „wenn nach acht oder zehn Wochen Erfolge sichtbar sind, dann ist die Motivation automatisch da.“ In den Studios, die er gemeinsam mit einem Partner betreibt, trainieren Frauen zwischen 15 und 83 Jahren. „Wir müssen mit unseren Kundinnen anders umgehen, als andere Anbieter auf dem markt. Viele, die bei uns mit dem Training anfangen. sind älter als 50 Jahre und haben seit der Schule keinen Sport mehr gemacht“, beschreibt Kaminski die Besonderheiten eines reinen Frauenstudios.

Im Body & Fight Gym des mehrfachen Deutschen Meisters und Vizeweltmeisters im Bodybuilding, Andreas Bosse, hingegen beträgt die Frauenquote weniger als 20 Prozent. Hier versucht man, guten Vorsätzen mit nachhaltiger Betreuung zu einer längeren Haltbarkeit zu verhelfen.„Ich mache für jeden einzelnen einen schriftlichen Trainingsplan,“ erklärt Bosse, „und schaue mir die konkreten Ziele des Sportlers an.“ Dennoch kennt auch er Fälle, in denen „Leute viel reden und dann nie wieder ins Studio kommen“, wie Andreas Bosse sagt, „aber da kannste nix machen. Der Ehrgeiz muss immer von den Leuten selbst kommen.“

Von Saskia Popp

Nach dem Terroranschlag in Istanbul ist der Schock in Falkensee (Havelland) groß. Zwei beliebte Menschen aus der Stadt fehlen. Marianne (71) und Rüdiger (73) Faber haben den Anschlag nicht überlebt. Eine Freundin der Familie erinnert sich im MAZ-Videointerview an das äußerst beliebte Ehepaar.

13.01.2016
Brandenburg Volksbegehren gegen Massentierhaltung - Tierschützer hoffen auf 80.000 Unterschriften

Auf dieses Ergebnis sind viele Brandenburger gespannt. Am Donnerstag wird bekannt gegeben, wie viele Menschen das Volksbegehren gegen Massentierhaltung unterschrieben haben. Kommen 80.000 Unterschriften zusammen, muss sich der Landtag mit dem Thema beschäftigen. Wie das Rennen ausgeht, ist noch völlig offen.

13.01.2016

Eine neue Studie der Politikberater von Agora Energiewende fordert einen „Kohlekonsens“ in der Bundesrepublik – ähnlich wie dem zur Atomenergie. Braunkohlekraftwerke sollen nicht mehr gebaut und Tagebaue nicht mehr neu aufgeschlossen werden. Damit stoßen die Autoren in Brandenburg auf ein verhaltenes Echo.

13.01.2016
Anzeige