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Brandenburger und Touristen sind gut zu Rad

Tag des Fahrrads am 12. Juni Brandenburger und Touristen sind gut zu Rad

Vor 200 Jahren fuhr Karl Drais erstmals mit der Draisine, dem Vorläufer des Fahrrads, durch Mannheim – eine geniale, doch damals verkannte Erfindung. Heute besitzt fast jeder Haushalt ein Fahrrad – in Brandenburg sind es 89 Prozent.

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Quelle: dpa

Potsdam. Fast alle Haushalte in Brandenburg besitzen nach amtlichen Zahlen ein Fahrrad. Die Ausstattungsquote lag im vergangenen Jahr bei 89 Prozent, wie das Statistikamt in Potsdam zum Tag des Fahrrads am 12. Juni mitteilte. Im Schnitt verfügte demnach jeder Haushalt in Brandenburg sogar über zwei Fahrräder.

Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt waren die Brandenburger Haushalte häufiger mit einem Fahrrad ausgestattet. Deutschlandweit lag die Quote bei 81 Prozent, in Berlin sogar nur bei 77 Prozent.

Radtourismus in Brandenburg ein Erfolgsfaktor

Radfahren liegt auch bei Urlaubern hoch im Kurs, was auch in Brandenburg zunehmend eine Rolle spielt. Es sei eine wichtige Angebotskomponente vor allem im ländlichen Raum, so die IHK Potsdam. Eine Umfrage unter Gastronomen, Beherbergungsunternehmen und Touristikern habe ergeben, dass der Radtourismus „ein klarer Erfolgsfaktor“ sei, so die IHK. Brandenburg sei eine der Top-Raddestinationen Deutschlands mit mehr als 11.000 Kilometern ausgeschilderten Radwegen und mehr als 30 regionalen Routen, sagte IHK-Präsidentin Beate Fernengel.

Am 12. Juni fuhr Karl Drais erstmals auf einer Laufmaschine – Draisine – durch Mannheim. Die Laufmaschine gilt als die Urform des Fahrrads.

Der Nachbau einer durch Freiherr Karl von Drais lizensierten Laufmaschine aus dem Jahr 1820 steht in Mannheim im Technoseum in der Sonderausstell

Der Nachbau einer durch Freiherr Karl von Drais lizensierten Laufmaschine aus dem Jahr 1820 steht in Mannheim im Technoseum in der Sonderausstellung „2 Räder - 200 Jahre. Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrads“.

Quelle: dpa

Wer war Karl Drais?

Karl von Drais wurde als Sohn eines Hofrats 1785 in Karlsruhe geboren - seinen Adelstitel legte der bekennende Demokrat später kurzzeitig ab. Er arbeitete als badischer Forstmeister, schlug aber bald eine Erfinderlaufbahn ein. Er entwickelte unter anderem eine Schreibmaschine für Noten, eine Schnellschreibmaschine mit 16 Buchstaben und vierrädrige „Muskelkraftwagen“. Seine „Laufmaschine“, die später auch Draisine hieß, war eine Alternative zu Pferdewagen. Er testete zudem damals schon bekannte, fußgetriebene Fahrzeuge auf Schienen. Auch sie wurden nach ihm benannt. Als Revolutionsanhänger verlor er später an Ansehen und starb verarmt 1851 in Karlsruhe.

Geschichte des Fahrrads

Seit Erfindung der Laufmaschine ist das Fahrrad immer ausgeklügelter geworden. Zuweilen liefen Entwicklungen parallel und unabhängig voneinander ab. Ein Rückblick:

1817: Karl Drais (1785-1851) entwickelt die nach ihm benannte Laufmaschine («Draisine»), die Ur-Form des heutigen Fahrrads.

1839: Der Brite Kirkpatrick Macmillan erfindet ein Zweirad, das mit Schwinghebeln am Hinterrad angetrieben wird. Um 1860 entstehen auch Räder mit einer Tretkurbel am Vorderrad.

1867: Die Franzosen Pierre und Ernest Michaux stellen auf der Pariser Weltausstellung ihr vorderradbetriebenes Velociped vor. Der Siegeszug des Fahrrads beginnt.

1869: Der Brite James Moore gewinnt mit dem Fahrrad das erste Langstreckenrennen über 123 Kilometer von Paris nach Rouen.

um 1870 : Das Hochrad wird entwickelt. In der Regel hat das Vorderrad einen besonders großen Durchmesser, um schneller voranzukommen.

1879: Der Brite Henry John Lawson erfindet den Kettenantrieb für das Hinterrad.

1885: Das Niederrad mit zwei gleich großen Reifen und einer Kette für den Hinterrad-Antrieb wird vom Briten John Kemp Starley patentiert. In der Folge wird das Fahrrad nach und nach zum Massenverkehrsmittel.

1888: Der Schotte John Boyd Dunlop erfindet den Luftreifen fürs Fahrrad. Zwar patentierte bereits 1845 sein Landsmann Robert William Thomson «Pneumatics», konnte sich aber nicht durchsetzen.

um 1895: Die ersten Gangschaltungen fürs Fahrrad werden patentiert.

1903: Das weltweit berühmteste Radrennen, die Tour de France, findet erstmals statt. Nach sechs Etappen und 2428 Kilometern trägt der Franzose Maurice Garin das gelbe Sieger-Trikot.

1913: Mit Einführung der Fließbandproduktion beim US-Autohersteller Ford bekommt das Fahrrad über die folgenden Jahrzehnte in den Industrieländern Konkurrenz von Kraftfahrzeugen. Gerade mit der Motorisierung ab den 1950ern werden Velos zu Freizeitartikeln.

1970er: Durch Gesundheits- und Umweltbewusstsein der Bevölkerung verbessert sich das Image des Fahrrads wieder. In dieser Zeit entstehen auch neue Formen wie Mountainbikes.

1990er: Zwar wurden bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts elektrisch angetriebene Fahrräder patentiert, doch fassen Pedelecs und E-Bikes erst mit der Entwicklung von leistungsstarken Batterien vermehrt Fuß.

2016: Die US-Marke Sram bringt erstmals eine kabellose Funkschaltung auf den Markt. Jedes siebente verkaufte Fahrrad in Deutschland ist mittlerweile ein E-Bike - Tendenz steigend.

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Glückwunsch, Fahrrad!

Von Rochus Görgen, dpa

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