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Brandenburg Die Mark wirbt um Berliner Kleingärtner
Brandenburg Die Mark wirbt um Berliner Kleingärtner
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00:21 04.10.2018
Ein verwilderter Kleingarten: Immer häufiger lassen Gärtner ihre leerstehende Lauben zurück. Quelle: dpa
Potsdam

 Brandenburgs Kleingärtner kämpfen immer häufiger mit Nachwuchsproblemen. Gab es im Jahr 1991 noch rund 77 800 Kleingärten in der Mark, sind es derzeit noch 62 700. Vor allem in ländlichen Gebieten im Norden des Landes wie der Prignitz oder der Uckermark werden Parzellen aufgegeben. „Leerstände von bis zu einem Drittel sind im ländlichen Gebieten keine Seltenheit“, sagt der Vorsitzende des Landesverbandes der Gartenfreunde, Bernd Engelhardt.

Viele Parzellen würden nicht mehr bewirtschaftet, weil der Bevölkerungsrückgang die Sparte vor enorme Herausforderungen stellt. So liegt das Durchschnittsalter der Kleingärtner nach Auskunft des Verbandes bei rund 60 Jahren. „Weil viele Gartenfreunde ihre Parzelle aus Altersgründen nicht halten können, besteht die Gefahr, dass wir weitere Kleingärten verlieren“, erklärt Engelhardt.

Pächter lassen verwilderte Gärten zurück

Wie viele Parzellen derzeit genau brach liegen, schlüsselt der Landesverband für seine 1280 Vereine nicht auf. „Doch schätzungsweise sinkt die Zahl der Kleingärten jährlich um bis zu 500“, so der Landesverbandschef. Die Folge: Viele Anlagen in ländlichen Regionen bestehen heute aus einem Flickenteppich ungenutzter Parzellen und der Rückbau stellt die Gartenfreunde vor neue Herausforderungen. „Einige Pächter lassen einen verwilderten Garten zurück und haben keine meldepflichtige Adresse, die wir nachverfolgen können.“ Leerstehende Kleingärten müssen bei Pachtende eigentlich komplett beräumt und dem Grundstückseigentümer übergeben werden. „Jede nicht belegte Parzelle ist ein Kostenfaktor“, erklärt Engelhardt.

In Brandenburgs Städten sieht die Lage zwar anders aus. Gärten in Potsdam, Frankfurt (Oder), Cottbus und im Berliner Speckgürtel sind nachgefragt. Doch in größeren Städten droht vielen Gartenkolonien das Aus, weil Investoren Kleingartenland als Bauland sehen. „Wir wehren uns dagegen, aber in den vergangenen Jahren wurden wir durch gerichtliche Urteile zunehmend eingeschränkt“, sagt Engelhardt. Bedrohte Kleingartenanlagen gebe es zurzeit etwa in Potsdam-Babelsberg, Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz), Oberhavel und Brandenburg an der Havel. „Das bereitet uns vor allem deshalb Sorgen, weil keine neuen Kleingärtenflächen nachkommen.“

Wartelisten für Berliner Familien

 Ähnlich sieht es bei den Landesnachbarn in Berlin aus. Auch dort sorgen sich Kleingärtner zunehmend, weil der Bauboom ihre Oasen bedroht. In der Hauptstadt stehen fast 12 000 Menschen auf Wartelisten für ein Idyll im Grünen.

Dass in der Großstadt das Interesse der Gartenanwärter größer geworden ist, wollen sich jetzt die Brandenburger Kleingärtner zunutze machen. Im Radio und auf Messen hatten die Brandenburger bereits gezielt um Berliner geworben, die Gärten in der Mark pachten wollen.

Doch das Interesse war mäßig. Die leerstehenden Kleingärten in Brandenburgs Randregionen seien nicht attraktiv für jüngere Berliner Familien. „Sie wollen lange Fahrten mit dem Auto oder Bus und Bahnen nicht in Kauf nehmen, um zur neuen Anlage zu gelangen“, erklärt der Zweite Vorsitzende der Brandenburger Gartenfreunde, Fred Schenk. Trotzdem will der Brandenburger Verband weiter um die Berliner werben. „Ein märkischer Kleingarten kostet mit 250 bis 300 Euro jährlich ein Drittel von dem, was man in Berlin für eine Parzelle zahlt.“

Von Diana Bade

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