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Brandenburgs Azubis haben hohes Unfallrisiko

Analyse des DAK-Gesundheitsreports 2016 Brandenburgs Azubis haben hohes Unfallrisiko

Auszubildende und Berufsanfänger haben in Brandenburg ein wesentlich höheres Unfallrisiko als ältere Arbeitnehmer. Sie sind nicht nur öfter, sondern auch länger verletzt als die Älteren. Diese und weitere Fakten gehen aus einer Analyse der Krankenkasse DAK hervor.

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Quelle: E+

Potsdam. Berufsanfänger in Brandenburg haben ein stark erhöhtes Unfallrisiko. Während 2015 in Brandenburg über alle Altersgruppen hinweg auf hundert Arbeitnehmer elf Unfälle kamen, waren es bei den 15- bis 19-Jährigen 26 Fälle – 136 Prozent mehr. Das geht aus der aktuellen Azubi-Sonderanalyse des DAK-Gesundheitsreports hervor.

Auszubildende sind nicht nur häufiger verletzt als ältere Arbeitnehmer, sie erleiden auch schwerere Verletzungen und fallen dadurch länger aus. Ältere verstauchen sich den Fuß, Berufsstarter verrenken sich das Knie oder brechen sich das Bein. „Jüngere haben eine größere Risikobereitschaft“, erklärt Elisabeth Thomas, Ärztin bei der DAK-Gesundheit. „Sie treiben riskantere Sportarten und zeigen ein anderes Freizeitverhalten.“

Verletzungen schlagen im Durchschnitt mit zehn Fehltagen zu Buche. Mit einem verrenkten Knie fehlt ein Berufsstarter im Bundesdurchschnitt 20 Tage im Job, mit einem Oberschenkelbruch sogar 55 Tage.

Häufigster Grund fürs Fehlen: Atemwegserkrankungen

Der häufigste Grund für eine Krankschreibung bei den Berufsstartern in Brandenburg waren 2015 Erkältungen und andere Erkrankungen des Atmungssystems: Auf 100 DAK-versicherte Azubis kamen mehr als 94 Fälle. Wegen solcher Krankheiten fielen die Azubis im Schnitt rund fünf Tage im Job aus. Ein Erkältungsfall war in ihrer Gruppe mehr als doppelt so häufig wie in der Gesamtheit der Arbeitnehmer zwischen 15 und 65 Jahren.

Ausbildungserfolg kann durch Krankheit gefährdet sein

„Unfallbedingt lange im Job und in der Berufsschule zu fehlen, kann unter Umständen den Ausbildungserfolg gefährden“, warnt Elisabeth Thomas. Die Ärztin empfiehlt Betroffenen, die operiert werden müssen, verstärkt nach kurzstationären Angeboten zu suchen.

Die DAK-Gesundheit ist mit rund sechs Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands. Für die Analyse zum Krankenstand wurden die Daten von rund 120.000 erwerbstätigen Versicherten in Brandenburg durch das IGES Institut in Berlin ausgewertet und nach Altersgruppen selektiert.

Vergleich: Top Ten der Erkrankungsarten in Brandenburg bei den Auszubildenden sowie bei den 15- bis 65-Jährigen

15- BIS 19-JÄHRIGE AUSZUBILDENDE

1. Atmungssystem (30,7 Prozent)

2. Verletzungen (16,5 Prozent)

3. Infektionen (11,6 Prozent)

4. Verdauung (8,7 Prozent)

5. Muskel-Skelett-Erkrankungen (8,0 Prozent)

6. Unspezifische Symptome (6,5 Prozent)

7. Psychische Erkrankungen (6,4 Prozent)

8. Haut (2,9 Prozent)

8. Nervensystem, Augen, Ohren (2,9 Prozent)

10. Urogenitalsystem (2,2 Prozent)

15- BIS 65-JÄHRIGE ERWERBSTÄTIGE

1. Muskel-Skelett-Erkrankungen (23,1 Prozent)

2. Atmungssystem (17,2 Prozent)

3. Psychische Erkrankungen (14,5 Prozent)

4. Verletzungen (12,3 Prozent)

5. Verdauung (5,6 Prozent)

6. Kreislaufsystem (4,7 Prozent)

7. Infektionen (4,4 Prozent)

8. Nervensystem, Augen, Ohren (3,9 Prozent)

9. Neubildungen (3,8 Prozent)

10. Unspezifische Symptome (3,3 Prozent)

Von MAZonline

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