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Brandenburg Brandenburgs Baubranche setzt auf junge Geflüchtete
Brandenburg Brandenburgs Baubranche setzt auf junge Geflüchtete
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00:23 24.01.2019
Die Baubranche hat ein Fachkräfteproblem. Quelle: dpa
Potsdam

Das Baugewerbe in Brandenburg geht mit Zuversicht in das neue Jahr. Die Branche rechnet nach einem eher durchwachsenen 2018 mit deutlichen Zuwächsen. Jedes zweite Bauunternehmen gab in einer aktuellen Konjunkturumfrage an, sowohl den Umsatz als auch die Zahl der Beschäftigten steigern zu wollen. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands Ost, Robert Momberg, der MAZ.

Der Umsatz Ende Oktober 2018 lag in Brandenburg mit plus 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich unter dem Durchschnitt von zehn Prozent im Osten. Sorgenkind Nummer eins ist der Wohnungsbau in Brandenburg, der bis Oktober 2018 die Umsatz-Werte von 2017 um rund 14 Prozent verfehlte. Brandenburg könne mit der Dynamik großer Städte wie Berlin oder in Sachsen nicht mithalten, sagte Momberg. Lediglich im „Speckgürtel“ um Berlin habe es Zuwächse gegeben.

Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands Ost. Quelle: Pressefoto

Größter Bremsklotz für eine gute Entwicklung sei der akute Fachkräftemangel. Den würden 70 Prozent der Baufirmen der Region für dramatisch halten. Zunehmend würde das Baugewerbe auf ausländische Fachkräfte und Auszubildende setzen, vor allem auf Flüchtlinge. Das sei ein neuer Trend, betonte Momberg, dessen Verband rund 260 große und mittelständische Baufirmen mit rund 20 000 Beschäftigten in Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt vertritt.

Zahl der Lehrlinge mit Asylstatus vervierfacht

Im Baugewerbe in Brandenburg sei die Zahl der Lehrlinge aus Asylherkunftsländern um über 200 Prozent gestiegen, fast genauso stark sei der Zuwachs von jungen Leuten aus den Balkanstaaten. „Viele Unternehmen hoffen, unter den Flüchtlingen Fachkräftenachwuchs zu finden.“ Allerdings habe es nicht nur gute Erfahrungen gegeben, betont Momberg. Das habe jedoch nicht an den Menschen selbst, sondern an den oftmals bürokratischen Verfahren gelegen. Rückläufig sei dagegen die Zahl der Azubis aus den EU-Staaten.

Auch bundesweit scheint die Baubranche von jungen Flüchtlingen zu profitieren. Die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich hat sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Der Zuwachs in Ostdeutschland wiederum war doppelt so hoch wie in Westdeutschland. Insgesamt stieg der Anteil ausländischer Arbeitnehmer im ostdeutschen Baugewerbe von 7,0 auf 8,3 Prozent – das sei höher als im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige.

Entscheidend sind Sprachkenntnisse

Die Bauwirtschaft setze auf gelebte Integration und habe damit gute Erfahrungen gemacht, betont die Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, Manja Schreiner, die vor allem mittelständische Firmen vertritt. „Viele Flüchtlinge sind sehr motiviert und bringen Erfahrungen im Handwerk, oft sogar mit Bautätigkeiten, mit.“ Zudem seien sie sich inzwischen bewusst, wie wichtig eine Ausbildung sei.

Manja Schreiber, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg. Quelle: privat

Für die gelungene Integration in ein Bauunternehmen sei aber auch eine berufsbezogene Förderung inklusive der Vermittlung spezifischer Sprachkenntnisse entscheidend, betonte Schreiner. Als Beispiel nannte sie das Projekt „Arrivo Bauwirtschaft“, das auf einem Lehrbauhof in Berlin-Marienfelde Geflüchtete auf einen Bauberuf vorbereitet.

Wie die IHK Potsdam mitteilte, ist die Zahl der zugewanderten Auszubildenden deutlich gestiegen – von 292 im Jahr 2017 auf 363 im vorigen Jahr.

Von Igor Göldner

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