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Brandenburg Brandenburgs Bauern reden Tacheles
Brandenburg Brandenburgs Bauern reden Tacheles
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15:17 16.08.2014
Ackerland in Brandenburg wird immer teurer. Quelle: Patrick Pleul
Potsdam

Der Ton der Auseinandersetzung um teures Ackerland in Brandenburg wird schärfer: „Staatlich sanktionierte Preistreiberei?“ – so überschreibt der Landesbauernverband (LBV) eine aktuelle Pressemitteilung. Thema ist die Praxis der Pachtausschreibungen der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG). Diese vermarktet im Auftrag der Bundesregierung jene Flächen, die einst im volkseigenen Besitz der DDR waren.

Hiesige Landwirte beklagen schon lange, dass sie bei den Preisen, die aufgerufen werden, nicht mithalten könnten, dass die BVVG einen Ausverkauf der märkischen Äcker an große Investoren betreibe. Nun habe diese Praxis einen „traurigen Höhepunkt“ erreicht, so der LBV.

Während die landwirtschaftlichen Pachten für die besten Brandenburger Böden im letzten Agrarbericht noch 173 Euro pro Hektar betragen hätten, wolle die BVVG jetzt offenbar wieder groß abkassieren. So würden zum Beispiel in einer Ausschreibung bei Rhinow (Havelland) 450 Euro pro Hektar verlangt – und das „auf nicht mal mittelmäßigem Ackerland“.

Besonders makaber sei dabei, dass sich die Ausschreibung an Betriebe wie Öko- oder Junglandwirte richtet, erläutert Holger Brantsch, Sprecher des LBV. „Das kommt schon einer Verhöhnung gleich.“ Wenn diese Landwirte nicht auf die Angebote reagierten, weil sie es schlichtweg nicht könnten, kämen die Großen zum Zuge, ist er überzeugt, und das „Landgrabbing“, der Landraub, gehe weiter.

Die oft beklagten Folgen: Statt für den Ackerbau werden die Flächen als rentable Kapitalanlage verwendet. Statt für eine vielfältige Landwirtschaft für den Anbau von Monokulturen wie Mais für wiederum subventionierte Biogasanlagen. Und das in Zeiten, in denen „um den besonderen Wert ortsansässiger Landwirte“ diskutiert werde, so der LBV.

Die BVVG weist den Vorwurf der Preistreiberei zurück. Die Ausschreibung in Rhinow richte sich nach dem Marktwert. Maßgeblich für die steigenden Bodenpreise seien Angebot und Nachfrage. „Zunehmend werden Flächen für die erneuerbaren Energien, zum Beispiel für die Biogaserzeugung, benötigt“, heißt es in einem Statement. „Dazu kommt, dass global gesehen die Bevölkerung wächst. Auch veränderte Essgewohnheiten führen zu mehr Fleischproduktion, die wiederum mehr Fläche benötigt.“ Letztlich entschieden die Bieter darüber, wie viel ihnen die Fläche wert sei. Zudem beteuert die Gesellschaft, vor allem an ortsansässige Landwirte und nicht an Investoren zu verkaufen und zu verpachten. Die meist kleinen Lose seien für Konzerne gar nicht interessant.

Reinhard Jung, Geschäftsführer des Brandenburger Bauernbundes, hält das für vorgeschoben. Hinter ortsansässigen Betrieben steckten oft ausländische Investoren, die sich eingekauft hätten, um mitbieten zu können. Und mehrere kleine Flächen könnten zu einer großen zusammengefügt werden. „Die BVVG nutzt ihre Monopolfunktion schamlos aus.“ Er fordert, dass künftig wirklich lokale Landwirte bevorzugt und Flächen endgültig abverkauft werden. Damit sich der Bund nicht weiter an den Landwirten „mästen“ könne.

Von Angelika Pentsi

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