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Brandenburg Experten zweifeln am neuen Gesetz zur Pflege
Brandenburg Experten zweifeln am neuen Gesetz zur Pflege
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18:26 09.11.2018
Das geplante Milliardenpaket der Koalition soll die Personalnot in der Pflege beenden. Quelle: Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Potsdam

Krankenhäuser und Altenheime bekommen mehr Geld, wenn sie zusätzliche Pflegekräfte einstellen. Auch die Ausbildung soll besser finanziert werden. Das sagt das so genannte Pflegepersonalstärkungs-Gesetz, das der Bundestag am Freitag beschlossen hat.

Sofortprogramm für 13000 Stellen

Die Krankenkassen finanzieren ab 2019 ein Sofortprogramm für 13000 zusätzliche Stellen in den Altenheimen. In den Krankenhäusern wird ab 2019 jede zusätzliche oder aufgestockte Stelle vollständig vergütet, wenn sie der Pflege am Krankenbett dient.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) ist erleichtert, dass der Bund sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege einsetzt. „Das Gesetz ist dafür ein erster Schritt in die richtige Richtung.“ Aber es reiche bei weitem nicht aus. In der Pflege müssten Tausende neue Stellen besetzt werden. „Dazu muss es gelingen, die Pflegeberufe mit höheren Löhnen, besseren Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen und mehr Wertschätzung attraktiver zu machen.“

Träger märkischer Pflegeeinrichtungen stimmen zu. Eva-Maria Dressler, Geschäftsführerin der Altenhilfe beim Landesausschuss für Innere Mission (Lafim), einem der größten Träger der Altenpflege Brandenburgs, meint, dass man die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zugesagten 13 000 Stellen des Sofortprogramms kurzfristig gar nicht besetzen könne. „Es wurden einfach zu wenig Pflegefachkräfte ausgebildet“, sagt Dressler. 13000 Stellen seien außerdem viel zu wenig: „Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass wir eigentlich zwei Mal so viele Stellen bräuchten.“

Großer Fachkärftemangel in der Region

Auch der Lafim spüre den Fachkräftemangel in seinen Einrichtungen in Potsdam, Teltow und Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark). Bis auf die Ausschreibung einer Stelle für eine Pflegefachkraft reagiert werde, vergingen inzwischen mindestens vier Monate. Schon auf die Antwort einer einfachen Pflegehilfskraft auf ein Stellenangebot müssten brandenburgische Einrichtungen mindestens zwei Monate warten. Ein Grund dafür sei, dass die infrage Kommenden wegen der Situation in der Pflege eine große Auswahl hätten und das für sie günstigste Angebot nutzten. Auch die bereits in der Pflege Tätigen würden häufig in andere Tätigkeitsfelder wechseln. Das gelte insbesondere für jüngere Kräfte. Der Lafim würde laut Dressler jedenfalls mehr Stellen in seinen brandenburgischen Einrichtungen besetzen, wenn die Bewerber vorhanden wären.

Von Rüdiger Braun

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