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Brandenburg Ministerin Münch stattet Fachhochschulen besser aus
Brandenburg Ministerin Münch stattet Fachhochschulen besser aus
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13:37 11.09.2018
An der TH Wildau freut man sich über Möglichkeiten zur Promotion. Quelle: Bernd Schlütter
Potsdam

22 zusätzliche Professorenstellen, 20 Promotionsstellen und bezahlte Stellen für promovierte Nachwuchswissenschaftler: Mit einem bundesweit einmaligen Förderprogramm will Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) die vier Fachhochschulen des Landes und die praxisbezogenen Studiengänge an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg attraktiver für Studierende machen. Spezielle Forschungsprofessuren sollen reguläre Promotionen auch an Fachhochschulen möglich machen.

3,1 Millionen Euro zusätzlich im Jahr

3,1 Millionen Euro will das Ministerium im „Zukunftsprogramm für die Fachhochschulen des Landes Brandenburg“ künftig im Jahr ausreichen. „Hinzu kommen einmalig 2,4 Millionen Euro für die Unterstützung hochschulübergreifender Forschung sowie die Erstausstattung der Professuren“, so Münch. Schließlich können die Fachhochschulen zusätzliches Personal im Wissenschaftsmanagement einstellen, um ihr Profil weiter zu entwickeln oder Fördermöglichkeiten ausfindig zu machen. Bis zum 4. Quartal könnten sich die Fachhochschulen mit entsprechenden Programmen bewerben. Ausgezahlt würden die Mittel dann ab kommendem Jahr. Für Promotionen müssen die Fachhochschulen zwar nach wie vor mit Universitäten kooperieren, künftig aber sollen ihre Forschungsprofessoren selbst Themen setzen können.

Die Fachhochschulen seien der wichtigste Ausbildungsort für Fachkräfte, die dringend gebraucht würden. Münch sprach von einem „Missverhältnis“ zwischen Studierenden an Universitäten und denen an Fachhochschulen. Von den rund 48000 Studierenden insgesamt gingen nur etwa ein Drittel an die Fachhochschulen. Münch würde die Zahl der Fachhochschulstudenten gerne um rund 10 Prozent heben. Ein Anreiz dazu könne die Möglichkeit der Promotion sein. Dafür soll es unter den geplanten 22 Professuren auch 12 Forschungsprofessuren geben, die eng mit Universitäten zusammenarbeiten. Außerdem sollen durch die Möglichkeit der Promotion und durch die Postdoc-Stellen auch neue Karrierewege für Wissenschaftler an den Fachhochschulen eröffnet werden. „Fachhochschulen können künftig den Nachwuchs von der Pike auf ausbilden“, so Münch. Die Ministerin erwartet, dass in den kommenden Jahren die Zahl der Studierenden insgesamt noch um bis zu 4000 Studierende steigen wird. Das neue Programm ist auch ein Ausdruck des bundesweit verschärften Wettbewerbs zwischen Universitäten und Fachhochschulen.

Der Weg zur Promotion ist wichtig

Die Präsidentin der FH Wildau (Dahme-Spreewald), Ulrike Tippe, sagt, ein ganz wichtiges Thema sei für sie der strukturierte Weg zur Promotion. Gestärkt werden solle an der FH Wildau außerdem die Forschung in Biomedizin und im Ingenieurbereich. Dort prüft die Hochschule derzeit, welche Ausbildung für den Ingenieur der Zukunft gebraucht wird. An der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde (Barnim) will deren Präsident Wilhelm-Günther Vahrson die Forschung zu Landnutzungskonzepten und Biodiversität ausbauen. Vahrson lobt die verbesserte Karrierechancen für Wissenschaftler. „Wir haben zur Zeit große Schwierigkeiten Personal zu rekrutieren“, so Vahrson. Zwar seien 90 Prozent der Stellen besetzt, ginge es aber um Neubesetzung, meldeten sich statt früher zehn jetzt allenfalls vier Bewerber. Und diesen fehlten oft auch die bei Fachhochschullehren notwendige Praxiserfahrung. Beide Hochschuldiorektoren erwarten durch das Programm auch mehr Promotionen. Vahrson rechnet damit, dass die bislang um die sechs Promotionen im Jahr auf bis zu zehn gesteigert werden könnten.

Von Rüdiger Braun

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