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Brandenburgs Grüne attackieren Wowereit

Heftige Kritik an "Entsorgung" des BER-Technikchefs Brandenburgs Grüne attackieren Wowereit

Die Absetzung von Horst Amann als Technikchef des neuen Flughafens in Schönefeld (Dahme-Spreewald) am Mittwoch stößt auf heftige Kritik der Opposition. Klaus Wowereit müsse den BER-Aufsichtsrat verlassen, fordern die Grünen.

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Klaus Wowereit nach der Aufsichtsratssitzung am Mittwochabend.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Absetzung von Flughafen-Technikchef Horst Amann stößt bei der Opposition auf heftige Kritik. „Das ist eine Entsorgung auf einen Frühstücksdirektoren-Posten, mit dem nur die eigentlichen Probleme kaschiert werden sollen“, sagte Brandenburgs Grünen-Fraktionschef Axel Vogel am Donnerstag der MAZ. Klaus Wowereit müsse den BER-Aufsichtsrat verlassen, bekräftigte er eine Forderung des Fraktionschefs der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter. Der Aufsichtsrat habe nur einen „Sündenbock“ für das Airport-Desaster gesucht, meint auch der Verkehrsexperte der märkischen CDU, Rainer Genilke.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der zugleich kommissarischer Aufsichtsratschef ist, hatte am Mittwochabend erklärt, dass Amann seinen Geschäftsführerposten verliert und künftig bei vollen Bezügen eine Tochterfirma der Flughafengesellschaft führt. Amann, dem eine erneute Verschiebung des Eröffnungstermins angelastet wird, hatte sich einen monatelangen Streit mit Flughafengeschäftsführer Hartmut Mehdorn geliefert.

„Das Klima stimmte nicht mehr und es bestand die Gefahr einer Lähmung“, erklärte Brandenburgs Aufsichtsratsmitglied Rainer Bretschneider (SPD) am Donnerstag. Nun könne man davon ausgehen, dass Abläufe reibungsloser vonstatten gehen. „Die Betriebe im Flughafenumfeld haben händeringend auf eine Entscheidung gewartet“, sagt auch der Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, Wolfgang Krüger, der ebenfalls im Kontrollgremium sitzt. Mehdorn müsse jetzt beweisen, dass eine schnelle Flughafeneröffnung in Schönefeld (Dahme-Spreewald) gewährleistet sei. Laut Bretschneider könne derzeit aber „seriöserweise“ noch kein Starttermin genannt werden. Auch die Kosten könnten noch nicht exakt beziffert werden. Zuletzt war von fünf Milliarden Euro die Rede. Über die Finanzierungsstrategie will der Aufsichtsrat am 13. Dezember beraten.

Von Marion Kaufmann und Gerald Dietz

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Leichen pflastern seinen Weg, heißt ein Italowestern von 1968. An diesen fühlt man sich erinnert, wenn man sich den Ausgang des jüngsten Duells am künftigen Hauptstadtflughafen ansieht. Der Airport war schon für einige Manager ein Karrierekiller, nun hat es also Technikchef Horst Amann erwischt. Der einstige Hoffnungsträger aus Hessen wird sanft in eine Tochtergesellschaft entsorgt. Ob der Mann tatsächlich ein unfähiger Bremser war, wie sein Kontrahent, Geschäftsführer Harmut Mehdorn, zu verstehen gegeben hat, sei dahingestellt. Amann stand für Gründlichkeit vor Schnelligkeit, während Mehdorn mit der Hau-Ruck-Methode hantiert. Klar ist: Der Machtkampf der beiden Airport-Alphatiere, der zuletzt mehr Schlagzeilen gemacht hat als der Baufortschritt, musste beendet werden. Denn das Gezerre der beiden Flughafenverantwortlichen war mehr als peinlich für das ohnehin schon blamable Projekt. Aber: Ein Eröffnungstermin ist damit noch nicht in Sicht. Nun muss Mehdorn beweisen, dass ein baldiger Start möglich ist. Versprechungen haben schon viele gemacht. Sie sind – anders als die Flugzeuge in Schönefeld – fast alle irgendwann geflogen.

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