Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Brandenburgs Kitas schneiden gut ab
Brandenburg Brandenburgs Kitas schneiden gut ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:39 28.08.2018
Trotz einiger Verbesserungen braucht Brandenburg dringend mehr Erzieher. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Die Betreuungssituation in Brandenburgs Kitas hat sich verbessert, doch es gibt große Unterschiede in den Landkreisen. Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann-Stiftung in ihrem jährlichen „Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme“, das am Dienstag veröffentlicht wurde und auf Daten der Statistischen Landesämter und des Bundesamtes beruht.

Durchschnittlich um 5,8 Krippenkinder oder 10,8 Kindergartenkinder muss sich eine Erzieherin in Brandenburg kümmern. Zum Vergleich: Beim Spitzenreiter Baden-Würtemberg kommen auf eine Erzieherin 3,1 Krippen- oder 7,1 Kindergartenkinder. Beim Schlusslicht Sachsen musste ein Erzieher doppelt so viele Krippenkinder im Blick behalten (1:6,4).

Verbesserungen im Krippenbereich

Brandenburg zeigt, dass sich über die Zeit nennenswerte Verbesserungen erreichen lassen“, heißt es in der Untersuchung. Mit seinem gegenwärtigen Betreuungsschlüssel biete Brandenburg den Kindergartenkindern im Vergleich der ostdeutschen Flächenländer die besten Betreuungsverhältnisse.

Laut Studie gab es in brandenburgischen Krippen in den vergangenen Jahren nach Sachsen-Anhalt einen der größten Qualitätssprünge hinsichtlich der Entwicklung der Personalschlüssel. So lag das Betreuungsverhältnis bei den Krippenkindern im Jahr 2012 bei 1:6,6 und bei den Kindergartenkindern 1:11,6.

Wohnort entscheidet über Qualität

Wenngleich sich die Personalschlüssel in Brandenburg insgesamt verbessert haben, unterscheiden sie sich dennoch von Kreis zu Kreis – insbesondere in den Kindergartengruppen.

Danach musste im Jahr 2017 eine Erzieherin in Brandenburg an der Havel (1 zu 12,4) rein rechnerisch drei Kindergartenkinder mehr betreuen als im Landkreis Ostprignitz-Ruppin (1 zu 9,4). Im Vergleich zu den anderen Flächenländern sei diese Spannweite laut Studie „eine der ungünstigsten“. Nur in Rheinland-Pfalz und Hessen ist sie noch größer – allerdings bei einem günstigeren Personalschlüssel.

Für die jüngeren Kinder ist die Betreuungsrelation landesweit einheitlicher. Während im Landkreis Barnim und in Frankfurt an der Oder ein Erzieher 6,3 Krippenkinder betreut, sind es im Landkreis Oberhavel und Dahme-Spreewald 5,4.

Kita-Träger fordern Verbesserungen

Warum in einigen Gebieten Brandenburgs die Betreuungssituation besser ist als in anderen, habe mit der unterschiedlichen Finanzierung der Betreuungszeiten in den Kitas zu tun. „Die gesetzliche Personalbemessung berücksichtigt nicht lange Betreuungszeiten“, sagt Kathrin Bock-Famulla von der Stiftung. Für Kinder, die länger als sechs Stunden betreut werden, stehe nicht ausreichend Geld zur Verfügung, um den vorgegebenen Personalschlüssel umzusetzen.

Ein Defizit, das auch Brandenburgs Kita-Träger kritisieren. „Wir beklagen nach wie vor die fehlende Finanzierung von Betreuungsverträgen bis zu 10 Stunden. Diese werden nicht besser mit Personal ausgestattet als Verträge mit 7,5 Stunden täglicher Betreuungszeit“, sagt Stefan Spieker, Chef des Kita-Trägers Fröbel. Eine solche Handhabung unterschiedlicher Betreuungszeiten gebe es in keinem anderen Bundesland. „Wir fordern deshalb das Land auf, diesen Fehler zeitnah zu beheben.“

200 Millionen vom Bund für märkische Kitas

Die Stiftung forderte bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für Kitas. So sollten Bund und Länder in den Verhandlungen zum sogenannten Gute-Kita-Gesetz eine Verbesserung der Personalschlüssel und Leitungsausstattung auf den Weg bringen, hieß es. Das Gesetz soll unter anderem zu einer Senkung der Gebühren beitragen und den Betreuungsschlüssel verbessern. Bis 2022 will die Bundesregierung den Ländern rund 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Nach Einschätzung der Bertelsmann Stiftung wären jedoch jährlich 8,7 Milliarden Euro nötig. Aus Gute-Kita-Gesetz sollen rund 100 bis 200 Millionen Euro nach Brandenburg fließen.

Von Diana Bade

Nach dem Rücktritt von Gesundheitsministerin Diana Golze hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke Justizminister Stefan Ludwig (Linke) als vorläufigen Nachfolger benannt. Die langfristige Nachfolge müsse Die Linke intern organisieren.

28.08.2018

Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze ist zurückgetreten. Um 9.30 Uhr verkündete die Linken-Politikerin ihre Entscheidung auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Ihr Nachfolger wird vorläufig Stefan Ludwig.

28.08.2018

Die von noch-Gesundheitsministerin Diana Golze eingesetzte Expertengruppe wird am Dienstag ihren Abschlussbericht zum Pharma-Skandal vorstellen. Noch davor wird die Ministerin ihren Rücktritt erklären.

30.08.2018