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Brandenburg Brandenburgs LKA heuert externe IT-Profis an
Brandenburg Brandenburgs LKA heuert externe IT-Profis an
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08:10 17.02.2017
Hacker erpressen Firmen und Ämter. Quelle: 20161119
Eberswalde

Im Kampf gegen Internetkriminalität will das brandenburgische Landeskriminalamt (LKA) Quereinsteiger aus der IT-Branche einstellen. Wie LKA-Chef Dirk Volkland am Donnerstag am Sitz der Behörde in Eberswalde (Barnim) ankündigte, sollen 2017 sechs Stellen ausgeschrieben werden. „Es ist sinnvoller, externe Bewerber mit IT-Abschluss zu Polizisten auszubilden als Polizisten zu IT-Experten“, sagte Volkland. Gleichwohl will das LKA erstmals Kriminalbeamte zum IT-Studium schicken. Laut Volkland spielt bei der Strafverfolgung im Internet auch die Zuarbeit von externen Szene-Insidern eine Rolle – gewissermaßen V-Leuten aus der virtuellen Welt.

Zahl der gesicherten Mobilfunkdaten hat sich verfünffacht

Grund für die Einstellungs- und Ausbildungsoffensive ist der gestiegene Bedarf an kompetenten Beamten. Sicherten märkische Beamte im Jahr 2009 noch 200 000 Gigabyte aus den Speichern von beschlagnahmten Computern, waren es 2016 schon 700 000. Noch stärker stieg der Anfall von Mobilfunkdaten an – er verfünffachte sich im Jahresvergleich von 2011 zu 2016. Seit November 2016 hat das LKA am Standort Eberswalde seine verschiedenen mit der Bekämpfung von Computer-Kriminalität befassten Bereiche zu einem „Cyber-Competence-Center (CCC) gebündelt.

„Es gibt ein hohes Dunkelfeld. Bislang werden nur fünf bis sieben Prozent der Cybercrime-Fälle entdeckt beziehungsweise angezeigt“, erklärte Volkland. Bis zum Jahresende sollen in der ehemaligen Kaserne am Eberswalder Stadtrand 63 Beamte Jagd auf Internetkriminelle machen.

Erpresser drohten mit Bombenanschlag in Schönefeld

Die Gefahr, Opfer von Attacken via Internet zu werden, ist real. So hat die Polizei eine Hackergruppe hochgenommen, die seit 2013 Bombenanschläge gegen den Flughafen Schönefeld (Dahme-Spreewald), gegen Bahnhöfe und Supermärkte angedroht hatte. Bis Ende 2016 liefen die Ermittlungen, wie der amtierende Leiter des Cybercrime-Kompetenzzentrums, Denny Speckhahn, sagte. Acht Tatverdächtige seien ermittelt worden, drei Haftbefehle wurden erlassen, der Haupttäter habe eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren kassiert.

Die Gruppierung, die deutschlandweit agierte, hatte Supermärkten mit vergifteten Tetra-Packs gedroht, die Erschießung von Polizeibeamten angekündigt und das Terminal des Flughafens Schönefeld als Ort eines Anschlags genannt – deshalb waren märkische Ermittler als erste mit dem Fall befasst. Die Behörden sollten eine Million Euro zahlen, um die drohende Gefahr abzuwenden – zahlbar in Bitcoins, einer virtuellen, völlig anonymen Währung, die allerdings in harte Euros und Dollars umgetauscht oder für Käufe im Internet verwendet werden kann.

Mihlower Land: Cyber-Erpresser sperrten Computer der Verwaltung

Wie real die Drohungen trotz ihres Cyber-Hintergrunds waren, zeigte die Festnahme eines Verdächtigen: Er hatte eine durchgeladene Waffe neben seinem Rechner liegen. Ein anderer hielt den hereinstürmenden Beamten eine aufgebohrte Schreckschusspistole entgegen. Er wurde festgenommen. Die Erpresser sind laut Kriminalhauptkommissar Speckhahn 14 bis 25 Jahre alt.

Leidvolle Erfahrungen mit einer weiteren Spielart von Internet-Erpressungen machte die Gemeinde Mihlower Land (Havelland). Nachdem ein Mitarbeiter 2016 nichtsahnend eine Mail mit infiziertem Anhang geöffnet hatte, verschlüsselte die eingeschleuste „Ransom-Ware“ (Erpresser-Software) das Betriebssystem der Gemeindeverwaltung sie wurde aufgefordert, Lösegeld zu zahlen. Mehrere Tage lang war die Verwaltung nicht oder nur eingeschränkt arbeitsfähig. Das Ermittlungsverfahren läuft noch.

LKA-Chef räumt ein: „WhatsApp können wir nicht überwachen“

Ermittlungen im so genannten Darknet – einer Computer-Parallelwelt, in der Nutzer praktisch nicht identifizierbar bleiben – sind schwierig für die Cyber-Kommissare. Mit etwas Glück nahmen sie vor einiger Zeit einen Drogen-Versand hoch und sicherten Bitcoins „im fünfstelligen Bereich“, so Ermittler Speckhahn. Der 29 Jahre alte Shop-Betreiber wurde festgenommen – er hatte die in der Dunkelzone bestellte Ware an Paketstationen geschickt. Auf ähnlichem Weg kann man im Darknet auch Maschinenpistolen kaufen – eine Uzi kostet derzeit 3200 Euro.

Was LKA-Chef Volkland einräumt: „Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Telegram zu überwachen, ist uns derzeit nicht möglich – das ist ziemlich unbefriedigend.“ Der Brandenburgs Chefermittler ist aber zuversichtlich, dass Bund und Länder noch in diesem Jahr etwas daran ändern werden – nicht zuletzt unter dem Eindruck des islamistischen Terrorismus, dessen Kommunikation zu guten Teilen über die Messenger läuft.

Von Ulrich Wangemann

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