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Brandenburg Brandenburgs Rentner sind arm dran
Brandenburg Brandenburgs Rentner sind arm dran
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20:30 23.02.2016
Das Armutsrisiko nimmt mit dem Alter zu. Quelle: dpa
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Potsdam

In Brandenburg ist die Armut deutlich zurückgegangen. Nach aktuellen Zahlen von 2014 gilt etwa jeder sechste Märker als arm. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Quote um 0,8 Prozentpunkte auf 16,9 Prozent. Im Bundesdurchschnitt ging der Anteil lediglich moderat um 0,1 Punkte auf 15,4 Prozent zurück. Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervor. An der jährlichen Publikation haben sich erstmals auch weitere Verbände beteiligt, darunter das Kinderhilfswerk, die Volkssolidarität und Pro Asyl.

Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband

Senioren zunehmend als Risikogruppe

Das größte Armutsrisiko tragen demnach Arbeitslose, Alleinerziehende, Kinderreiche, Schlechtqualifizierte, Ausländer und Rentner. Besonders Senioren gelten zunehmend als Risikogruppe. Seit 2005 stieg die Quote armer Rentner bundesweit um 46 Prozent. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, sprach von „Vorboten einer Lawine an Altersarmut“. „Ein solcher Anstieg, eine solche Rasanz ist völlig beispiellos.“

Regionale Unterschiede

Je nach Region zeigt sich in Brandenburg ein differenziertes Armutsbild. Gut jeder fünfte Einwohner in Prignitz-Oberhavel (19,6 Prozent; plus 1,2 Punkte) und Lausitz-Spreewald (20,4; plus 0,6) gilt als arm. Dagegen trifft es in Havelland-Fläming nur etwa jeden achten (12,8; minus 1,2).

Wilke: Hartz-IV-Satz zu niedrig

„Jeder Mensch in Armut ist einer zu viel“, sagte René Wilke, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Landtag. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander. Verantwortlich seien vor allem bundespolitische Regelungen, etwa ein deutlich zu niedriger Hartz-IV-Satz.

Runder Tisch gegen Kinderarmut

Brandenburg hat zur Bekämpfung von Kinderarmut einen Runden Tisch mit Sozialverbänden ins Leben gerufen. Zudem hat Sozialministerin Diana Golze (Linke) ein Förderprogramm für Langzeitarbeitslose gestartet. Bis 2020 stehen mehr als 40 Millionen Euro zur Verfügung. Bis zu 8000 Brandenburger sollen davon profitieren.

Als arm gilt, wer in Haushalten mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens lebt. Bei Singles liegt die Armutsschwelle bei 917 Euro, bei Paaren mit zwei Kindern bei 1926 Euro.

Von Bastian Pauly

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