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Brandenburg Brandenburgs Tierärzte schlagen Alarm
Brandenburg Brandenburgs Tierärzte schlagen Alarm
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02:16 12.11.2015
Beklagt sich über vakante Chefposten und fehlende Konzepte: Knut Große, Vorsitzender des Verbands der Tierärzte im öffentlichen Dienst. Quelle: privat
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Potsdam

Um sich greifende Tierseuchen, maßloser Einsatz von Antibiotika in der Tiermast, wachsende Anforderungen an den Tierschutz – der Landestierarzt dürfte sich über fehlende Arbeit nicht beklagen. Das Problem ist allerdings: Der Posten ist schon seit Februar dieses Jahres nicht besetzt.

Trotz umfassender Herausforderungen sind Brandenburgs Tierärzte gewissermaßen kopflos. „Wir machen uns Sorgen“, sagt Knut Große. Der Vorsitzende des Verbandes der Tierärzte im öffentlichen Dienst hat einen Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geschrieben – sachlich im Ton, aber unmissverständlich in der Botschaft.

Das von Helmuth Markov (Linke) geführte Verbraucherschutzministerium vernachlässigt zentrale Aufgaben, ist zwischen den Zeilen herauszulesen. Bei Tierseuchenbekämpfung, gesundheitlichem Verbraucherschutz, Tierschutz und Arzneimittelüberwachung sowie bei der Vertretung der Interessen des Landes auf diesen Gebieten innerhalb des Bundes fehlt es an „ministerieller Anleitung und Fachaufsicht der Kreise und kreisfreien Städten“, steht in dem Schreiben.

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Führungs- und Planlosigkeit im Verbraucherschutzministerium

Für Große liegen die Missstände in personellem Notstand begründet. Nicht nur die Stelle des Landestierarztes, der im Verbraucherschutzministerium ein Referat zu leiten hat, ist vakant, sondern auch die Abteilung für Verbraucherschutz ist laut Große seit August 2014 ohne Führung. Der Posten des Referatsleiters Lebensmittel-, Futtermittelsicherheit und Fleischhygiene sei sogar schon seit Dezember 2010 nicht besetzt.

Aber was bedeutet das konkret? Beispiel Tierseuchen: Seit einiger Zeit müssen Große und Kollegen mit ansehen, wie sich die Afrikanische Schweinepest unermüdlich in Richtung Brandenburg ausbreitet. Vom Schwarzmeer über den Kaukasus nach Sankt Petersburg, weiter ins Baltikum bis ins östliche Polen – nicht mehr allzu weit entfernt von der Hunderte Kilometer langen Grenze zu Brandenburg.

Sorge vor Afrikanischer Schweinepest

„Das ist eine ständige Bedrohung für unsere Tierbestände“, sagt Große. Umso besorgniserregenden sei der Umstand, dass es gegen die Krankheit keinen Impfstoff gibt. Über den denkbaren Fall einer Epidemie hierzulande sagt Große: „Das geht wie eine Bombe hoch.“

Gegen die Afrikanische Schweinepest brauche es an höchster Stelle ein profundes Konzept, sprich auf Ebene des Landestierarztes, meint Große. Ein Job, der einiges an Koordinierung erfordert: „Die Tierseuchenbekämpfung muss länderübergreifend angegangen werden.“ Aber das ist nur eines der Themen, die auf dem verwaisten Schreibtisch in Potsdam liegen.

Viele Baustellen für neues Führungspersonal

Auch beim Verbraucherschutz und bei der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit gibt es genug zu tun, siehe die ständig wiederkehrenden Skandale um Gammelfleisch und den vermuteten Antibiotika-Missbrauch in Tierställen.

Tierärzte-Verbandschef Große steht in regem Austausch mit der Führungsebene des Markov-Ministeriums – konkrete Antworten sei die Politik bislang jedoch schuldig geblieben, beklagt der Funktionär. Ihn interessiert es weniger, warum der richtige Landestierarzt bislang nicht gefunden wurde, sondern eher wann der oder die Neue endlich an die Arbeit geht.

Von Bastian Pauly

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