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Brandenburgs Unis werden 25

Hochschulpolitik Brandenburgs Unis werden 25

Es gab die Brandenburgische Landeshochschule in Potsdam und es gab die Hochschule für Bauwesen in Cottbus, aber keine Universität nach der Wende. Es brauchte Mut, im Jahr 1991 im neuen Bundesland Brandenburg gleich drei Universitäten zu gründen. 25 Jahre danach lobt Ministerpräsident Dietmar Woidke die Unis als Zukunftsmotoren.

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Richtige Uni zur richtigen Zeit: Universität Potsdam.

Quelle: B. Gartenschläger

Potsdam. In einem Punkt waren sich alle einig, ob Ministerpräsident, Wissenschaftsministerin oder die Präsidenten der Hochschulen selbst: Die Gründung dreier Universitäten im Land Brandenburg vor 25 Jahren hat richtige Weichen in die Zukunft gestellt. „Leuchttürme“, mit einem „unschätzbaren Beitrag zur Entwicklung des Landes“ oder „Zukunftsmotoren“, so tönt es unisono auf Seiten der Landesregierung.

Die größte Hochschule des Landes, die Universität Potsdam, sei 1991 „die richtige Universität zur richtigen Zeit“ gewesen, sagt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Montagmorgen. Die an der Grenze zu Polen gelegene und mit der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen zusammenarbeitende Europa-Universität Viadrina sei wiederum eine „Säule der deutsch-polnischen Zusammenarbeit“ überhaupt und die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg, vor drei Jahren aus der Fusion der vorhergehenden Uni mit der Fachhochschule Senftenberg hervorgegangen, spiele eine herausragende Rolle als Entwicklungsmotor der strukturschwachen Lausitz.

36000 Studierende an drei Universitäten

36000 junge Menschen studieren an den drei Universitäten, zu denen sich die ehemalige Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) in Babelsberg seit dem 8. Juli 2014 als neue Filmuniversität hinzugesellt. Die Forschungsleistung dieser Hochschulen ist enorm gestiegen. Bekamen die drei Universitäten im Jahr 2000 noch rund 36 Millionen Euro an Extramitteln für bestimmte Forschungsprojekte waren es vergangenes Jahr 125 Millionen Euro. Mit seinen insgesamt 48000 Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen ist Brandenburg zu einem bedeutenden Studienstandort in Deutschland aufgerückt. Einem Studienstandort freilich, in den das Bundesland gemessen an seinem Bruttosozialprodukt immer noch am wenigsten von allen Bundesländern investiert.

Das war auch der Grund zur Sorge einiger Hochschulpräsidenten. Potsdams Universitätspräsident Oliver Günther würdigt zwar, dass das Land bis 2019 insgesamt 100 Millionen Euro mehr in seine Hochschulen stecken will, aber dass akademische Bildung und Wissenschaft gegenüber anderen Ressorts der Regierung immer noch ein stiefmütterliches Dasein führen, macht ihn skeptisch. „Es ist eine politische Aufgabe, ob das Land das verändern will“, sagte Günther. Andere Prioritätensetzungen forderten freilich Ausgabenkürzungen in anderen Ressorts.

Der Hochschulpakt endet 2023

Ein anderes Sorgenkind sind die auslaufenden Mitteln des Hochschulpaktes Seit 2007 stellt die Bundesregierung den Ländern vor allem wegen gestiegener Studierendenzahlen zusätzliches Geld zur Verfügung. Bis einschließlich 2023 werden insgesamt 20,2 Milliarden Euro in die Bundesländer geflossen sein. Brandenburg profitiert sehr stark vom Hochschulpakt. Dieses Jahr erhöht sich der Hochschulhaushalt durch Mittel des Bundes zum Beispiel um 40,5 Millionen Euro, Geld, das 2024 nicht mehr da sein wird, sollte das Land nicht einspringen. BTU-Präsident Jörg Steinbach, nennt dies ein Damoklesschwert. Sein Kollege von der Viadrina, Präsident Alexander Wöll wird konkreter: „Wenn die Hochschulpaktmittel wegfallen, könnte es an der Viadrina zu Einsparungen von zehn Prozent kommen“, warnt er. Womöglich müsse dann Personal entlassen werden.

Dass die BTU Cottbus-Senftenberg mit ihren Forschungen zur Speichertechnologie den Strukturwandel im Lausitzer Kohlerevier alleine stemmen könnte, glaubt wiederum deren Präsident Jörg Steinbach nicht. Die Forschungen im Wasserstofflabor und zu intelligenten Netzwerken dienten bislang nur dazu, Normallastschwankungen des Stromnetzes in den Griff zu bekommen. „Die gesamte Last kriegen Sie mit keiner Speichertechnologie angepasst“, so Steinbach. Auch Steinbach geht deshalb davon aus, dass die Braunkohleverstromung mindestens bis 2035 in der Lausitz Normalität bleibt.

Große Zukunftspläne

Grund zur Zuversicht gibt es dennoch. An der Viadrina soll mittelfristig gemeinsam mit Polen eine vierte Fakultät zum Thema „Digitalität“ eingerichtet werden und Universitätspräsident Oliver Günther glaubt nicht nur, dass Potsdam beim nächsten Exzellenzwettbewerb des Bundes mit einem Bio-Geo-Cluster erfolgreich sein, sondern dass sich der Wissenschaftspark Golm auch zu einem noch wichtigeren Wirtschaftsstandort insbesondere für Start-ups entwickeln wird. Eine ähnliche Entwicklung für die Lausitz soll auch eine neue Gründeragentur an der BTU bewirken.

Von Rüdiger Braun

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