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Braumeister mischt das Krongut Bornstedt auf

Deutsches Reinheitsgebot Braumeister mischt das Krongut Bornstedt auf

Schon seit dem 17. Jahrhundert wird im Potsdamer Krongut Bornstedt Bier gebraut. Der junge Braumeister Sven Blinde bringt mit seinen Experimenten neuen Schwung in die traditionsreichen Gemäuer nahe des Schlosses Sanssouci.

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Sven Blinde ist Bierbrauer aus Leidenschaft. Sein Büffelbier sei „einfach lecker“, sagt er.

Quelle: Foto:: Julian Stähle

Potsdam. Mit Tradition punkten, das wollen viele. In einer Stadt wie Potsdam, die an jeder Ecke Orte der Weltgeschichte zu bieten hat, braucht eine Institution allerdings schon mindestens eine Vergangenheit, die mehrere Jahrhunderte umfasst. Im Krongut Bornstedt wird bereits seit 1689 Bier gebraut, das Gelände wurde im 12. Jahrhundert geschaffen – selbst in der Stadt der Schlösser und Gärten reicht das, um als traditionsreicher Ort zu gelten.

In den 1660er-Jahren hatte der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm das „italienische Dörfchen“ erworben. Im Lauf der Jahre entstanden eine Brauerei und eine Brennerei, schließlich in den 1720ern unter der Regie des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. sogar ein Hopfengarten – der wiederum ein Jahrhundert später jedoch der Lennéschen Gartenplanung zum Opfer fallen sollte. Ein weiterer Friedrich Wilhelm, in diesem Fall der Vierte seines Namens und König von Preußen zwischen 1840 und 1861, kaufte das Gut vom Amt Potsdam, dem es zwischenzeitlich unterstellt worden war, zurück und ließ es nach einem Brand komplett neu errichten. Die folgenden Friedrichs und Wilhelms änderten nichts an der italienischen Architektur, erst zu DDR-Zeiten wurde der Gebäudekomplex um einige Anbauten erweitert.

Frisch Gezapftes aus dem Krongut Bornstedt in Potsdam

Frisch Gezapftes aus dem Krongut Bornstedt in Potsdam.

Quelle: Stähle

Um die Jahrtausendwende wurden die Anbauten wieder entfernt, das Krongut steht heute originalgetreu in italienischem Stil wenige Hundert Meter vom Schloss Sanssouci entfernt. Altes Handwerk und zünftige Küche wollte der Betreiber, eine regionale Unternehmergröße, hier ansiedeln. Das Kunsthandwerk konnte sich nicht halten, die Gastronomie ficht das jedoch nicht an. Sie läuft erfolgreich mit solider Hausmannskost und Hofbäckerei.

Das Highlight ist freilich das hauseigene Büffelbier. Was das Besondere daran ausmacht, kann Braumeister Sven Blinde in wenigen Worten zusammenfassen: „Es ist von mir gemacht.“ Der 26-Jährige sagt das nur halb im Scherz, in Sachen Braukunst ist er Experte.

„Ich war noch Schüler, als ich vom Beruf des Braumeisters in der Zeitung gelesen habe“, erinnert sich Blinde. „Ich wusste gleich, das ist das richtige für mich.“ Gelernt hat er sein Handwerk in der Schlossbrauerei Fürstlich Drehna im südbrandenburgischen Luckau (Dahme-Spreewald), mit nur 21 Jahren legte Blinde die Meisterprüfung ab. Heute ist der Mann mit der Glatze der Braumeister im altehrwürdigen Krongut Bornstedt.

45 Brauvorgänge im Jahr führt Sven Blinde durch, 900 Hektoliter Bier kann er jeweils herstellen. „Der Büffel ist hell, obergärig, einfach lecker“, sagt Blinde selbstbewusst. Der Braumeister ist experimentierfreudig. Er plant, einen Büffel Export zu brauen, auch ein Pils mit einem hohen Anteil von Bitterstoffen steht auf der persönlichen To-do-Liste. „Tradition“, so sagt Blinde, „haben bei Brauern nämlich auch Experimente.“

Von Saskia Popp

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