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Breitband-Ausbau bis 2018 steht auf der Kippe

Lahme Leitung in Brandenburg Breitband-Ausbau bis 2018 steht auf der Kippe

Immer wieder wurde der flächendeckende Breitbandausbau für Brandenburg versprochen. Doch noch immer quälen sich Tausende Märker mit Verbindungen im Schneckentempo. Jetzt droht der nächste Anlauf zum Turbo-Internet für alle bis 2018 zu scheitern.

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2018 sollen 50-Mbit-Leitungen flächendeckend vorhanden sein.

Quelle: dpa

Potsdam. Das Ziel einer flächendeckenden schnellen Internetversorgung in Brandenburg bis 2018 steht nach Einschätzung der Grünen auf der Kippe. Bislang sind nur 13 von 419 märkischen Kommunen flächendeckend mit Hochgeschwindigkeitsanschlüssen versorgt, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsfraktion hervorgeht.

„Es ist eine Frage der Gerechtigkeit und der gleichwertigen Entwicklungschancen, dass auch die ländlichen Regionen in Brandenburg einen flächendeckenden Anschluss an das schnelle Internet bekommen“, sagte die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock (Grüne).

50 Mbit bis 2018 – alles nur ein Traum?

Bundesinfrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte „Breitband 50 Mbit/s für alle bis 2018“ versprochen. Doch von den rund 1,2 Millionen Haushalten in Brandenburg hätten derzeit 281 000 Haushalte, also gut 23 Prozent, noch immer keinen schnellen Anschluss mit mindestens 16 Mbit/s.

Die neue Technologie der direkten Glasfaseranschlüsse der Haushalte wird fast nur in der Landeshauptstadt Potsdam angewandt. 71300 Haushalte sind so ans Internet angebunden – das entspricht knapp sechs Prozent aller märkischen Haushalte. Statt möglichst schnell alle Haushalte direkt ans Glasfasernetz anzuschließen, setze die Bundes- und Landesregierung auf Übergangstechniken, kritisierte Baerbock.

Grüne kritisieren veraltete Technik in Brandenburg

So würden weiter Kupferkabel verlegt oder bestehende Kupferkabel erneuert. Solange es aber keine direkten Glasfaseranschlüsse von Haushalten und Unternehmen gebe, seien die Übertragungsgeschwindigkeiten abhängig von davon ab, wie weit der nächste Verteilerkasten entfernt ist.

Laut einer eigenen Erhebung der Partei, an der sich 1400 Haushalte in Brandenburg beteiligt haben, surft jeder vierte mit niedrigen Geschwindigkeiten unter 5 Mbit pro Sekunde. Zwei Drittel der Anschlüsse liegen bei Übertragungsraten unter 16 Mbit.

Andere Ost-Länder sind noch langsamer

Allerdings steht Brandenburg im Vergleich zu anderen ostdeutschen Bundesländern nicht so schlecht da. Für 51,3 Prozent der Haushalte steht theoretisch ein 50-Mbit-Anschluss zur Verfügung. In Thüringen sind es 43,6 Prozent, in Sachsen-Anhalt 40,5 Prozent, in Sachsen 47,6 Prozent. Nur Mecklenburg-Vorpommern ist mit einer Abdeckung von derzeit 51,1 Prozent ähnlich ausgebaut wie Brandenburg.

 

Von Torsten Gellner

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