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Brandenburg Briten übernehmen Brandenburger Solar-Fabrik
Brandenburg Briten übernehmen Brandenburger Solar-Fabrik
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16:00 15.03.2018
Der Produktionsstandort in Brandenburg an der Havel wurde von Bosch aufgegeben. Quelle: Norman Giese
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Brandenburg/Havel

Neue Hoffnung für die zuletzt arg gebeutelte Solar-Branche in Brandenburg: Die britische Firma Oxford PV übernimmt den von der Bosch Solar CISTech aufgegebenen Entwicklungsstandort in Brandenburg an der Havel. Das Unternehmen will dort nach eigenen Angaben eine moderne Pilotlinie errichten, um neuartige, hoch effiziente Solarzellen aus dem Mineral Perowskit zu entwickeln.

„Perowskit hat das Potenzial, den Wirkungsgrad von Solarzellen deutlich zu erhöhen und den weltweiten Energiebedarf bis weit in die Zukunft zu decken“, teilte Frank Averdung, Geschäftsführer von Oxford PV, am Freitag mit. „Wir freuen uns sehr, dass wir einen Standort übernehmen konnten, der es uns ermöglicht, die Markteinführung unserer Technologie zu beschleunigen.“

Chance für hoch qualifizierte Mitarbeiter

Im vergangenen Herbst hatte der Bosch-Konzern die Schließung seines Entwicklungsstandortes in Brandenburg bekannt gegeben. Anschließende Bemühungen um eine Nachfolgelösung und Verhandlungen mit mehreren Partnern scheiterten. Im Juli erhielten die verbliebenen 160 Mitarbeiter Aufhebungsverträge.

„Die Fabrik ist hervorragend ausgestattet und hat für uns den zusätzlichen Vorteil, dass hoch qualifizierte und erfahrene Arbeitskräfte in der Region verfügbar sind“, sagte Firmenchef Averdung. „Der nächste Schritt wird darin bestehen, unser Team in Brandenburg aufzubauen und in unsere bereits bestehende Organisation in Oxford zu integrieren.“

Produktion soll bald anlaufen

Wie viele Arbeitsplätze im Werk durch den neuen Betreiber entstehen sollen, ist noch unklar. Oxford PV hat nach eigenen Angaben schon mit der Einstellung von Mitarbeitern begonnen. Die Produktion soll binnen weniger Monate anlaufen.

Die ersten Solarzellen aus dem Mineral Perwoskit wurden 2009 gebaut. Damals hatten sie noch einen sehr geringen Wirkungsgrad, verwandelten nur 3,8 Prozent der einfallenden Sonnenenergie in Strom. Kürzlich stellte das Unternehmen Oxford PV, das an der renommierten Oxford-Universität gegründet wurde, eine Zelle mit einem Wirkungsgrad von rund 20 Prozent vor. In Brandenburg/Havel wollen die Forscher nun Tandem-Zellen aus Perwoskit und dem herkömmlichen Solar-Material Silizium herstellen, um noch effizientere Stromerzeugungsmodule auf den Markt zu bringen.

Von Torsten Gellner

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