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Bronzeklau in Brandenburg: „Trini“ weg

Kunstraub Bronzeklau in Brandenburg: „Trini“ weg

Jetzt hat es „Trini“ von Fritz Cremer erwischt. Entlang der polnischen Grenze räumen Diebe offenbar gezielt Kunstwerke aus Bronze ab. Innerhalb weniger Tage ist die dritte wertvolle Skulptur verschwunden. Was die Diebe mit dem Metall vorhaben, bleibt bislang Spekulation.

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„Trini“ von Fritz Cremer.

Quelle: Harald Bethke

Schwedt. Entlang der Oder geht der Bronzeklau weiter. Jetzt hat es einen Nachguss der von Fritz Cremer (1906-1993) geschaffene Statue „Trini“ getroffen. Der Erstguss der nackten jungen Frau stammte aus dem Jahr 1967. „Trini“ ist 1,10 Meter hoch und stand bis Montag in der Auguststraße//Ecke Heinersdorfer Straße von Schwedt (Uckermark). Sie wurde gewaltsam vom steinernen Sockel entfernt. Die Polizei beziffert den Schaden auf 10 000 Euro. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Cremer schuf das Buchenwalddenkmal

Fritz Cremer war Vizepräsident der Akademie der Künste der DDR. Er schuf neben weiblichen Akten vor allem Skulpturen von Liebespaaren sowie Denkmalsplastiken. Unter den Denkmalsplastiken nehmen die Mahnmale für die Konzentrationslager eine zentrale Rolle ein. Zu Cremers Hauptwerk zählt die 1952 bis 1958 entstandene Figurengruppe für das Buchenwalddenkmal.

Vor „Trini“ waren bereits zwei Bronze-Skulpturen in Frankfurt (Oder) gestohlen worden. Auch hier fehlt von den Tätern bislang jede Spur. In der Nacht zu Sonntag war eine Plastik des Bildhauers Wieland Förster aus dem Garten des Kleist-Museums gestohlen worden. Zuvor hatten Diebe in der Nacht zu Donnerstag eine Büste vom Vorplatz des Stadions der Freundschaft abtransportiert.

Die Skulptur von Förster - zwei liegende Torsi - gehört zum Penthesilea-Zyklus mit insgesamt vier Plastiken. Vor dem Stadion verschwand die Bronzebüste „Werner Seelenbinder“. Die DDR-Armeesportvereinigung hatte das Werk nach Angaben der Stadt in Auftrag gegeben. Der Ringer und Kommunist Seelenbinder wurde 1944 von den Nazis ermordet.

Ob die Diebe ihre Beute als Kunstwerke verkaufen oder lediglich das Metall einschmelzen wollen, ist bislang unklar.

Von Volkmar Klein

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