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Brüste und Tampons: So kämpfen nur Frauen

Frauentag Brüste und Tampons: So kämpfen nur Frauen

Erinnern Sie sich noch an die Meldung aus Potsdam „Protest ist, wenn gegen die AfD Tampons fliegen“? Das ist erst wenige Wochen her. Im Kampf um Gleichberechtigung und bei anderen Demos setzen Frauen immer wieder weibliche Attribute bewusst als Botschaft und Waffe ein. Wie, das zeigen wir anlässlich des Frauentags am 8. März.

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Vor allem Frauen der feministischen Bewegung Femen sind bekannt dafür, so wie hier im November 2012 in der Ukraine oben ohne zu protestieren.

Quelle: AFP

Potsdam. „ Protest ist, wenn gegen die AfD Tampons fliegen“, so betitelte die MAZ vor wenigen Wochen einen Bericht zu einer AfD-Demo in Potsdam am Landtag. Damals demonstrierten die AfD-Frauen gegen Gewalt gegen Frauen, durch Flüchtlinge begangen. Feministinnen warfen der AfD Rassismus vor – und Tampons aus den Fenstern der Fachhochschule.

Die Aktion in Potsdam zeigt, wie Frauen weibliche Attribute – seien das nun Tampons oder Brüste – im Kampf gegen Diskriminierung einsetzen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Denn auch 105 Jahre nach der Initiierung des Weltfrauentags durch Clara Zetkin im Jahr 1911 ist das Thema Gleichberechtigung noch aktuell, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Brüste raus für Frauchenrechte: Femen

Mit viel Körpereinsatz protestieren Aktivistinnen der Organisation Femen für Frauenrechte. Ihr Markenzeichen sind Aktionen mit entblößten Brüsten. Oft haben sich die Frauen dabei Parolen auf den Oberkörper geschrieben und tragen Blumenkränze im Haar. Femen hat sich 2008 in der Ukraine gegründet und ist weltweit aktiv. Ihre Form des Protests wird auch als Sextremismus bezeichnet.

Femen-Aktivistinnen stürmen in der Regel oben ohne politische Veranstaltungen wie hier im Februar 2015 in Frankreich

Femen-Aktivistinnen stürmen in der Regel oben ohne politische Veranstaltungen wie hier im Februar 2015 in Frankreich.

Quelle: AFP

SlutWalk: „Schlampenmarsch“ gegen sexuelle Gewalt

Seit einigen Jahren protestieren die Teilnehmer sogenannter Slutwalks (englisch für Schlampenmarsch) gegen sexuelle Gewalt und für sexuelle Selbstbestimmung. Die Demos wenden sich gegen die Auffassung, der zufolge den Opfern sexueller Gewalt aufgrund ihrer Bekleidung eine Mitverantwortung an Übergriffen gegeben wird. Die Teilnehmer – weibliche wie männliche – der Demonstrationen betonen deshalb exzessiv sexualisierte Körperteile wie Brüste und Hintern, kleiden sich knapp und vermeintlich reizvoll, viele tragen bunte Stöckelschuhe.

Die SlutWalks („Schlampenmärsche“) hatten 2011 bis 2012 wie hier in Berlin ihren Höhepunkt

Die SlutWalks („Schlampenmärsche“) hatten 2011 bis 2012 wie hier in Berlin ihren Höhepunkt.

Quelle: SlutWalk Berlin

Pussy Riot: Mit Netzstrümpfen und kurzen Kleidern gegen Putin

2011 hat die weibliche Punkrockband Pussy Riot aus Russland mit einem „Punk-Gebet“ erstmals für Schlagzeilen gesorgt. Die jungen Aktivistinnen sind feministisch, regierungs- und kirchenkritisch. Ihre Aktionen sind umstritten. Die Frauen fielen auch deshalb auf, weil sie bei ihren Aktionen und Konzerten bunte kurze Kleider, Netzstrümpfe und bunte Wollmasken trugen.

Frontfrau Nadeschda Tolokonnikowa saß zuletzt wegen des Pussy Riot-Auftritts in der Moskauer Christi-Erlöser-Kathedrale zwei Jahre im Gefängnis. Im Februar veröffentlichte die Band ein neues Video bei Youtube, das professionell produziert ist schon knapp zwei Millionen Klicks hat.

Von #aufschrei bis #HappyToBleed: Protest im Netz mit Hashtags

Soziale Netzwerke und digitale Dienste, vor allem Twitter, werden immer wieder gezielt benutzt, um auf Tabuthemen aufmerksam zu machen und diese öffentlich zu diskutieren. Wie weiblicher Protest über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter funktioniert, zeigt derzeit die Aktion #HappyToBleed (englisch für gern bluten). Unter diesem Hashtag demonstrieren vor allem indische Frauen, die sich nicht für ihre Menstruation schämen, mit Selfies gegen die Ausgrenzung menstruierender Frauen etwa vom Tempelleben.

Anfang 2013 sammelten Frauen in Deutschland unter dem Hashtag #aufschrei Nachrichten über sexistische Erfahrungen. Die Aktion führte zu einer gesellschaftlichen Debatte über Sexismus und wurde mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet – als erste Twitter-Kampagne überhaupt.

Auch die Debatte über das Unglücklichsein von Frauen über ihre Mutterschaft wurde löste im vergangenen Jahr eine lebhafte Twitter-Debatte. Unter dem Schlagwort #RegrettingMotherhood versammelten sich zahlreiche Tweets zum Thema. Auslöser war eine gleichnamige Studie über israelische Mütter, die bereuen, Mutter geworden zu sein und die sich in der Mutterrolle gefangen fühlen. Vor allem in Deutschland wurde die Studie und davon ausgehend die gesellschaftliche Rollerwartung an die Frau stark diskutiert.

Von MAZonline

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