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Brandenburg Bürgerinitiative fordert mehr Zughalte
Brandenburg Bürgerinitiative fordert mehr Zughalte
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11:35 28.11.2017
Die Drahnsdorfer retteten 2013 mit einer beherzten Initiative ihren Bahnhof – jetzt wollen sie erreichen, dass die Züge im Stundentakt fahren. Quelle: Bürgerinitiative (Archiv)
Drahnsdorf

Wer in Berlin arbeitet und in Drahnsdorf (Dahme-Spreewald) lebt, muss geduldig sein oder ein Auto besitzen. „Wenn ich Pech habe durch eine Verspätung, kann ich mit Wartezeit vier Stunden unterwegs sein“, sagt die Bahnfahrerin Andrea Weigt.

An vorderster Front kämpft die 37-Jährige Brandenburgerin in der Bürgerinitiative „Pro Bahnhof Drahnsdorf“ für mehr Zughalte in Drahnsdorf sowie in den benachbarten Kommunen Golßen und Walddrehna. Mehr als 1300 Menschen aus Drahnsdorf und Umgebung haben die Forderungen der Bürgerinitiative bereits unterschrieben. Am Montag haben Andrea Weigt und Lothar Treder-Schmidt, die beide als Abgeordnete für die Grünen im Kreistag Dahme-Spreewald sitzen, Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) die Unterschriftenliste in Potsdam überreicht.

Die Bürger fühlen sich vernachlässigt

Seit 13 Jahren kämpfen die Bewohner aus Drahnsdorf für mehr Zughalte in ihrem 600-Einwohner-Dorf. Der Bahnhof drohte im Jahr 2013 sogar vom Zugverkehr abgekoppelt zu werden und stand bereits auf der Streichliste des Infrastrukturministeriums, doch die Bürger wussten sich mit einer beherzten Aktion erfolgreich gegen die Schließung des Bahnhofs zu wehren.

Die beiden Kreistagsabgeordneten Lothar Treder-Schmidt und Andrea Weigt übergeben Infrastrukturministerin Kathrin Schneider 1344 Unterschriften für eine bessere Bahntaktung in Drahnsdorf (Dahme-Spreewald). Quelle: Diana Bade

Die neue Forderung an die Ministerin ist einfach formuliert: „Die Bahn muss stündlich halten zumindest im Berufsverkehr“, sagt Weigt. Denn zurzeit hält die Linie des Regionalexpress 5 nur alle zwei Stunden an der Station auf halber Strecke zwischen Berlin und Dresden. Menschen aus der Umgebung müssen daher täglich zu weiter entfernten Bahnhöfen pendeln, von wo aus mit dem RE2 zwar eine Verbindung im Stundentakt nach Berlin existiert, die Züge jedoch oft überfüllt sind. „Ich sehe es als gewisse Idiotie, wenn man an einer Bahnhaltestelle wohnt, aber gezwungen ist mit dem Auto zu einer anderen zu pendeln“, so Weigt. Die Drahnsdorfer fühlen sich auch deshalb vernachlässigt, weil die vorhandenen Zugverbindungen nicht attraktiv sind für Berliner, die Interesse haben, eines Tages aufs Land zu ziehen. „Es bewegt sich etwas und das muss die Regierung sehen“, erklärt der Grünen-Politiker Lothar Treder-Schmidt.

Wenig Entgegenkommen von der Infrastrukturministerin

Brandenburgs Infrastrukturministerin zeigte sich gegenüber der Stundentakt-Forderung für den Moment wenig aufgeschlossen und verwies darauf, dass die Bahnstrecke Berlin-Dresden zurzeit auf Tempo 200 ausgebaut wird. „Ich verstehe, dass Sie um ihren Halt kämpfen, aber ich kann nicht nur auf Drahnsdorf gucken, sondern muss die gesamte Linie mit ihren Stationen betrachten.“ Obwohl der Drahnsdorfer Bahnhof zu wenig Zu- und Ausstiege zählt – im Jahr 2015 waren es 30 – habe sich das Land entschlossen, die Station nicht zu schließen, so Schneider.

Die Bürgerinitiative hingegen ist überzeugt, dass die Zahl der möglichen Nutzer des Bahnhofs stark ansteigen wird und zeigte sich nach dem Gespräch mit der Ministerin enttäuscht. „Die Landesregierung glaubt zu wenig an das Entwicklungspotenzial unserer Region“, kritisiert Treder-Schmidt.

Von Diana Bade

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