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Brandenburg Bürgschaften: Brandenburg mit niedrigen Ausfällen
Brandenburg Bürgschaften: Brandenburg mit niedrigen Ausfällen
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18:38 21.06.2017
Bürgschaftsbankchef in Brandenburg: Milos Stefanovic. Quelle: MAZ
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Potsdam

Brandenburg erzielt in Ostdeutschland durch die Vergabe von Bürgschaften an kleine und mittlere Unternehmen die größten fiskalischen Effekte für den Landeshaushalt. Das geht aus einer neuen Studie des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) über die Tätigkeit der Bürgschaftsbanken in den Ländern hervor. Danach wurde zwischen 2008 und 2014 der Landesetat Brandenburgs um 1,1 Milliarden Euro entlastet. Brandenburg liegt in den neuen Ländern auf Platz eins. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt die Entlastung 472 Millionen Euro. Brandenburg hat überdies mit acht Prozent die niedrigste Ausfallquote der ostdeutschen Länder. Das heißt: Bei einer Vergabe von Bürgschaften in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ist das ein Verlust von rund 160 Millionen Euro. Mit 16 Prozent Ausfallquote hat Mecklenburg-Vorpommern die höchste Quote, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 13 Prozent.

Insgesamt wurden im Untersuchungszeitraum durch die Bank fast 8000 Verträge abgeschlossen. Laut Studie wurden dadurch 32 000 Arbeitsplätze neu geschaffen. „Wir geben die Initialzündung und steigern die unternehmeri­sche Dynamik der Mittelständler“, sagte der Geschäftsführer der Brandenburger Bürgschaftsbank Milos Stefanovic.

Wie es weiter heißt, gaben in einer Befragung 63 Prozent der Banken in Brandenburg an, regelmäßig mit der Bürgschaftsbank zu arbeiten und dadurch in mehr als der Hälfte der Fälle neue Informationen zu erhalten. In Sachsen-Anhalt arbeiten nur 18 Prozent der Banken mit ihrer Bürgschaftsbank zusammen, in Berlin sind es 24 Prozent.

Die privatwirtschaftlich geführte Bürgschaftsbank bietet Bürgschaften und Garantien für mittelständische Firmen und Existenzgründer an. Diesen fehlt oft das nötige Eigenkapital für Investitionen sowie Kreditsicherheiten bei Banken. Land und Bund fungieren als Rückbürgen.

Im Osten liegt die Gründungsaktivität von mittelständischen Unternehmen laut der Studie unter dem Bundesdurchschnitt. Die Insolvenzhäufigkeit liege darüber und die Kredithemmnisse seien unge­wöhnlich hoch. Für 80 Prozent der Unternehmen vereinfachet sich mit einer Bürgschaft der Zugang zu Krediten, hieß es weiter. In der Studie wurden fünf Bürgschaftsbanken untersucht. Seit 1991 wurden in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin rund 40 000 Kredite für 32 000 Unternehmen abgesichert und Kredite in Höhe von neun Milliarden Euro ermöglicht. Dadurch wurden 175 000 Arbeitsplätze geschaffen und eine halbe Million gesichert.

Leiterin der Studie ist Prof. Doris Neuberger vom Institut für Volkswirtschaft der Universität Rostock.

Von Igor Göldner

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