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Brandenburg Bombenentschärfung: Unterstützung vom Staat
Brandenburg Bombenentschärfung: Unterstützung vom Staat
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01:15 11.11.2018
Bombenentschärfung in Potsdam im Oktober: Sprengmeister Mike Schwitzke hat in der Landeshauptstadt viel zu tun. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Der Bund verlängert sein Programm zur Beseitigung von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg und will künftig auch die Suche nach Blindgängern finanziell fördern. Dafür stimmte der Haushaltsausschuss in Berlin.

Das ursprünglich bis zum Ende des Jahres 2019 vorgesehene Bundesprogramm läuft jetzt bis 2021. Es ist mit 60 Millionen Euro ausgestattet. Die jetzt getroffene Regel besagt, dass nicht abgerufene Mittel auch weiterhin zur Verfügung stehen. Damit ist eine kontinuierliche Hilfe des Bundes bei der Kampfmittelbeseitigung gesichert.

Todbringende Gefahr im Boden

Der Bund knüpft die Förderung an die Bedingung, dass sich die Bundesländer in gleicher Höhe an den Kosten beteiligen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: „Die todbringende Gefahr in unseren Böden kann damit zügiger bekämpft werden.“ Beim Bund sei dieser Erfolg gemeinsam mit den Brandenburger Bundestagsabgeordneten erreicht worden.

300 Blindgänger allein in Oranienburg

Von der Regelung dürfte Brandenburg in besonderem Maße profitieren, weil dort regelmäßig nicht explodierte Bomben entdeckt werden – insbesondere in Oranienburg (Oberhavel) und Potsdam. In Oranienburg wurden seit der Wende 203 Bomben entschärft, noch immer vermuten Experten dort 300 weitere Blindgänger. Auch in der Landeshauptstadt wurden bei der Vorbereitung von Baumaßnahmen in den vergangenen Monaten immer wieder Sprengkörper entdeckt. Im gesamten Land Brandenburg gelten 350 000 Hektar zivil genutzter Fläche als kampfmittelverdächtig.

Bislang wurde vor allem die Beseitigung der explosiven Funde finanziell gefördert. Künftig soll auch die Suche danach bezuschusst werden. Die Suche ist umso dringlicher, als viele Bomben mit chemischen Zeitzündern ausgestattet sind, die verrotten und detonieren könnten.

Mehr Geld für den Räumdienst

Der Innenausschuss des Brandenburger Landtags sprach sich am Donnerstag für eine Stärkung des Kampfmittelräumdienstes des Landes aus. Er soll so viel Geld erhalten wie noch nie. Um zwei Millionen Euro jährlich soll das Budget der Truppe aufgestockt werden.

Die CDU fordert mehr Mittel für den Räumdienst. Der Landtagsabgeordnete Frank Bommert verlangte 400 000 Euro zusätzlich im Jahr für das Budget des Dienstes und vier Millionen Euro Unterstützung für die betroffenen Städte. Laut den Erfahrungswerten von Sprengkommandos im Zweiten Weltkrieg sind zehn bis 20 Prozent der abgeworfenen Fliegerbomben nicht detoniert. Viele Bomben schlugen nicht frontal auf, weil sie an Mauern abprallten oder durch Druckwellen abgelenkt wurden.

Von Ulrich Wangemann

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