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Brandenburg Bundestagswahl 2017 Auf welche Energieformen setzen wir?

Auf welche Energieformen setzen wir?

Am 24. September ist Bundestagswahl. Was in Berlin entschieden wird, hat direkte Auswirkungen auf Brandenburg. Die MAZ befragt die märkischen Spitzenkandidaten in Teil 2 ihrer fünfteiligen Serie zur Energiepolitik.

Frage: Proteste überall: Soll der Ausbau der Windenergie in Brandenburg fortgesetzt werden?

Alexander Gauland (AfD): Windenergieanlagen gefährden die Gesundheit der Anwohner, zerstören das Landschaftsbild und töten massenhaft Vögel und Fledermäuse. Sie tragen die unsoziale Energiewende, die zu einer Umverteilung von unten nach oben führt. Auch einkommensschwache Haushalte zahlen die Ökoumlagen, die die Betreiber bekommen. Ohne industrielle Speichertechnologie, die noch nicht in Sicht ist, wird jede Kilowattstunde mit Verlust produziert. Deshalb tritt die AfD für den sofortigen Ausbaustopp ein.

Frage: Dicke Luft in den Städten: Fahrverbote, Elektroauto-Quote - was schlagen Sie vor?

Alexander Gauland (AfD): Entideologisierung der Debatte und Überprüfung aller Grenzwerte. Wenn im Straßenverkehr nur 40 Mikrogramm Stickoxid erlaubt sind, am Arbeitsplatz aber 950; wenn die 15 größten Seeschiffe allein genauso viele Schadstoffe ausbringen wie alle Autos weltweit, dann wird die Debatte unehrlich geführt. Fahrverbote enteignen die Bürger. Quotenregelungen verzerren den Markt. Die Dieseltechnologie ist erheblich sauberer geworden. Der Kunde soll seine Technologie selbst ohne Markteingriffe auswählen.

Quelle: Detlev Scheerbarth post@scheerbarth.de

Frage: Proteste überall: Soll der Ausbau der Windenergie in Brandenburg fortgesetzt werden?

Annalena Baerbock (Grüne): Ja, auf jeden Fall. Wenn wir die sauberen Energien nicht ausbauen, werden wir die Klimakrise nicht bremsen können. Wenn wir die Erneuerbaren stoppen, wird das nichts mit dem Atomausstieg. Wir müssten auch neue Kohlekraftwerke bauen. Was eine überwiegende Mehrheit der Brandenburger erst recht nicht will und daher hinter der Energiewende steht. Aber der Windkraftausbau muss mit Bürgerbeteiligung einhergehen. Die Standortgemeinden sollen finanziell davon profitieren.

Frage: Dicke Luft in den Städten: Fahrverbote, Elektroauto-Quote - was schlagen Sie vor?

Annalena Baerbock (Grüne): Für saubere Luft in den Städten brauchen wir mehr als den vermurksten Dieselgipfel. Es kann nicht sein, dass nun die Kleinfamilie dafür aufkommen muss, dass ihr gebrauchter Golf manipuliert wurde. Für den Betrug müssen die Automobilkonzerne zahlen und Hardware nachrüsten. So könnten wir auch Fahrverbote vermeiden. Zugleich müssen öffentlicher Nahverkehr, Bahn- und Radverkehr endlich Priorität bekommen. Ab 2030 dürfen nur noch emissionsfreie Autos vom Band rollen.

Quelle:  Bernd Gartenschläger (Foto)
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