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Wo parkt man eigentlich beim Bundestag?

Für Sebastian Steineke ändert sich so ziemlich alles Wo parkt man eigentlich beim Bundestag?

Mit einem guten Ergebnis hatte Sebastian Steineke (40) am Wahlsonntag gerechnet ‒ nicht aber damit, dass er tatsächlich in den Bundestag einziehen würde. Wir sprachen mit dem Neuruppiner Rechtsanwalt am Tag nach der Wahl.

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Sebastian Steineke mit der Loriot-Figur Herr Müller-Lüdenscheidt.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. MAZ: Können Sie schon glauben, dass Sie nun dem Bundestag angehören?
Sebastian Steineke: Nein. Bei der letzten Prognose am Sonnabend lag ich noch zehn Punkte hinter Dagmar Ziegler von der SPD. Aber daran habe ich nicht geglaubt. Ich war sicher, besser dazustehen. Doch dass die CDU das ganze Land abräumt und die SPD derart abkippt, das ist schon erstaunlich. Der Wähler hat klar entschieden, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleiben soll.

Was wird sich jetzt für Sie ändern?
Steineke: Eine ganze Menge. Der Bundestagswahlkreis ist riesig groß. Da sind viele organisatorische Fragen zu klären. Wo arbeitet man, wie arbeitet man? Wie viele Mitarbeiter beschäftigt man? Da ist man selber in der Verantwortung. Meine Wahlkreisbüros werde ich in Neuruppin und Perleberg einrichten, in Neuruppin vermutlich in der CDU-Kreisgeschäftsstelle.

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Sie sind selbstständiger Anwalt für Verkehrs- und Mietrecht. Was passiert mit Ihrer Kanzlei?
Steineke: Die werde ich für die nächsten vier Jahre stilllegen. Ich will aber die Mandate zu Ende machen, die ich noch habe. Mehr ist nicht möglich.

Bisher hat die Brandenburger CDU fünf Bundestagsabgeordnete, jetzt sind es neun. Was können Sie für die Region tun?
Steineke: So groß war die Brandenburger CDU-Landesgruppe noch nie. Aber auch die CDU-Fraktion war mit 311 Abgeordneten noch nie so groß. Da ist es extrem schwierig, einzelne Projekte voranzubringen. Man muss sich dazu erst mit der Landesgruppe und dann mit der Fraktion abstimmen.

Jahrelang war Neuruppin versprochen worden, dass in der Stadt eine Außenstelle des Bundesinstituts für Risikobewertung errichtet wird. CDU/CSU und FDP haben das Projekt im Oktober 2012 überraschend gekippt und Neuruppin einen Ausgleich versprochen. Davon ist noch nichts zu sehen.
Steineke: Wir sind immer noch im Gespräch. Aber das Projekt muss eine Bundesaufgabe sein, so wie die Kyritz-Ruppiner Heide. Der Bund kann nicht so einfach eine Landesaufgabe übernehmen und Geld geben, beispielsweise für den Erhalt einer Bahnlinie. Ich hoffe aber, dass es eine gewisse Kompensation für Neuruppin geben wird. Man muss da auch die Koalitionsverhandlungen abwarten.

Sie sind Neuling im Bundestag. An wem werden Sie sich orientieren?
Steineke: Natürlich an den erfahrenen Abgeordneten ‒ an Landesgruppenchef Michael Stübgen, an Jens Koeppen aus der Uckermark, an Katherina Reiche.

Wann werden Sie das erste Mal im Bundestag sitzen?
Steineke: Das weiß ich nicht. Der Bundestag muss sich spätestens 30 Tage nach der Wahl konstituieren. Heute werde ich vermutlich einiges erfahren. Um 12 Uhr tagt die Landesgruppe, dann die Fraktion und danach folgt eine Informationsveranstaltung für alle neuen Bundestagsabgeordneten.

Bundestagsabgeordnete erhalten eine Reihe von Vergünstigungen und dürfen auch kostenfrei mit der Bahn reisen. Haben Sie sich schon einen Überblick über die Vorteile verschafft?
Steineke: Nein. Ich habe mir bisher null Gedanken darüber gemacht. Dafür habe ich auch nicht kandidiert. Ich weiß nicht einmal, wie man als Abgeordneter am Bundestag parken kann.

Sie werden Bundeskanzlerin Angela Merkel künftig öfter erleben, nicht nur bei Wahlkämpfen.
Steineke: Ja, ich werde Frau Merkel und andere wie Volker Kauder, den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, dann öfter sehen. Da wächst man rein, das ist politischer Alltag. Frau Merkel ist ja auch viel unterwegs. Die werde ich nicht jede Woche sehen.

Sie sind ein Fan von Loriot. Warum?
Steineke: Er hat es verstanden, Humor auf eine intellektuelle Ebene zu heben. Ohne erhobenen Zeigefinger. Und er hat oft das Verhältnis von Mann und Frau unnachahmlich dargestellt. Da kann man noch heute was davon mitnehmen.

Interview: Andreas Vogel

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