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Brandenburg CDU-Bundesfraktion stimmt für leichteren Abschuss von Wölfen
Brandenburg CDU-Bundesfraktion stimmt für leichteren Abschuss von Wölfen
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01:16 30.11.2018
Wölfe sind von Natur aus scheu, nähern sich aber immer wieder Siedlungen. Quelle: Lino Mirgeler/dpa
Potsdam

Die aus Brandenburg stammende Bewegung für wolfsfreie Gemeinden hat nun die Unterstützung der CDU/-CSU im Bund. Die Bundestagsfraktion beschloss am Dienstagabend einstimmig ein Positionspapier, das Hauptforderungen des Bündnisses übernimmt. So plädiert die Regierungsfraktion für „wolfsfreie Zonen“, in denen die Raubtiere erlegt werden dürfen.

Ausdrücklich erwähnt sind Deiche, auf denen Schafe weiden. Dort ist eine schützende Einzäunung der Herden kaum möglich. Die CDU/CSU spricht sich weiter dafür aus, allgemein die Voraussetzungen für einen Abschuss der Tiere zu lockern. Dies müsse schon dann möglich sein, wenn ein Wolf sich menschlichen Siedlungen nähere. Nutztierrisse müssten nicht nachgewiesen werden, fordert die CDU/CSU. „Politisches Ziel darf es nicht sein, den Menschen an den Wolf anzupassen“, heißt es in dem Papier.

Tierhalter finden aktuelle Regeln bürokratisch

Dagegen sieht etwa die Brandenburger Wolfsverordnung derzeit vor, dass Wölfe nur dann „entnommen“ werden dürfen, wenn sie vorher Schäden angerichtet haben. Diese und andere Regelungen finden insbesondere Weidetierhalter überzogen und bürokratisch. Seit Erlass der Verordnung zu Beginn des Jahres ist kein einziger Problemwolf geschossen worden.

Die Organisatoren der Kampagne für wolfsfreie Zonen in Brandenburg sehen den Vorstoß der Union-Bundestagsfraktion als „ersten Schritt in die richtige Richtung“, wie der Koordinator Mario Borchert sagt. Es sei nötig, die Raubtiere „aus bestimmten Zonen durch Bejagung zu verdrängen“. Dies sei der Beginn einer „wildbiologischen Raumplanung“, so Borchert, die angesichts des rasanten Wachstums der Wolfspopulation unumgänglich sei.

Es gehe nicht um Ausrottung der Wölfe, sondern um eine Regulierung des Bestandes. Wölfe müssten von Dörfern und Weiden fern gehalten werden. Dann würden sie wieder mehr wilde Tiere reißen, so Borchert.

Landwirte-Lobby fordert Jagd auf Wölfe

Nächster Schritt müsse die Aufnahme des Wolfes ins bundesweite Jagdrecht sein, fordert der Chef der Kampagne. Zwar seien die Tiere dann vorerst weiter ganzjährig geschützt. Die Jäger seien im Fall einer Lockerung des Schutzes dann aber offiziell zuständig –und zwar automatisch in allen Bundesländern. „Wir brauchen Rechtssicherheit für die Jäger“, sagte Borchert. „Derzeit ist das Schießen eines Wolfes eine Straftat.“

Linke: Keine rechtliche Grundlage

Wolfsfreie Zonen sind ein umstrittenes Konzept. Die Linken-Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann aus Tornow (Ostprignitz Ruppin) hält eine solche Selbst-Bezeichnung für rechtswidrig – rund 30 Gemeinden haben landesweit mittlerweile für einen solchen Status gestimmt. Tackmann verweist auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags, das keine rechtliche Grundlage für solche Zonen sieht. Sogar die Landesregierung könne einschreiten, so die Abgeordnete: „Bei rechtswidrigen Gemeinderatsbeschlüssen besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass diese durch die Kommunalaufsicht beanstandet werden.“ Tackmann hält die Zonen-Debatte für „reinen Populismus“.

Auf Bundesebene ist die Wolfsthematik im Koalitionsvertrag verankert. CDU/CSU und SPD wollen „mit den Ländern einen geeigneten Kriterien- und Maßnahmenkatalog zur Entnahme von Wölfen entwickeln“. Laut Landesamt für Umwelt und Naturschutz leben derzeit 37 Wolfsrudel in Brandenburg.

Von Ulrich Wangemann

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