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Brandenburg CDU-Politiker: „Gauland ist mir peinlich“
Brandenburg CDU-Politiker: „Gauland ist mir peinlich“
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15:29 08.06.2016
Der CDU-Abgeordnete Sven Petke im Trikot wird kritisch von Alexander Gauland beäugt. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Ein Zeichen der Solidarität mit dem Fußballspieler Jerome Boateng setzte heute im Brandenburger Landtag der CDU-Abgeordnete Sven Petke. Er erschien im Plenum im Trikot des Nationalspielers mit der Rückennummer 17. Er bezog sich damit auf die umstrittenen Äußerungen des AfD-Landesvorsitzenden Alexander Gauland. Er hatte im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung die Einschätzung geäußert, die „Leute“ hätten „einen Boateng“ nicht gerne als Nachbarn.

Per Twitter verschickte Petke ein Bild von sich selbst mit dem Satz: „Gesehen im Landtag Brandenburg. Gauland auf der linken Seite.“ Das Foto zeigt Petke von hinten in der letzten Reihe der CDU-Fraktion. Links davon befindet sich der Block der AfD-Abgeordneten.

Boateng-Schokolade ein eBay-Hit

Seit Montagvormittag stehen drei Tafeln Kinderschokolade auf der Seite des Internetauktionshauses Ebay. Alle drei mit dem Kinderbild von Fußballnationalspieler Jérôme Boateng – und mit seiner eigenhändig aufgebrachten Unterschrift. Die Angebote sind längst vierstellig.

Sogar der Ministerpräsident spendet dem CDU-Politiker Applaus

„Mein Sohn ist Fan von Bayern München und hat mich gefragt, was mein Landtagskollege Gauland gegen Boateng hat“, erläuterte Petke am Mittwoch am Rande der Sitzung seine Aktion. „Mich berührt es peinlich, gemeinsam mit Gauland im Parlament zu sitzen.“ Das Trikot sei daher ein politisches Statement gegen den AfD-Bundesvize und Fraktionschef.

Ungewohnten Beifall erhielt der Oppositionspolitiker Petke von Regierungschef Dietmar Woidke (SPD). „Ich finde es bemerkenswert, dass Sie heute nicht mit Anzug und Krawatte auflaufen, sondern im Trikot von Boateng“, sagte der Ministerpräsident am Rednerpult. „Ich glaube, wir hätten heute gerne alle dieses Trikot angezogen. Danke für diese Geste.“

Gauland las Zeitung während der Debatte

Gauland selbst vermied es, auf seine Äußerungen angesprochen zu werden. Er erschien erst kurz vor Beginn der Sitzung und las während der Debatte in einer Zeitung. Gauland ging auch erst in die Mittagspause, nachdem alle übrigen Abgeordneten den Plenarsaal verlassen hatten.

Gauland allein auf weiter Flur

Gauland hat mit seiner Einschätzung über Boateng offenbar nicht den Nerv der Deutschen getroffen. Einer aktuellen Umfrage zufolge hätte die Mehrheit der Deutschen nichts gegen Boateng als Nachbarn. Auf die Frage, ob sie tatsächlich etwas gegen den Nationalspieler hätten, antworteten 94 Prozent der Bundesbürger mit „nein“, nur drei Prozent mit „ja“. Die Ostdeutschen hätten ihn sogar zu 97 Prozent als Nachbarn gern. Selbst die AfD-Wähler antworteten auf die Forsa-Umfrage zu 88 Prozent, sie hätten nichts gegen Boateng als Nachbarn.

Von Torsten Gellner, dpa

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