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Brandenburg „Menschen mit Namen und Gesichtern“
Brandenburg „Menschen mit Namen und Gesichtern“
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10:14 28.07.2015
Martin Patzelt, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Briesen (Oder-Spree) Quelle: CDU
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Potsdam

Während vielerorts die Stimmung gegen Asylbewerber immer feindseliger wird, hat der Brandenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt, 68, zuhause in Briesen (Oder-Spree) Flüchtlinge aufgenommen: die Eritreer Haben Legese, 19, und Awiet Tekie, 24.

MAZ: Herr Patzelt, wie hat sich das ergeben?

Martin Patzelt:Durch meine politische Arbeit und über die Kirchengemeinde haben wir seit Jahren Kontakt zu Asylbewerbern. Haben und Awiet haben uns gefragt, ob sie bei uns wohnen können. Seit drei Wochen leben sie, meine Frau, unser ältester Sohn und ich in einer Art offener WG. Mein Engagement kommt weniger aus Gutmenschentum heraus, es hat vielmehr politische Gründe – ich möchte andere infizieren. Für mein Umfeld sind Haben und Awiet keine anonymen Flüchtlinge mehr, sondern Menschen mit Namen und Gesichtern.

Wie klappt es mit der Integration im Hause Patzelt?

Patzelt:Jeder hat sein eigenes Zimmer, aber unsere Freizeit gestalten wir zum Teil gemeinsam. Bei Familienfesten, Geburtstagen und im Urlaub sind Haben und Awiet wie selbstverständlich dabei. Wir konnten eine Lehrerin dafür gewinnen, ihnen ehrenamtlich Deutschunterricht zu geben.

Was erwarten Sie als Gegenleistung?

Patzelt:Sie müssen ihre Leistung bringen und das wollen sie auch. Auch in Europa kommen die Euros nicht vom Himmel geflattert. Wir wollen ihnen dabei helfen, eine Lehrstelle und eine eigene Wohnung zu finden. Schließlich suchen die Wirtschaftskammern händeringend Nachwuchs.

Wie sind die beiden ausgebildet?

Patzelt:Gar nicht. Eritrea ist eine schlimme Diktatur, die an Nordkorea erinnert. Der Einzelne hat dort keinen Wert. Haben und Awiet sollten zum Militär eingezogen und als Kanonenfutter verfeuert werden, bevor sie flüchteten. Ich bin überzeugt, dass bald noch mehr Asylbewerber kommen. Diese Herausforderung müssen wir menschlich meistern. Wir treten ein für Freiheit und Schutz für schutzbedürftige Menschen. Da dürfen wir nicht in alte Muster der Abschottung zurückfallen.

Von Bastian Pauly

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