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Brandenburg Zurück in die Heimat: Münchebergerin will ihre Region mitgestalten
Brandenburg Zurück in die Heimat: Münchebergerin will ihre Region mitgestalten
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18:23 10.02.2019
Carolin Schönwald (r.), Vorstandsvorsitzende vom Jugendförderverein Chance e.V., im Kinder-Kunst-Zentrum. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Müncheberg

Carolin Schönwald ist Rückkehrerin. Die gebürtige Münchebergerin (Märkisch-Oderland) kam nach dem Studium der Sozial- und Theaterpädagogik in Berlin wieder zurück in die Provinz – nach Brandenburg. „Ich bin hier verwurzelt, aufgewachsen, die Familie wohnt noch in der Region“, sagt die 32-Jährige.

Was sie zurück in die Heimat zog? „Schwerpunkt des Studiums war die Unterstützung von Projekten im ländlichen Raum. Das wollte ich nicht nur theoretisch behandeln, sondern auch umsetzen.“

Überregional bekannt wurden Schönwald und etwa 25 Mitstreiter vor einem Jahr, als die Brandenburger Staatskanzlei das Vereins-Familiencafé „lokal“ in Buckow (Märkisch-Oderland) zum „Demografiebeispiel des Monats“ kürte.

50 000 Euro Fördermittel erhält der Rückkehrer-Verein vom Land Brandenburg

In einem leerstehenden Laden war 2016 eine Anlauf- und Begegnungsstätte für Zugezogene, Rückkehrer und Flüchtlinge entstanden, die auch heute noch gut besucht wird. Ehrenamtliche Barschichten gehören für die 32-Jährige und ihre zehn Mitstreiter zum Alltag. Angebunden ist auch eine „Bürgerbühne“, für die Schönwald mit wechselnden Akteuren jeden Monat aktuelle Themen inszeniert, um mit dem Publikum zu diskutieren.

Von der Staatskanzlei gab es knapp 50 000 Euro Fördermittel für das jüngste Projekt des Vereins: Die Anlaufstelle „hierzulande(n)“ für Rückkehrer. Menschen, die laut Staatskanzlei kreativ und lösungsorientiert für die Bevölkerungsentwicklung im ländlichen Raum einstehen. Die Zahl der Rückkehrer nach Brandenburg lässt sich nach Angaben des Innenministeriums allerdings nicht aus den Daten zur Wanderungsstatistik herausziehen.

Zu „hierzulande(n)“ gehören ein Café, Co-Working-Arbeitsplätze und ein Kinder-Kunst-Zentrum. Der Jugendförderverein unterstützt eine regionale Initiative, die für die Einrichtung einer weiterführenden Schule in der Märkischen Schweiz kämpft. „Sie denkt gesamtgesellschaftlich und setzt Ideen konkret um und hat die sozialen Strukturen stets im Blick“, sagt Sandra Spletzer, Netzwerkkoordinatorin der Brandenburger Rückkehrerinitiativen „Ankommen in Brandenburg“, über Carolin Schönwald.

Schönwald berichtet, in den vergangenen Jahren seien immer mehr Freunde zurück in die Region gekommen, die wegen ihrer Ausbildung oder ihres Studiums erst weggezogen seien. Außerdem kämen Familien, die von der Großstadt Berlin aufs Land wollten. Vorbehalte der Alteingesessenen gebe es, weiß sie. Sie wolle aber „ein Zusammenspiel“ aller erreichen. „Wir haben über die Jahre so viele Partner gewonnen, so dass wir jetzt problemlos vermitteln können: Jobs, Wohnraum, Kitaplätze.“

Ministerpräsident Dietmar Woidke ist auch Rückkehrer nach Brandenburg

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist übrigens auch ein Rückkehrer: Der Lausitzer ging Anfang der 1990er Jahre erst von Berlin nach Niederbayern zu einer Mineralfutterfirma. „Bayern ist ein wunderschönes Land – aber es fehlt was“, bekannte er kürzlich beim Neujahrsempfang der SPD-Landtagsfraktion in Potsdam. Und so kehrte er zurück nach Brandenburg. „Man liebt das Land, man liebt die Scholle.“

Noch während ihres Studiums begann Schönwald im Jugendklub Rehfelde (Märkisch-Oderland) mit einer Theaterwerkstatt, die sie 2009 ins Leben rief. Getragen wird die Einrichtung vom Jugendförderverein Chance e.V., dessen Vorstandsvorsitzende Schönwald inzwischen ist. „Wir kümmern uns um den gemeinsamen Sozialraum Märkische Schweiz. Dazu gehören neben Rehfelde auch Müncheberg und Buckow.“ 2010 gelang es ihr, Fördermittel in Höhe von 200 000 Euro von der „Aktion Mensch“ zu bekommen. Geld, um auch den Müncheberger Jugendclub zu reaktivieren, politische Theaterprojekte zu realisieren oder die Kinder- und Jugendbeteiligung in der Kommunalpolitik zu fördern. „Für die Kommunalwahlen in diesem Jahr haben wir sogar eine Wählergemeinschaft gegründet“, sagt die Vereinschefin.

„Pro Projekt bekam ich ein Kind“, erzählt Schönwald. Inzwischen sind ihre Söhne zwei, vier und sechs Jahre alt. Auch ihr Lebenspartner arbeitet Vollzeit. Es hilft, dass die Familie in der Region lebt. „Abstriche muss ich im Häuslichen machen. Ich kann nicht kochen und brauche auch kein Haus mit Garten“, sagt Schönwald. Da sie viele Projekte mit Kindern mache, nehme sie ihre Jungs auch oft mit.

15 Wochenstunden bekommt sie bei „hierzulande(n)“ bezahlt, 15 weitere für überregionale Jugendarbeit. Zudem ist sie Lehrbeauftragte an ihrer früheren Hochschule in Berlin. Mindestens zehn Wochenstunden arbeitet sie ehrenamtlich. „Das ist meine Freizeit“, erklärt sie. Selbst im Urlaub achte sie darauf, welche Projekte es in anderen Regionen in Brandenburg gebe.

„Sie unterteilt nicht in Job und Freizeit, ihr Leben ist die Arbeit“, sagt Felix Brückmann, der mit Schönwald im Vereinsvorstand arbeitet. Manchmal müsse er sie allerdings zur Ruhe zwingen, damit sie „mal runterkommt“.

Von Jeanette Bederke

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