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Charité erprobt Telemedizin in Brandenburg

Problem: Fehlende Breitband-Internetverbindungen Charité erprobt Telemedizin in Brandenburg

Telemedizin könnte den Ärztemangel auf dem Brandenburger Land zumindest teilweise ausgleichen. Eine Studie der Berliner Charité vergleicht jetzt, ob eine Kombination aus ambulanter und telemedizinischer Betreuung bei Patienten mit Herzinsuffizienz gleichwertig ist mit einer regulären Behandlung. Insgesamt nehmen 1500 Patienten an der Studie teil. 

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Quelle: dpa

Berlin. Telemedizin könnte den Ärztemangel auf dem Land zumindest teilweise ausgleichen. Eine Studie der Berliner Charité vergleicht, ob eine Kombination aus ambulanter und telemedizinischer Betreuung bei Patienten mit Herzinsuffizienz gleichwertig ist mit der Behandlung, die Patienten in Berlin von Kardiologen erhalten, wie das Krankenhaus mitteilte. Insgesamt nehmen in Berlin und Brandenburg 1500 Patienten an der bis 2015 laufenden Studie teil. Das Projekt wird vom Bund, dem Land Brandenburg und den Krankenkassen Barmer GEK und AOK finanziert und gilt als eine der größten Telemedizin-Studien weltweit. Mit ersten Ergebnissen wird 2016 gerechnet.

Diagnosen aus dem Netz sind unter Ärzten und Kassen jedoch umstritten. Die Online-Diagnose von Schlaganfallpatienten wäre ohne den Mediziner vor Ort in Deutschland verboten. Ärzte dürfen keine Diagnosen stellen, ohne einen Patienten jemals unmittelbar behandelt zu haben – das gilt auch für die Telemedizin. So steht es in der Musterberufsordnung für Ärzte. In anderen Ländern sind Ferndiagnosen ohne unmittelbaren Patientenkontakt gang und gäbe – und legal. Ein Aufheben des Fernbehandlungsverbots in Deutschland wird von Ärzten und Kassen aber kritisch gesehen. „Jeder Patient ist anders. Das kann ich nicht per Ferndiagnose machen“, sagt der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl.

Der digitalen Medizin steht auch das lahme Internet auf dem Land im Weg. IT-Experten forderten kürzlich in einer Infratest-Studie, das Netz müsse insgesamt deutlich schneller werden – allem voran in ländlichen Regionen, wo es oft schon an der Mindestgeschwindigkeit scheitert. „Auf dem Land gibt es kein vernünftiges Breitband“, sagt Infratest-Geschäftsführer Robert Wieland. Dabei werde die gesundheitliche Versorgung immer stärker über Computer stattfinden. „Das ist im Gesundheitssystem erforderlich, um das System überhaupt noch finanzieren zu können.“ Wolfgang Loos von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin sagt, die technischen Voraussetzungen zur Bild- und Datenübertragung seien bereits heute gegeben. „Der Kardiologe oder der Chirurg kommt per Videokonferenz ins Pflegeheim – das ist technisch alles möglich.“

„Eines ist aber sicher“, sagt Franz Bartmann von der Bundesärztekammer. „Wir können nicht mehr in jedem 800-Seelen-Ort für die medizinische Grundversorgung einen kompletten Arztsitz vorhalten.“ Ärzte in festen Immobilien werden seiner Meinung nach nicht allein die Lösung sein. Im Internet wird so geworben: „Unser Ärzteteam erreichen Sie jederzeit und auch aus dem Ausland.“

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